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Kategorie: Beamer

Vergleichstest: Shoot-out: Full-HD-SXRD-3D-Projektor Sony VPL-HW30 vs. Full-HD-LCD-3D-Projektor Panasonic PT-AT5000E


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Wenn Firmengiganten wie Sony und Panasonic neue Beamer auf den Markt bringen, horchen Heimkinofans auf. Wenn es noch dazu zwei Geräte sind, die sich preislich auf einer Ebene bewegen, jedoch mit unterschiedlichen Techniken arbeiten, steigt die Spannung bei einem direkten Vergleich umso mehr.

Kaum hat die IFA 2011 ihre Tore geschlossen, kämpfen die neuen Beamer mit innovativen und neuen Features um die Gunst von Kunden und Testmagazinen. 3D war in diesem Jahr das größte Thema bei der kommenden Generation von Heimkinoprojektoren, und so ist es kein Wunder, dass auch unsere Testkandidaten diesen Monat mit einer Schaltung für die Wiedergabe dreidimensionaler Bilder aufwarten. Das ist jedoch nur ein Aspekt unter vielen, die den Sony VPL-HW30 und den Panasonic PT-AT5000E zu reizvollen Kontrahenten in der 3.000-Euro-Klasse werden lassen

Projektionstechnik


Grundsätzlich basieren sowohl der VPL-HW30 von Sony als auch der PT-AT5000E von Panasonic auf LCD-Technik, doch nur der Panasonic ist ein lupenreiner LCD-Projektor. Sony setzt auf die eigenen SXRD- Panels. Diese Silicon-X-tal-Reflective-Display-Technologie besitzt zwar nach wie vor Flüssigkristalle, die Licht entsprechend sperren oder durchlassen, um ein Bild zu erzeugen, jedoch werden diese nicht wie bei herkömmlichen LCD-Beamern seitlich angesteuert. Die Spannungsversorgung befindet sich bei den SXRD-Chips auf der Unterseite. Das Panel selbst ist in Sandwichbauweise gefertigt, und Licht aus der Lampe dringt zunächst durch eine Glasschicht, bevor es auf die Flüssigkristalle stößt. Darunter befinden sich die aus Aluminium bestehenden, reflexiven Pixelelektroden, die wiederum rückseitig mit Spannung versorgt werden. Das Licht dringt also nicht durch den Chip hindurch, wie es bei LCD-Beamern der Fall ist, sondern wird von den Pixelelektronen zurückgeworfen. Der Vorteil durch den Wegfall der Spannungssteuerung an der Seite der Bildchips ist somit die Verringerung des Pixelabstands, ergo eine höhere Bildfüllrate an sich. Jeder Bildpunkt kann näher zum anderen rücken, und selbst bei entsprechend großer Leinwandbreite sind Lücken zwischen den Pixeln nicht mehr erkennbar. Deutlich wird dies schon an der Größe der verwendeten Chips. Während Panasonic die neuen D9-Panels von Epson verwendet, die eine Größe von 0,74 Zoll haben, beträgt die Diagonale der SXRD-Chips von Sony lediglich 0,61 Zoll. Im Klartext bedeutet dies, dass sich die 2.073.600 Bildpunkte der Full-HD-Auflösung beim Panasonic auf einem Chip mit einer Diagonale von 1,88 cm tummeln, während sie auf dem Sony-Chip auf 1,55 cm Diagonale enger zusammenrücken. Um der Gefahr von sichtbaren Pixelabständen zu begegnen, nutzt Panasonic die sogenannte Smooth Screen Technology, bei der ein spezielles Flüssigkristall zum Einsatz kommt, welches Licht doppelt bricht und so Bildinformation scheinbar näher zusammenbringt. Auf dem Papier führt Sony technologisch dennoch mit 1:0.

