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Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: VPI Classic


Preis! Leistung!

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VPI Industries stehen für eine ganz bestimmte Art, Plattenspieler zu bauen – schwere externe Motorgehäuse, breite, ausladende Zargen mit einem meist deutlich sichtbaren Sandwichaufbau und fast immer in Schwarz – dachte ich zumindest, bis ich den neuen Classic gesehen habe. Nach dem Hörtest und einem Blick auf das Preisschild muss ich einmal das Werbefernsehen zitieren: Wie machen die das nur?

Kompakt ist er geworden – viel weniger breit, als man es von den anderen Laufwerken aus New Jersey gewöhnt ist und – man höre und staune – er sieht mit seiner furnierten Holzzarge tatsächlich ganz klassisch aus – so, wie man eben in den 60er- und 70er-Jahren Plattenspieler baute; ein Design, das heute tatsächlich eine Art kleine Renaissance erlebt. Nur ein Subchassis gibt es nicht – da ist sich VPI selbst treu geblieben und setzt auf schiere Masse. Das klappt im Sinne eines Überraschungseffekts auch gut: Versucht der Unvorbereitete (vielleicht mit einem Thorens TD160 oder Linn LP12 im Hinterkopf), den VPI Classic mal eben lässig anzulupfen, dann wird er eine kleine Überraschung erleben – der kompakte Dreher bringt mal eben einen knappen halben Zentner auf die Waage! Das gewichtige Komplettpaket kostet inklusive Tonarm 3.200 Euro – angesichts der verbauten Einzelteile ein absoluter Kampfpreis! Die Komponenten des Classic sind uns aus anderen Modellen wie dem Aries 3 geläufig, nur natürlich anders verbaut. Der Motor sitzt eben nicht mehr in seinem separaten Gehäuse, sondern mit in der Zarge – grundsätzlich ein Nachteil, den die VPI-Entwickler natürlich auch erkannt haben.

Man muss nicht einmal besonders genau hinsehen, um zu entdecken, dass die Motorsektion durch eine spezielle Gummimischung vom Rest des Laufwerks entkoppelt ist – eine Überprüfung mit dem Stethoskop ergab dann auch eine dramatische Dämpfung der Motorgeräusche in der Nähe von Tellerlager und Tonarmbasis. Wie es sich gehört, sitzt der Motor links vorne, etwaige mikroskopisch kleine Taumelbewegungen des Tellers durch den Zug des gegossenen Silikonriemens erfolgen so längs und nicht quer zur Abtastrichtung – eindeutig das geringere Übel. Nicht, dass das vorzügliche Tellerlager große Taumelbewegungen zulassen würde: Die invertierte Konstruktion ist seit Jahren eine der bekannten großen Stärken der VPI-Plattenspieler. Der extrem massive Aluminiumgussteller ruht auf einem invertierten Lager mit Edelstahldorn und -kugel, auf der sich ein Lagerspiegel aus einem Delrin-Teflon-Kompositmaterial in einer Buchse aus Bronze dreht. Die aufgelegte Schallplatte – am besten übrigens ganz ohne Tellermatte – wird mit der bekannten schraubbaren VPI-Plattenklemme auf dem Teller fixiert. Dank einer konkaven Konstruktion der Klemmenunterseite und einem entsprechenden Gegenstück zum Aufstecken auf die Tellerachse kann auch die verwellteste Platte plan gepresst werden – um den Preis der Notwendigkeit einer leichten Azimuthanpassung, die mit dem montierten Einpunkt-Tonarm leicht zu bewerkstelligen ist.

Preis: um 3200 Euro

VPI Classic


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 05.11.2009, 16:32 Uhr
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