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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Komponist: Georg Friedrich Händel / Interpreten: Matthias Kirschnereit, Deutsche Kammerakademie Neuss, Lavard Slou Larsen - Six Piano Concertos op.4 (cpo)


Komponist: Georg Friedrich Händel / Interpreten: Matthias Kirschnereit, Deutsche Kammerakademie Neuss, Lavard Slou Larsen - Six Piano Concertos op.4

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Was, die sechs Klavierkonzerte Georg Friedrich Händels kennen Sie noch nicht? Kein Anlass, sich in Grund und Boden zu schämen, gibt es die Kompositionen in dieser Form auch gar nicht. Es handelt sich bei der vorliegenden Einspielung um eine Adaption von sechs Orgelkonzerten Händels für das Klavier. Die Geschichte der Orgelkonzerte Händels ist eine interessante, kann man dem Komponisten (auch) hier durchaus handfeste kommerzielle Interessen unterstellen. So waren die Darbietungen eine Art Rahmenprogramm der fest gebuchten Aufführungen von Opern und Oratorien, die in den dreißiger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts in London stattfanden. Händel hat sich selbst als Zugpferd eingespannt – Zeitzeugen berichten von seinem einmaligen, oft improvisierten Spiel, das neben seinem damaligen Status als Superstar die Leute in Scharen ins Konzert lockte. Das Improvisieren Händels, so schreibt der Pianist Matthias Kirschnereit, war auch eine der größten Herausforderungen für die Neu-Interpretation der Konzerte auf dem Steinway-Flügel. Der Orgelpart ist nämlich in großen Teilen nur schlicht als bezifferter Bass notiert, was die Angelegenheit nicht einfacher macht: Ein passender Fingersatz muss dann erst einmal gefunden werden – vieles auf diesen Aufnahmen ist dann auch genauso improvisiert wie vor fast 300 Jahren. Das alles setzt unbedingte historische und Werkkenntnis voraus.

Pianist und Dirigent haben sich gleichermaßen in die Materie eingearbeitet – mit der Hauptarbeit beim Mann an den Tasten, der die grundsätzlich andere Spielweise am Klavier in seine Berechnungen einbringen musste. Nun, die Angelegenheit funktioniert jedenfalls prächtig – der Steinway integriert sich organisch in den Klangkörper, fast sogar noch besser, als es die oftmals im Kontext zu mächtige Orgel kann. Und so entstehen sechs quasi neue Werke, die sich vor „echten“ Barockkonzerten, auf neuen Instrumenten interpretiert, nicht verstecken müssen. Durch die immer wieder durchblitzende Virtuosität, die sich der Solist auf der Basis der Berichte von Händels eigenen Konzerten erlaubt, kann man die Werke sogar als weitsichtigen Vorgriff auf die hohe Kunst des klassischen und romantischen Klavierkonzerts interpretieren, freilich ohne deren konsequente Inszenierung des Virtuosen. Die Aufnahme mit der Deutschen Kammerakademie Neuss unter Lavard Skou Larsen ist ein gelungenes Beispiel der überzeugenden Zusammenarbeit zwischen Solist und Orchester. Beide Seiten verstehen sich auf die hohe Kunst der Zurückhaltung und ermöglichen so dem Zuhörer ein wundervoll durchhörbares musikalisches Erlebnis. Das Doppelalbum von cpo in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk bietet ausgezeichnete Pressqualität und ein reichhaltig mit Deutungshilfen versehenes Klappcover.

Fazit

Interessante und hoch spannende Neu-Interpretation von sechs Händel-Concerti im außergewöhnlichen Klanggewand
Komponist: Georg Friedrich Händel / Interpreten: Matthias Kirschnereit, Deutsche Kammerakademie Neuss, Lavard Slou Larsen - Six Piano Concertos op.4 (cpo)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 25.12.2014, 11:59 Uhr
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