Anschlüsse und Ausstattung


Um 3D überhaupt detailgetreu wiedergeben zu können, wird von den erzeugenden Bildpanels vor allem eins gefordert: Geschwindigkeit. Denn um per aktiver Shutterbrille für jedes Auge genug flackerfreie Information darstellen zu können, muss dieses mindestens mit einer Verdoppelung jedes Bildes beliefert werden. Maximal wäre dies bei einer Frequenz von 1080p/60 Hz also eine Geschwindigkeit von viermal (zweimal für jedes Auge) 60 Hz = 240 Hz. Die SXRD-Chips sind bereits schnell genug, um 3D selbst in 1080p/60 darstellen zu können. Dachte man bis zum letzten Jahr noch, dass LCD diesen Speed nicht würde erreichen können, hat Epson nun mit den D9-Panels nachgelegt, und Panasonic setzt sie im PT-AT5000E ein. Allerdings gab man sich mit 240 Hz nicht zufrieden, sondern gibt an, dass mit 480 Hz, also der doppelten Frequenz, getaktet wird. Dahinter steckt nichts anderes als ein kleiner Trick: Bei der Darstellung von 3D-Bildern senden die Panels keine Voll-, sondern Halbbilder an die Shutterbrille. Halbbilder? Moment, da war doch mal etwas zu Zeiten von Röhrenfernsehern. Wurden da nicht Zeilen in Halbbildern geschrieben? Richtig. Allerdings werden die nun nacheinander dargestellten geraden und ungeraden Zeilen eben nicht langsam geschrieben, sondern stehen aufgrund der hohen Taktung wie ein progressiv dargestelltes Vollbild sofort und ohne für das Auge unangenehme Interlace-Artefakte oder Treppenstufen. Bild 1 steht dann bei 1080p/60 Hz auf jedem Auge jeweils zweimal mit dem Inhalt der ungeraden und zweimal mit dem Inhalt der geraden Zeile. Insgesamt werden also acht Einzelbilder über die Shutterbrille an beide Augen weitergegeben, was bei 60 Hz-3D den beschriebenen 480 Hz entspricht. Das Ergebnis dieses Tricks: Mehr Helligkeitsausbeute aufgrund der geringeren Schwarz-Zeit beim Bildwechsel durch die aktive Shutterbrille. Gleichzeitig reduziert sich auch die Gefahr von Crosstalk/Geisterbildern bei 3D, da ein Übersprechen zweier unterschiedlicher Bilder ebenfalls unwahrscheinlicher wird. Kann dieser 480-Hz-Trick die 240 Hz des Sony abhängen? Unser Test wird es klären. Lichtquelle ist in beiden Projektoren eine 200-Watt-UHP-Lampe, die im Panasonic laut Hersteller maximal 2000 ANSI-Lumen liefern soll. Sony gibt seinen HW30 etwas konservativer an und verspricht 1300 ANSILumen. Mithilfe der automatischen Iristechniken bei beiden Geräten soll der PT-AT5000E 300.000:1 Maximalkontrast bieten, wohingegen sich Sony beim HW30 wiederum etwas zurückhält und diesen mit 70.000:1 angibt. Auch hier werden unsere Messergebnisse Aufschluss darüber geben, ob und wie weit die beiden auseinanderliegen. Bei Anschlüssen und Optik spielt der PT-AT5000E seine Vorzüge voll aus: Ausgestattet mit einem 2-fach-Zoomobjektiv sowie mit elektrischer Fokus- und Zoomverstellung, bietet er zudem ein manuelles Lens-Shift, das eine Verstellung von +/- 100 % in der Vertikalen und +/- 26 % in der Horizontalen erlaubt. Das i-Tüpfelchen ist die schon aus den Vorgängern bekannte Bildformatspeicherung, mit der man auf Knopfdruck beispielsweise zwischen 16:9- und 21:9-Darstellung springen kann, ohne jedes Mal lange zoomen und fokussieren zu müssen. Beim Sony muss man sich mit einer vollständig manuellen Optik bescheiden, die bei gleicher Lens-Shift-Reichweite in der Horizontalen mit +/- 65 % in der Vertikalen und einem geringeren Zoomfaktor von 1,6 auch nicht ganz den Umfang bietet wie die des Panasonic. Eine Bildformatspeicherung gibt es erst gar nicht. Weitere Unterschiede finden sich bei den Anschlüssen. Hier bietet der PT-AT5000E gleich drei HDMI-Inputs, während der VPL-HW30 deren zwei liefert. Ob man mit der seitlichen Anordnung der Anschlüsse beim Sony oder mit der auf der Rückseite des Panasonic besser zurechtkommt, dürfte Geschmackssache sein. Auf der Softwareseite bieten Panasonic und Sony gleichermaßen ein System zur Zwischenbildberechnung und somit für eine flüssigere Bilddarstellung. Alleinstellungsmerkmal beim Sony ist seine dynamische Lampensteuerung, die im 3D-Betrieb die Helligkeit boostet, sobald sich einer der Shutter der 3D-Brille öffnet. Dies geschieht so schnell, dass es für das Auge nicht als Bildpumpen wahrgenommen wird, und soll für mehr Helligkeit sorgen. Ebenso liefert der VPL-HW30 eine Panelausrichtung, mit der etwaige Konvergenzprobleme beseitigt werden können. Panasonic kontert diese Features mit einer 2D-auf-3D-Konvertierung, also einer Umwandlung von zweidimensionalem Inhalt in dreidimensionale Bilder, sowie mit dem bereits bekannten Waveform-Monitor zur Kalibrierung des Beamers. Dieser wurde um einen 3D-Viewing-Monitor erweitert, der genau anzeigt, ob der stereoskopische Effekt sich im vom 3D-Konsortium festgelegten Bereich befindet. Über Menüs kann der 3D-Effekt zudem angepasst und Bilder für das rechte und linke Auge können gleichzeitig dargestellt werden, um separat Farbe, Kontrast und Helligkeit anzupassen. Dieses Kapitel geht an den Panasonic und er gleicht zum 1:1 aus. 

