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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Heco Direkt


Kaum macht man‘s richtig, geht’s ganz einfach

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Das ist zwar ein eigentlich billiger Allgemeinplatz, hat in diesem  Falle aber seine Berechtigung und stammt vom Entwickler  dieses erstaunlichen Lautsprechers von Heco

Nun gehört die eigentlich urdeutsche Marke Heco ja schon seit vielen Jahren zum amerikanischen Konzern Audiovox. Nichtdestotrotz werden die Produkte dazu in Pulheim bei Köln entwickelt, bevor die Fertigung im fernen Osten erfolgt. Und zwar nicht mit irgendwelchem Zeugs von den chinesischen Wühltischen, sondern mit sauber nach Spezifikationen aus Pulheim maßangefertigten Treibern. Trotzdem ist es eher die Ausnahme, dass man ein Produkt solcherlei Provenienz so richtig mit einer „Entwicklerpersönlichkeit“ in Verbindung bringen kann – in diesem Falle ist es aber so. Wesentliche Elemente dieses herrlich archaischen Lautsprechers stammen nämlich vom langjährigen Ex-Kollegen Christian Gather, der das Lautsprecherentwickeln als Chefredakteur unseres Selbstbaumagazins KLANG+TON gelernt hat und mittlerweile seine Brötchen in der Industrie verdient. Und mir, der den KLANG+TON-Job heutzutage inne hat, fuhr unmittelbar ein Grinsen durchs Gesicht, als ich die „Direkt“ das erste Mal sah: Ich habe nämlich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was den überaus geschätzten Entwickler geritten hat, als er diese Box auf Kiel legte. In Teilen bestreitet er das zwar und behauptet, andere Leute wären an dem Design „schuld“ – aber jetzt mal ehrlich, Christian: Die Urväter dieser wunderbaren Konstruktion sind im Keller unter der Turnhalle einer alten Schule in Duisburg-Obermeiderich entstanden.

Und nicht nur, aber auch deswegen,muss dieser Lautsprecher unbedingt genauer begutachtet werden. Die Heco Direkt ist ein Zweiwege- Standlautsprecher für 3.000 Euro pro Paar, der sich in Sachen Konzept und Gestaltung wohltuend vom heutzutage üblichen De-facto-Standard abhebt: Sie ist nämlich eben keine möglichst schlanke Erscheinung, die optisch so gut wie nicht auffällt: In der Direkt gibt’s einen amtlichen Zehnzoll-Tieftöner, der prominent auf einer breiten Schallwand den Zuhörer angrinst und dabei von einem per Metallhorn unterstützten Kalottenhochtöner begleitet wird. Nix is mit Bass auf der Seite oder einem winzigen Langhub-Vierzöller. Das hier, das ist ein Lautsprecher, wie er sein sollte. Einer, der mithilfe der Physik funktioniert und keiner, der versucht, ihr ein Schnippchen zu schlagen. Und da man mit dem Duisburger Helmut Thiele einen Designer mit ins Boot geholt hat, der sein Handwerk versteht, ist das Ganze bei aller Auffälligkeit auch noch äußerst formschön geraten. Die Form polarisiert zunächst: Der Korpus der Direkt ist lediglich 23 Zentimeter tief geraten, aber 44 Zentimeter breit und 90 Zentimeter hoch. Drei recht filigrane Füße liften das ganze ein Stück und neigen die Box nach hinten. Optisch funktioniert das bestens und verleiht der Box eine angenehme Leichtigkeit.

Preis: um 3000 Euro

Heco Direkt


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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 13.07.2016, 14:58 Uhr
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