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News Kategorie: HiFi
PonoMusic

PonoMusic, der MP3-Killer?

25.08.2014 13:00 Uhr von Wolfgang Tenbusch

Dass Neil Young (geb. 1945, bekanntestes Album: Harvest) sich als selbst schaffender Künstler schwertut mit nach MP3-Standard komprimierter Musik, verwundert nicht. Denn will man große Musiksammlungen auf kleinen Geräten überall verfügbar haben oder sie über Streamingportale beziehen, so muss man halt Zugeständnisse an die Klangqualität machen, um die Datenmenge überschaubar zu halten. Geringer Dynamikumfang und die teilweise unnatürliche, zu technische klingende Wiedergabe, insbesondere bei Orchester- und Liveaufnahmen, sind häufig genannte Argumente. Es gibt sicherlich eine nie endende Diskussion, inwieweit überhaupt eine Digitalisierung, mit welcher Samplingrate auch immer, und die danach folgende Wiederumwandlung in analoge Signale dem natürlichen Hörerlebnis gerecht werden kann. Hier sei nur das Thema der Oberschwingungen, teilweise im Bereich über 21 kHz genannt, die fast nicht erfasst werden können. Aber auf jeden Fall sind größere Datenmengen bei hohem Sampling eher geeignet, dem Original näherzukommen.

Zum Vergleich hat ein MP3-File eine Bitrate von 192 kbps bis 256 kbps. Bei den FLAC-Files klassifiziert man:

• CD lossless quality recordings: 1411 kbps (44,1 kHz/16 bit) FLAC files • High-resolution recordings: 2304 kbps (48 kHz/24 bit) FLAC files • Higher-resolution recordings: 4608 kbps (96 kHz/24 bit) FLAC files

... und schließlich: Ultra-high resolution recordings: 9216 kbps (192 kHz/24 bit) FLAC files, als neuer PonoMusic-Standard. Damit passen ca. 800 Songs auf den neuen Player.

Um dem Original also so nahe wie möglich zu kommen und dies einem größeren (bisher eher noch kleineren) audiophilen Publikum näherzubringen, hat sich Neil Young mittels Crowdfunding (Finanzierung über Internetsammlung) das nötige Startkapital zusammengesucht und mit fachkundiger Unterstützung (John Hamm, Phil Baker) ein Portal eröffnet, über das man dann hochauflösende Flac-Files (Free Lossless Audio Codec) herunterladen können soll.

Es gibt dazu auch einen passenden Player, der einer bekannten Schweizer Schokoladenform sehr ähnlich sieht. Für die ersten Anteilsinhaber gab es den Player in Alu und von bekannten Künstlern signiert, aber die sind leider schon weg. So bleibt noch die allgemeine Version in Schwarz und Gelb, mit einem Gewicht von ca. 128 g und einer Akkulaufzeit von 8 Stunden.

Das Gerät ist mit 64 GB internen Speicher und optionaler 64 GB microSD-Karte zu betreiben. Die Technik insbesondere des D/A-Wandlers wird leider nicht im Detail beschrieben, aber als besonders eigenresonanzarm bezeichnet. Verantwortlich zeigt sich hier die Firma Ayre (www.ayre.com). Da lassen wir uns einmal überraschen. Der Preis liegt bei 399 $, das Gerät wird bis zum Herbst auch in Deutschland erhältlich sein. Die Preise der Album-Files sollen zwischen 15 und 25 $ liegen. Über einen entsprechenden Kopfhörer wird leider nichts berichtet, denn wenn man schon den vollen Dynamikumfang anbietet, muss es ja auch irgendwie rübergebracht werden, und da würden so manche Durchschnittsprodukte schnell in die Knie gehen.

Wichtig wäre es auch, wenn das Portal tatsächliche Neuabmischungen auf den Markt bringen würde, da insbesondere neue CDs heutzutage doch schon sehr im Dynamikumfang zu wünschen übrig lassen, wenn man sie mit früheren Aufnahmen vergleicht. Der Player kann natürlich auch andere Formate abspielen (ALAC, MP3, WAV, AIFF, AAC), sodass man seine sonstige Musiksammlung weiter nutzen kann. Weitere Information findet man auf www.ponomusic.com.

Fazit: Dass FLAC-Files in höherer Auflösung einen audiophileren Musikgenuss ermöglichen können, ist nichts Neues und mit vielen modernen Netzwerkplayern auch schon heute möglich. Vielleicht schafft es ja dieser moderne und mobile Ansatz, den „Mehrspaß“am Musikhören einem breiteren Publikum zu erschließen. Ich bin auf jeden Fall dabei!

Information über den Autor: Wolfgang Tenbusch ist auch Autor des Standardwerks „Grundlagen der Lautsprecher“.

Autor Wolfgang Tenbusch
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Datum 25.08.2014, 13:00 Uhr
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