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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Prokofiev, Glinka, Borodin / Orchestre de la Suisse Romande, Ernest Ansermet – Symphonie Classique u.a. (Decca / Speakers Corner)


Prokofiev, Glinka, Borodin / Orchestre de la Suisse Romande, Ernest Ansermet – Symphonie Classique u.a.

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Prokofievs Symphonie Classique ist einer der Dauerbrenner des Klassikbetriebs – es wurde wohl auch kein Schüler einer weiterführenden Schule im Musikunterricht damit verschont. Und das hat seine Gründe: Prokofiev benützt weitgehend den Rahmen einer klassischen Symphonie, um in einem auch recht verkürzten Zeitrahmen eine Fülle sehr eingängiger Melodien unterzubringen, die ganz klar seiner romantischen Tradition entspringen – um es böse auszudrücken: kommerziell durch und durch auf Erfolg gesetzt. Andererseits auch mutig: In der stark heraufdämmernden Moderne, die ja vom Zertrümmern der klassischen Form lebt, so ein Werk ins Repertoire zu setzen, ist mutig gewesen. Der Erfolg gibt ihm Recht – die an Haydns Stil erinnernde Kurzsymphonie ist neben der fünften die einzige, die sich auf Dauer etablieren konnte. Ernest Ansermet dirigiert hier sein Hausorchester, das Orchestre de la Suisse Romande, wie gewohnt mit dem feinen Gespür für die Gratwanderung zwischen Disziplin und Ausgelassenheit, die dem humorvollen Werk sehr zugute kommt. Glinkas Kamaranskaja Fantasie kannte ich bis dato noch nicht – mein Glück, dass sie hier vertreten ist, schon wegen der enorm wuchtig aufgetürmten Orchester-Akkorde, mit denen das Stück eröffnet, erinnernd an das Bedrohliche der „Don Giovanni“-Ouvertüre.

Danach löst sich die Angelegenheit immer wieder sehr temperamentvoll auf – die Streicher haben ein hartes Stück Arbeit zwischen elegischen Melodiebögen und rasanten Läufen. In Sachen Klang ist die gesamte Platte exzellent gelungen: Offen, klar durchhörbar und ungemein dynamisch, lässt die Neupressung der alten Decca-Scheibe von 1961 weder den Wunsch nach modernerer Aufnahmetechnik noch nach dem Original aufkommen. Das Orchester ist in Breite wie Tiefe weit gestaffelt, die enorme Raumakustik wird auch auf der Aufnahme hervorragend eingefangen. Borodins „In den zentralasiatischen Steppen“ kommt etwas weniger technisch versponnen daher, dafür gibt es ein deutliches Plus an Lokalkolorit und exotischer Melodik. Das Stück baut sich um eine wunderschöne zentrale Melodie auf, die durch alle Orchestergruppen gereicht wird – das ist hübsch arrangiert, erinnert mitunter an Filmmusik, bleibt aber immer interessant und unterhaltsam. Die Platte wird von Glinkas Ouvertüre „Ein Leben für den Zaren“ beschlossen, ein sehr eingängiges und temperamentvolles Werk mit Eleganz und natürlich einem bunten Reigen von Melodien aus dem weiteren Verlauf der zu ihrer Zeit recht erfolgreichen Oper.

Fazit

Bekanntes und weniger Bekanntes aus der russischen Romantik und Spätromantik – dabei gibt es hoch interessante Entdeckungen zu machen. Klanglich absolut top! 
Prokofiev, Glinka, Borodin / Orchestre de la Suisse Romande, Ernest Ansermet – Symphonie Classique u.a. (Decca / Speakers Corner)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 07.10.2013, 09:34 Uhr
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