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News Kategorie: HiFi
HiFi

Die Renaissance der schwarzen Scheibe: Steigende Absätze von Schallplatten und Plattenspielern

28.06.2016 11:01 Uhr von Jochen Wieloch

Sie läuft und läuft und läuft: Die gute alte Schallplatte aus schwarzem Vinyl hat bisher alle Digitaltrends überdauert. Auch der Absatz von analogen Plattenspielern, jahrelang auf dem Niveau einer kleinen, feinen Nische, zieht wieder an: Nach Marktdaten der gfu – Consumer und Home Electronics GmbH, Frankfurt, wurden 80.000 Geräte im Jahr 2015 verkauft.

Für dieses Jahr erwartet die Branche den Absatz von 95.000 Plattenspielern. Dabei investieren die Vinyl-Liebhaber im Schnitt sogar wachsende Beträge: Lag der Umsatz mit Plattenspielern im Jahr 2015 noch bei 15 Millionen Euro, so wird er 2016 voraussichtlich bei 20 Millionen Euro liegen.

Akustische Magie

Was macht den Reiz der schwarzen Scheibe aus? Klingt sie wirklich besser als die CD, was viele Anhänger des Medium behaupten? Streng technisch lässt sich das kaum belegen: Die Vinylabtastung ist nun einmal mit Rauschen und Knistern verbunden, Resonanzen beeinflussen den Frequenzgang, die Trennung der Stereokanäle gelingt nicht annähernd so gut wie in der digitalen Welt. Und dennoch bleibt ein schwer erklärbarer Rest an akustischer Magie: Dass Musik von Analogschallplatten in einem tieferen, größeren Raum zu spielen scheint, dass sie luftiger durch die drei Dimensionen schwebt, ist nicht immer nur reines Vinyl-Latein, ganz gleich, ob das so Erlebte nun näher an der akustischen Wahrheit liegt oder nicht. Hinzu kommt natürlich der Reiz des Haptischen: Das Auspacken, Auflegen und Abspielen der großen Scheibe gleicht einer Zeremonie, die in der digitalen Welt kein Gegenstück hat.

„Der Wunsch vieler stressgeplagter Menschen nach Entschleunigung drückt sich in verschiedenen aktuellen Konsumtrends aus. Die anhaltende Begeisterung für analoge Tonträger und Plattenspieler passt dazu“, interpretiert Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, die Renaissance der Vinylkultur.

Abspielgeräte im Gegenwert eines Kleinwagens

Kein Wunder also, dass sich unter den Herstellern von Plattenspielern immer noch einige halten, die höchst komplexe Abspielgeräte im Gegenwert eines Kleinwagens anbieten – feinmechanische Kunstwerke auf manchmal zentnerschweren Zargen. Es gibt aber auch wieder eine wachsende Zahl von guten Plattenspielermodellen zu überraschend günstigen Preisen, die so gut klingen, dass ihre Anschaffung auch im fortgeschrittenen Digitalzeitalter lohnt. Selbst große Vollsortimenter unter den CE-Anbietern, die allzu schmale Marktnischen gar nicht pflegen könnten, legen nach längerer Pause wieder neue Plattenspielermodelle auf und stärken damit den Trend.

Mit den wachsenden Absatzzahlen von Plattenspielern steigen auch die Umsätze mit hochwertigem Zubehör – vor allem mit speziellen Vorverstärkern, die für eine Anpassung an moderne HiFi-Geräte sorgen. Der Hintergrund: Vinylschallplatten werden mit speziellen, normierten Frequenzgangveränderungen geschnitten – einerseits, um Abtastrauschen möglichst stark zu übertönen, andererseits, um Tieftonpegel moderat zu halten, damit sich der Platzbedarf für jede Rille auf der Platte in sinnvollen Grenzen hält. Zur Wiedergabe müssen diese Veränderungen wieder rückgängig gemacht werden, um Klangverfälschungen zu vermeiden. Der Fachbegriff für diesen Vorgang heißt Phono-Entzerrung. Moderne Verstärker und andere HiFi-Komponenten haben aber oft keine speziellen Phono-Eingänge mehr, können also die normgerechte Phono-Entzerrung nicht leisten. Hier helfen separate Phono-Vorverstärker.

Brücke zwischen Tradition und Moderne

Immer mehr Hersteller bauen die Phono-Verstärkerstufe auch gleich in ihre Plattenspieler ein – und kombinieren diese Elektronik manchmal sogar noch mit einem hochwertigen Analog-Digitalwandler. Damit schlagen sie eine Brücke zwischen Tradition und Moderne: So ausgerüstete Vinylplayer lassen sich nahtlos in komplett digitale HiFi-Systeme integrieren, sogar der direkte Anschluss an einen Computer oder einen Audio-Server wird auf diese Weise möglich.

Jochen Wieloch
Autor Jochen Wieloch
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Datum 28.06.2016, 11:01 Uhr
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