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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Ennio Morricone/Diverse – Django Unchained Soundtrack (Virgin)


Ennio Morricone/Diverse – Django Unchained Soundtrack

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So schließt sich der Kreis: Meine allererste von eigenem Geld gekaufte Schallplatte war nicht etwa irgendein damals, Anfang/Mitte der 80er- Jahre angesagter Künstler – nein, diese Peinlichkeiten habe ich mir erst später geleistet. Die erste eigene Vinylplatte war der epische Soundtrack des Über-Westerns „Spiel mir das Lied vom Tod“ von niemand Geringerem als dem großen Ennio Morricone. Dessen Musik begleitete in der großen Zeit der Italo-Western alle wichtigen Showdowns, die in quälend langsamen Kamerafahrten und monumentalen Großaufnahmen der Gesichter der Protagonisten auf den einen Moment des Todes und der Erlösung hinarbeiteten, kongenial untermalt von der hochdramatischen Musik Morricones. Wie er zum Ende der über 6 Minuten langen Sequenz auf dem scheinbar absoluten Höhepunkt der musikalischen Spannung noch einmal ein neues Thema einführt, ist nach wie vor einer der unerwartetsten Höhepunkte alles Filmmusikschaffens – wer an dieser Stelle nicht alle Fingernägel durch hat, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Nun, offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der die Kunst von Ennio Morricone zu schätzen weiß: Niemand Geringerer als Quentin Tarantino hat die Musik des Altmeisters immer wieder in seine epischen Dramen um Gewalt und Rache eingebaut.

Ohnehin spielt die Musik bei Tarantino immer einer ganz wichtige Rolle – und manchmal gewinnt diese im neuen filmischen Kontext eine ganz neue Bedeutungsebene. Wer hätte zum Beispiel jemals gedacht, dass der gute alte „Lonely Shepherd“ von James Last und Gheorge Zamfir sich so gut zu inszenierten Gewaltexzessen macht wie in „Kill Bill Vol.1“? Nun, Tarantino hat auch bei „Django Unchained“ selbst seinen Soundtrack zusammengestellt, zum größten Teil aus altbekannten Stücken. Und wie es sich gehört, wenn man 2012 eine Hommage an die großen Italowestern dreht, stammen davon nicht wenige von Ennio Morricone. Etwas überraschend hingegen ist es, dass Morricone eine neue Komposition beigesteuert hat – und das immerhin 45 Jahre nach „Spiel mir das Lied von Tod“. Es handelt sich dabei nicht um ein orchestrales Stück, sondern um einen von Elisa Toffoli charismatisch gesungenen Song – Ennio Morricone hat sich ja noch nie gescheut, auch Populärmusik zu machen. Im Nachhinein liest man aber, dass Morricone seine Musik nicht mehr in Tarantino-Filmen haben möchte, zu unzusammenhängend und willkürlich sei dort die Musik verteilt. Nun, das ist ein Urteil, dem ich mich für dieses Soundtrack zumindest anschließen möchte – den Film kenne ich nicht.

Zusammengeschnipselt aus Stücken unterschiedlicher Genres und Interpreten, durchsetzt von kurzen Filmdialogen, entsteht nicht der Eindruck, ein organisches Werk mit einer ihm innewohnenden Dramaturgie vor sich zu haben. Auf der anderen Seite ist das schon immer Tarantinos Arbeitsweise gewesen – jede Szene ist eine in sich abgeschlossene Miniatur, auf der die nächste Szene aufbaut, die dann wieder ihren eigenen Soundtrack hat. Dennoch – in sich logisch ist der Soundtrack nicht, und ein Crossover aus Westernmusik und Hip-Hop wie in „100 Black Coffins“ braucht die Welt auch nicht unbedingt. Auf der anderen Seite finde ich, dass wir Analogliebhaber froh und stolz sein können, dass inzwischen sogar Filmsoundtracks wieder auf Platte erscheinen – und das durchaus in ansprechender Qualität und Ausstattung. 

Ennio Morricone/Diverse – Django Unchained Soundtrack (Virgin)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 13.08.2013, 10:31 Uhr
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