Setup und Messwerte


Sonys HW30 zeigt sich als genügsamer Beamer, der ausgehend vom Modus „Kino 1“ nur wenig Korrektur nötig hat, um sich akkurat zu zeigen. Wir verändern den voreingestellten Farbraum „Wide 1“ auf „Normal“, um die leichte Erweiterung zu beseitigen, und per Gain-Offset- Kalibrierung zeigt sich der Graustufenverlauf schnell mustergültig. Im Betrieb mit der Blende auf Stufe „1“ und im niedrigen Lampenmodus erreicht der Sony mit einem Schwarzwert von 0,01 und einem Weißwert von 500 Lumen einen hervorragenden Maximalkontrast von 50.000:1. Auch der ANSI-Kontrast liegt mit 425:1 sehr gut. Beim Panasonic offenbart sich ein ähnliches Bild wie bei seinen Vorgängern: Je nach Bildmodus zeigt sich der native Farbraum oder schieben sich Filter ins Bild. Hier kann der Besitzer individuell an seine Bedürfnisse anpassen. Jedoch nicht, ohne eine entsprechende Kalibrierung vorzunehmen, da etwa der Farbraum „Cinema 1“ stark erweitert ist. Neu hinzugekommen ist das Preset „Rec709“, das eine möglichst normgerechte Darstellung ermöglichen soll. Und tatsächlich: Sowohl Farbraum als auch Graustufendarstellung treffen hier am besten den Punkt. Allerdings nötigen der hier zum Einsatz kommende Filter und die interne Abstimmung dem Beamer einiges an Helligkeit ab, so dass am Ende im Eco-Modus der Lampe bei einem Schwarzwert von 0,04 Lumen nur noch 320 Lumen zur Verfügung stehen – das ideale Preset für gut abgedunkelte Heimkinoräume mit mittelgroßer Leinwand. Entscheidet man sich für einen Kompromiss, wählt man den Modus „Normal“. Hier ist der Farbraum nur dezent erweitert, dafür die Helligkeitsausbeute besser. Im kalibrierten Zustand stehen gut 620 Lumen im Eco-Betrieb zur Verfügung. Allerdings ist die Blende nicht aggressiv programmiert, und so bleibt der Schwarzwert mit 0,1 Lumen relativ durchschnittlich. Wer es kontrastintensiver möchte, nimmt „Cinema 1“ und erhält aufgrund der stärker ansprechenden dynamischen Blende einen Schwarzwert von 0,02 bei 370/600 für Weiß (Eco/Normal) und somit einen Maximalkontrast von 18500 bzw. 30000:1 im normalen Lampenmodus. Allerdings ist hier eine Farbraumkalibrierung definitiv angebracht. In Sachen ANSI-Kontrast kann der Panasonic den Sony mit 516:1 etwas abhängen. Leider fällt es schwer, den PT-AT5000 im „Normal“-Modus perfekt auf Neutralität zu trimmen. Ein roter Ausrutscher bei mittleren Helligkeiten ist ihm nicht abzugewöhnen. Wer zur Korrektur dieses Buckels die neunstufige und in allen drei Grundfarben justierbare Gammakurve nutzen möchte, sollte sich zudem damit abfinden, dass sich die Bereiche gegenseitig beeinflussen und selbst eine nachträgliche Steigerung oder Absenkung des regulären Kontrastreglers bereits wieder eine Farbverfälschung zur Folge hat – hier sollte die Software noch mal überarbeitet werden. Zwar bietet der Panasonic deutlich umfangreichere Einstellmöglichkeiten, jedoch macht es die Software unnötig schwer, diese perfekt aufeinander abzustimmen. Hier punktet der Sony mit Übersicht und Unkompliziertheit: 2:1 für den HW30.

