Kategorie: Fernseher

Einzeltest: LG OLED 77C9PLA


OLED-Gigant auf dem TV-Prüfstand

Fernseher LG OLED 77C9PLA im Test, Bild 1
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Der Trend zum TV-Megabild in Leinwandgröße ist ungebrochen, immer mehr neu gekaufte Fernseher haben mehr als 1,6 m Bild diagonale. Diesmal haben wir den 2-Meter-Riesen OLED 77C9PLA von LG für Sie getestet.

Kaum ist der 77-Zoll-OLED von LG in unserem TV-Labor installiert, schauen die ersten Kollegen herein und staunen, wie klein auf einmal die 140-cm-Klasse (55 Zoll) daneben wirkt. Die optische Wirkung von einem rund 170 cm breiten und 1 m hohen Bild ist richtig imposant, das geht schon sehr in Richtung Leinwandgröße. Doch hält die Bildqualität, was das Datenblatt verspricht? Und wie ist der Sound?


Erstklassige Verbindungen

Zu den digitalen Anschlussmöglichkeiten des OLED-Fernsehers von LG zählen vier Ultra-HD-fähige HDMI-Eingänge, die sogar HDMI-2.1-Eigenschaften mitbringen. So werden Ultra- HD-Videos mit HDR, High Frame Rate (HFR) und 10 Bit Farbauflösung unterstützt. Gamer dürfen sich über die variable Anpassung der Bildfrequenz (VRR, Variable Refresh Rate) und den Auto-Low-Latency-Modus (ALLM) freuen, der mit HDMI- 2.1-Technik die Reaktionszeit beim Zocken optimiert. Wer eine Heimkino-Anlage oder Soundbar über HDMI anschließen möchte, findet beim Anschluss HDMI 2 den dazu passenden Audio-Rückkanal ARC.

Fernseher LG OLED 77C9PLA im Test, Bild 2Fernseher LG OLED 77C9PLA im Test, Bild 3Fernseher LG OLED 77C9PLA im Test, Bild 4Fernseher LG OLED 77C9PLA im Test, Bild 5
Bluetooth ist für die Verbindung zu einem drahtlosen Kopfhörer mit Unterstützung des klanglich hochwertigen AptX-Standards an Bord. Lobenswert finde ich, dass man den Fernsehton bei Bedarf gleichzeitig über die eingebauten Lautsprecher und einen Kopfhörer wiedergeben kann. Für die drahtlose (Video-)Übertragung von einem Handy oder Tablet aus unterstützt der LG-TV Screen Mirroring bzw. Miracast. Selbstverständlich hat der LG TV-Tuner für Kabel, Satellit und Antenne (DVB-T2 HD), wobei verschlüsselte Sender über die CI-Plus-Schnittstelle decodiert werden können. Da die TV-Eingänge als Twintuner eingebaut sind, kann man auch dann weiterzappen, wenn gerade eine Sendung per USB-Recording aufgezeichnet wird. Zum Aufzeichnen von TV-Sendungen und zur Wiedergabe von Fotos, Videos oder Musik gibt es insgesamt drei USB-Schnittstellen am OLED 77C9. Zudem ermöglicht die Funktion Multi-View, zwei Bilder (etwa ein TV-Programm und eine HDMI-Quelle) auf dem Bildschirm nebeneinander darzustellen.


Smart und vernetzt

Bevor wir auf vernetzte Smart-TV-Funktionen zu sprechen kommen, gibt es jetzt erst mal ein Lob für die Fernbedienung. Die „Magic Remote“ von LG vereinigt Tasten und Bewegungssteuerung zu einem Gesamtpaket, das sich sehr gut intuitiv nutzen lässt. Ein besonders cleveres Feature ist meines Erachtens, dass die Zifferntasten 1 bis 8 mit je einer Zweitfunktion belegt werden können. Die Zweitfunktion kann z.B. eine App oder ein Lieblingssender sein, sie wird ausgeführt, sobald die entsprechende Ziffer zwei Sekunden lang gedrückt wird. Ein weiterer Tipp ist die Optionstaste, die unscheinbar mit „...“ gekennzeichnet ist. Diese Taste bietet verschiedene hilfreiche Menüs an, die zur jeweils laufenden TV-Funktion passen (ähnlich wie ein Klick auf die rechte Taste der PC-Maus). So kann man zusätzlich Infos wie die tatsächlich übertragene Auflösung bei Netflix abrufen oder auf Multi-View-Betrieb umschalten. Gemausert hat sich die Spracheingabe, die auf Knopfdruck mit der Fernbedienung funktioniert, nachdem man den Nutzungsbedingungen zugestimmt hat. Die gesprochenen Worte werden mit sehr hoher Zuverlässigkeit sinnvoll erkannt. Die sprachgesteuerte Suche funktioniert nicht nur für Streaming-Inhalte wie Youtube, sondern auch für Sendungen im Live-TV. Die Frage „Wann läuft der SWR-Tatort?“ führte im Test zu einer Programmliste, bei der man sogar eine Erinnerung für eine bestimmte Ausstrahlung aktiveren konnte. Treffer aus den HbbTV-Mediatheken fehlten jedoch. Wie bei den hochwertigen LG-Fernsehern üblich, glänzt das Smart-TVSystem „Web OS“ mit einer flotten Performance, nachdem die Apps auf den neuesten Stand aktualisiert sind. Ein weiteres interessantes Feature ist das „Haus Dashboard“. Alle am Fernseher angeschlossenen oder mit dem TV über das Netzwerk verbundenen Geräte erscheinen im „Haus Dashboard“, über welches man auf die Geräte zugreifen kann. Dazu gehören jetzt schon auf das Smartphone (mit der Smart ThinQ-App von LG) oder ein Medienspeicher. In Zukunft soll sich über das Dashboard auch ein Blick in den vernetzten Kühlschrank werfen oder die Waschmaschine kontrollieren lassen. Hinzu kommt, dass der smarte Fernseher mit Google Home, Amazons Alexa und Apple Airplay 2 kompatibel ist.

