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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart / Interpreten: Martha Argerich, Orchestra Mozart, Claudio Abbado - Piano Concertos K 503 & K 466 (Deutsche Grammophon)


Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart / Interpreten: Martha Argerich, Orchestra Mozart, Claudio Abbado - Piano Concertos K 503 & K 466

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Eigentlich sollte es kein Abschied werden, diese Aufnahme zweier absoluter Großmeister ihres Fachs. Zwei späte Klavierkonzerte Mozarts haben sich Martha Argerich und Claudio Abbado ausgesucht, die tatsächlich im Werk des Komponisten einen Bogen spannen – von heiterer Virtuosität hin zur Vorahnung der Endlichkeit alles Irdischen. Das jetzt aber als geplante Abschiedsvorstellung Claudio Abbados zu deuten, der kurz nach den Aufnahmen verstarb, ist trotz des lange bekannten Krebsleidens des Dirigenten wohl etwas vermessen. Und so bleibt – losgelöst von der Biografie – eine denkwürdige Aufnahme vor Publikum im Rahmen der Luzerner Festspiele. Hört man sich das Konzert losgelöst von den eigenen Kenntnissen an, dann kann man durchaus der Ansicht sein, dass nicht die beiden in Ehren ergrauten Herrschaften auf dem Cover musizieren, sondern die beiden jungen Künstler, die auf einem wohl 40 Jahre alten gemeinsamen Bild auf der Cover-Rückseite etwas skeptisch in die Zukunft blicken. Nun, die gemeinsame Diskografie kann sich sehen lassen, und die vorliegende Aufnahme ist, wenn auch nicht geplant, ein würdiger Abschied. Denn bei aller jugendlicher und frischer Eleganz der Mozart-Konzerte – gerade bei Nummer 25 bricht doch immer wieder der drohende Tod und das Grauen davor unter der vermeintlich makellosen Oberfläche hindurch.

Die Konzerte gehen Argerich natürlich perfekt von der Hand – sie stellt ihre fulminante Kraft, über die sie ohne Zweifel verfügt, in den Dienst einer disziplinierten, intimen Spielweise, die auf eine unerklärliche Art mehr elektrisiert als donnernde Pranken in den Schlachtrössern der romantischen Klavierliteratur. Abbado führt sein Orchester auf eine ähnliche Art und Weise: Souverän, abgeklärt, mit verhaltener Kraft, die sich nur an den absolut richtigen Stellen entfalten darf, sich ansonsten aber ganz in den Dienst des Werks und der Solistin stellt. Diese erlaubt sich nur in den Kadenzen von Friedrich Gulda beziehungsweise Ludwig van Beethovens, ihre Virtuosität in den Mittelpunkt zu rücken. Apropos Gulda: Wer möchte, kann die beiden Konzerte vom Maestro Abbado dirigiert auch in den Interpretationen von Friedrich Gulda und Rudolf Serkin hören – gegen die sich diese Aufnahme absolut hören lassen kann. Die Klangqualität der Live-Aufnahme ist außerordentlich gut, das Orchester sauber gestaffelt. Lediglich an den übergroßen Flügel muss man sich ein bisschen gewöhnen. Saubere Pressung. Der Platte liegt ein MP3-Download-Code bei.

Fazit

Das Spätwerk eines großen Dirigenten, noch einmal auf einmalige Art dirigiert mit einem Orchester und einer Solistin auf der Höhe ihres Könnens
Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart / Interpreten: Martha Argerich, Orchestra Mozart, Claudio Abbado - Piano Concertos K 503 & K 466 (Deutsche Grammophon)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 24.05.2015, 12:01 Uhr
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