2D-Bildqualität


Im direkten Vergleich der beiden Beamer überzeugt der Sony mit dem etwas schärferen und plastischeren Bild, während der Panasonic mit lebhafteren Farben auftrumpft. Die höhere Auflösung und Bildtiefe dürfte dem SXRD-Panel des Sony geschuldet sein, das auch Farben besser voneinander zu trennen vermag. Mit Material in Standard-DVD-Auflösung haben beide keinerlei Probleme – sie skalieren sauber und artefaktfrei hoch. Während der Panasonic bei dunklen Szenen aufgrund seiner schneller arbeitenden Irisblende schneller Details zu zeigen imstande ist, fällt dort allerdings auch auf, dass er leichte Lichteinstreuungen von den Ecken zu verschmerzen hat. Insgesamt ein knappes Kopf-an-Kopf- Rennen mit leichter Tendenz für den HW30: 3:1 für Sony.

Zwischenbildberechnung


Hier beließ es Panasonic nicht bei der bekannten NXP-Variante aus dem PT-AE4000, sondern setzte den neuen Chip aus gleichem Hause ein. Während der PT-AT5000 drei Stufen anbietet, liefert der Sony nur zwei. Dementsprechend ist der HW30 auf Stufe „niedrig“ schon ruhiger, aber auch etwas künstlicher im Look. Stufe „1“ beim Panasonic bedeutet eine Bildruhe-Steigerung bei zugleich filmischem Look. Stufe „3“ beim PT-AT5000 ist dann ähnlich wie der Modus „hoch“ beim Sony. Das Bild bleibt selbst in schwierigen Schwenks absolut stabil, feine vertikale Details werden jedoch oft weggerechnet und verschwinden. Dazu gesellt sich bei beiden ein artifizieller Videolook. Stufe „2“ beim Panasonic erscheint als guter Kompromiss zwischen Bildruhe und Filmlook. Aufgrund der größeren Auswahl und der besseren Programmierung sowie wegen des filmischeren Eindrucks schafft der Panasonic hier den Anschluss: nur noch 3:2 für den HW30.

3D-Bildqualität


Die Spannung steigt: Wie schlagen sich die beiden Konkurrenten im 3D-Betrieb? Hier fällt die Antwort eindeutig und prägnanter aus als bei den anderen Kapiteln: Der Panasonic ist auf Anhieb der sichtbar bessere 3D-Projektor. Warum? Seine höhere Schaltfrequenz, die sich des Tricks der Zerlegung in Halbbilder bedient, zeigt ein derart ruhiges und flackerfreies 3D-Bild, wie wir es bisher nur von der Polarisationstechnik und nicht von aktiven Shutterbrillen gewohnt waren. Durch die hohe Geschwindigkeit fällt zudem nicht auf, dass die Auflösung für kurze Zeit nicht vollständig ist. Selten waren wir von den dreidimensionalen Bildern bei „Legende der Wächter“ so fasziniert. Dazu kommt, dass Geisterbilder kaum zu sehen sind, und sollte dies doch einmal der Fall sein, lassen sie sich über den 3D-Monitor in den Griff bekommen. Der Monitor zeigt in Echtzeit die Intensität des 3D-Effekts an und bietet die Möglichkeit, diesen per Steuerkreuz zu intensivieren oder zu verringern – sensationell! Hier hat der Sony, dessen 3D-Eindruck zwar sehr gut ist, der aber sichtbar mit dem Flackern der Shutterbrille zu kämpfen hat und außerdem einen externen Infrarotsender zwingend erfordert, das Nachsehen. Letzteren gibt es für den Panasonic zwar auch, jedoch reichte der integrierte Sender in unserem dunklen Messraum auf einer zwei Meter breiten Leinwand vollkommen aus.

Zu guter Letzt bietet der PT-AT5000 eine 2D-3D-Konvertierung. Im direkten Vergleich zwischen der 2D- und der 3D-Variante von „Legende der Wächter“ sind wir überrascht: erstaunlich, wie homogen und natürlich die Berechnung funktioniert. Der Tiefeneindruck ist zwar nicht ganz so prägnant, aber lieber etwas weniger Dreidimensionalität als zu viele Doppelbilder bei übertriebener Gangart. Zusätzlich lässt sich der Effekt in fünf Stufen individuell regeln. Beide Beamer sind im 3D-Modus im Übrigen ähnlich hell – hinter der Brille gemessen unterschieden sich die Werte nur um ein bis zwei cd/m2 – und ihr Lichtstrom reicht für Leinwandbreiten von zwei Metern subjektiv vollkommen aus. Weil der PT-AT5000 im 3D-Betrieb deutlich mehr Einstellmöglichkeiten und sogar kalibrierbare Bereiche mit Speicher sowie eine hervorragend funktionierende 2D-3D-Konvertierung bietet, geht dieses Kapitel deutlich an den Panasonic – Gleichstand: 3:3.

Timo Wolters
Autor Timo Wolters
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Datum 05.12.2011, 14:01 Uhr
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