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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Komponist: Diverse / Interpret: Wiener Philharmoniker / Dirigent: Rudolf Kempe - Nights in Vienna (HiQ Records, EMI)


Komponist: Diverse / Interpret: Wiener Philharmoniker / Dirigent: Rudolf Kempe - Nights in Vienna

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Komplett gegen den Strich gebürstet erscheint die Besetzung am Pult auf diesem Album. Man mag argumentieren, wie man will – das Hauptmotiv für diese Produktion ist ein kommerzielles gewesen, warum sonst sollte man einen zu seiner Zeit für eine ganz andere Art von Musikinterpretation berühmten Dirigenten an die Spitze eines der renommiertesten Orchester der Welt stellen, um ein paar Walzer aufzunehmen – und dabei noch nicht einmal die bekanntesten? So kann man das Album „Nights in Vienna“ interpretieren, das musikalisch die Stadt Wien und ihr Musikleben feiern will. Die Musikauswahl umfasst Kompositionen von Franz von Suppé („Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“), Richard Heuberger („Der Opernball“), Franz Léhar („Gold und Silber“), Emil von Reznicek („Donna Diana“) und natürlich drei Vertretern der Strauss-Dynastie: Josef Strauss („Sphärenklänge“), Johann Strauss Sohn („Die Fledermaus“) und abschließend Johann Strauß Vater mit dem Radetzkymarsch, der dieses Album genauso mitreißend abschließt wie alljährlich das Neujahrskonzert im Konzertsaal des Wiener Musikvereins, in dem übrigens auch diese Aufnahme in nur drei Tagen im Jahr 1958 eingespielt wurde.

Es hat seinen guten Grund, warum Rudolf Kempe eben diese publikumswirksame Veranstaltung nie geleitet hat: Es war nie so seine Sache, den Stimmungsmacher zu geben – er hat sich lieber intensiv mit Kompositionen auseinander- und mit dem Orchester zusammen dann umgesetzt. Und so können die Texte auf der Cover-Rückseite noch so sehr den angeblichen musikalischen Geist Wiens heraufbeschwören – diese Aufnahme legt den Fokus auf die innere Qualität der einzelnen Kompositionen, aus denen Kempe die Essenz herausarbeitet. Was übrig bleibt, ist kaum überraschend: Vater und Sohn Strauss bestehen als die routiniertesten Komponisten symphonischer Walzer auch gegenüber dem Betrachter, der sich normalerweise mit ganz anderen Kalibern in Sachen Werk auseinandersetzt – hier sitzen die Melodieführung und das Arrangement an jeder Stelle. Auch Suppé und Léhar bestehen vor dem gestrengen Auge des Orchesterleiters, während sich die anderen Kompositionen auf zwei oder drei gute Einfälle beschränken, die mehr oder minder originell umgesetzt wurden und dann auch schnell verflachen. Dass sich doch ein insgesamt rundes Bild ergibt, ist auch der guten Aufnahmequalität und der prachtvollen Akustik des Wiener Musikvereinssaals zu verdanken, die in technischer Perfektion eingefangen wurde. Die Pressqualität des Albums ist einwandfrei.

Fazit

Nicht unbedingt ein Album, das man haben MUSS. Wer aber mal einen etwas anderen, analytischeren Blick auf die Wiener Gassenhauer werfen möchte, der ist bei Rudolf Kempe genau richtig
Komponist: Diverse / Interpret: Wiener Philharmoniker / Dirigent: Rudolf Kempe - Nights in Vienna (HiQ Records, EMI)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 21.03.2014, 11:12 Uhr
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