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News Kategorie: Foto & Cam
Foto & Cam

Irrsinn: Selfies vor historischen Gebäuden bald verboten? - Das müssen Sie wissen

30.06.2015 13:02 Uhr von Jochen Wieloch

Zahlreiche Medien haben in den vergangenen Tagen darüber berichtet, dass die beliebten Selfies vor historischen Monumenten im Urlaub künftig verboten sein könnten.

Hintergrund dieser Berichterstattung ist ein bekanntgewordener Änderungsvorschlag des Rechtsausschusses des Europäischen Parlaments zur Vereinheitlichung des Urheberrechts.

Der Vorschlag des Rechtsausschusse sieht vor, dass die Panoramafreiheit, die in einigen Ländern Europas existiert (auch in Deutschland), abgeschafft oder zumindest auf die nichtkommerzielle Nutzung eingeschränkt werden soll.

„Sollte dieser Vorschlag angenommen werden, könnte dies am Ende tatsächlich auch für Privatmenschen Einschnitte bei der Veröffentlichung von Fotos bedeuten“, sagt der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke. „Allerdings sind gerade historische Gebäude wie zum Beispiel das Brandenburger Tor nicht von dieser Regelung betroffen. Vielmehr geht es ausschließlich um moderne Kunstwerke und architektonische Gebäude, bei denen der Urheber noch keine 70 Jahre verstorben ist“, erklärt Solmecke.

Verbot nur bei urheberrechtlich geschützten Gebäuden

Anders als viele Medien berichten, sind alte Gebäude also gerade nicht von den geplanten Regelungen betroffen. „Das macht die Vorschläge im Endergebnis aber nicht viel besser“, kritisiert Solmecke. „Für denjenigen, der ein Bild anfertigt und dieses zum Beispiel bei Facebook hochlädt, würde das bedeuten, dass er zunächst prüfen muss ob das Gebäude überhaupt kreativ gestaltet worden ist und urheberrechtlichen Schutz genießt. Anschließend müsste der Fotograf noch nachforschen, ob der Urheber schon über 70 Jahre verstorben ist.“

Bereits heute sollten sich Fotografen bewusst sein, dass es die Panoramafreiheit in etlichen Ländern schon jetzt nicht gibt. So ist zum Beispiel in Belgien die kommerzielle Verwertung von Bildern des Atomiums verboten. In Dänemark ist das Anfertigen und Veröffentlichen von Bildern der Meerjungfrau in Kopenhagen für die Veröffentlichung im kommerziellen Kontext nicht erlaubt.

Der Knackpunkt ist daher häufig schon heute die Frage, ob eine kommerzielle Verwertung erfolgt oder nicht. Nutzer, die die Bilder nur bei Facebook hochladen, gehen dabei irrtümlicherweise von einer privaten Nutzung aus. Tatsächlich räumen sämtliche Facebook-Nutzer über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen dem Dienst jedoch gewerbliche Rechte an den Bildern ein und nehmen damit selbst eine kommerzielle Nutzung vor. Zwar gibt es in den Ländern, in denen es keine Panoramafreiheit gibt, noch keinerlei Abmahnungen gegen Facebook-Nutzer – das Abmahn-Phänomen gilt eher als typisch deutsch. Hierzulande könnte die Einschränkung oder Abschaffung der Panoramafreiheit jedoch einschneidende Konsequenzen haben.

In Deutschland gilt Verbot nur bei temporären Kunstwerken

Nach derzeitiger Rechtslage ist in Deutschland die Veröffentlichung von Bildern von dauerhaft bestehenden Gebäuden und Kunstwerken im öffentlichen Raum erlaubt. Bilder, die im Rahmen der Panoramafreiheit hergestellt wurden, dürfen auch für kommerzielle Zwecke (Reiseführer, Blogs) verwendet werden. Ein Verbot besteht lediglich bei temporären Kunstwerken wie es der von Christo verhüllte Reichstag war.

Mehr als 44.000 Menschen haben bereits eine Petition gegen den Vorschlag des Rechtsausschusses unterschrieben. Am 9. Juli entscheidet das Plenum des EU-Parlaments über den Vorschlag.

Jochen Wieloch
Autor Jochen Wieloch
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Datum 30.06.2015, 13:02 Uhr
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