Bildtechnik

Grundlage der Bildqualität beim OLED 77C9PLA ist – wie der Name schon sagt – die OLED-Technik mit ihren bekannten Pluspunkten: Absolut tiefes Schwarz, punktgenaue Farbgebung, da jeder Bildpunkt selbstständig leuchtet, und ein sagenhaft breiter Betrachtungswinkel. Zum Glück hat der 2-m-TV einen Kontrastfilter, der nur wenig Licht reflektiert. Solange es nur mäßig hell im Raum ist (was wir ohnehin empfehlen), ist man vor störenden Spiegelungen folglich ziemlich sicher. Für die Aufbereitung und makellose Wiedergabe der eintreffenden Bildsignale ist der leistungsstarke Prozessor „Alpha 9 Gen. 2“ zuständig. Er kann bis zu 120 Bilder pro Sekunde in 4K-Auflösung verarbeiten und verfügt über eine vierstufige Rauschreduktion. Bei der Entwicklung seiner Upscaling-Technik setzt LG auf künstliche Intelligenz (AI), damit die Fernseher Bildstrukturen immer zuverlässiger erkennen und von Rauschen oder Griseln zu unterscheiden können. Der kinotaugliche Großbildfernseher hat 10 Bildmodi zur Auswahl, von denen der Sparmodus (Eco) die werkseitige Standardeinstellung für ein gutes Bild bei möglichst niedrigem Energiebedarf ist. Unsere Empfehlung für alle Heimkinofans, die auf originalgetreuen Filmgenuss Wert legen, ist der Modus „Kino“.


Bildqualität

Doch nun genug der technischen Theorie, was zeichnet die Bildqualität des LG in der Praxis aus? Der OLED-Gigant macht schon ab Werk bei jeder guten Bildquelle einen erstklassigen Eindruck, mit hoher Schärfe und tollen Farben, und im Kinomodus wird das Bild noch feiner und natürlicher. Beim TV-Betrieb über Satellit oder Kabel mit HDTV-Sendern, die in den Übertragungsverfahren 720p und 1080i senden, bringt der OLED-Gigant ein sauber hochskaliertes Bild, das im Bildmodus Kino ein wenig weich, aber dafür umso natürlicher wirkt. Um die Fernsehbilder vollständig (also ohne Beschnitt an den Rändern) zu sehen, ist es nötig, im Bildmenü die Funktion „Just scan“ auf „Ein“ zu stellen. Bei UHD-TV ist das nicht erforderlich, denn der LG läuft zur TV-Hochform auf, wenn es um die Wiedergabe von 4K-Sendern per Satellit geht. Hier gibt es feinste Details in pixelgenauer Darstellung. Als Heimkino-Monitor für Streaming und Blu-ray-Discs eignet sich der OLED 77C9PLA mit dem Bildmodus Kino, ohne dass weitere Korrekturen zwingend erforderlich wären. Filmausschnitte aus „James Bond – Casino Royale“ zeigte der OLED mit harmonisch wirkenden, cineastisch warmen Farben. Die sehr hohe Farbtreue in der Blu-ray- Wiedergabe bestätigen übrigens auch unsere Labormessungen. Viele Filmfans lieben den Look von 24 Bildern pro Sekunde, bei denen die Dinge im Bildhintergrund von Schwenks wie im echten Kino „stottern“. Wer die Schwenks und Bewegungen flüssig sehen möchte, kann die Tru-Motion-Funktion „Entruckeln“ bei Bedarf gut manuell dosieren.

HDR erster Güte

Die Eigenschaft, jeden einzelnen Bildpunkt bis zum allertiefsten Schwarz dimmen zu können, und sein umfangreiches Farbmanagement machen den OLED von LG zu einem wirklich erstklassigen HDR-Monitor im Heimkino, dem eine enorme Bilddynamik zur Verfügung steht. Auch dann, wenn die OLED-Helligkeit bei großflächig hellen Szenen aus technischen Gründen gedrosselt wird, bleibt das Bild beeindruckend. Von den gängigen HDR-Verfahren unterstützt der LG HDR10, Dolby Vision und HLG. Eine Besonderheit ist hierbei, dass es bei LG mehr als zwei Dolby-Vision-Bildmodi gibt. Außerdem beherrscht der 77C9PLA noch den Technicolor-HDR-Modus, der allerdings hierzulande keine praktische Relevanz hat. Die ersten Szenen aus „Mad Max – Fury Road“ beeindrucken mit satten Feuerbällen, in denen noch eine gewisse Feinzeichnung zu erkennen ist, brillanten Lichtreflexen und sehr guter Detailauflösung, die den bisweilen körnigen Look ohne Übertreibung auf den Schirm bringt. HDR mit Dolby Vision haben wir uns bei Netflix, unter anderem in Episoden aus „Star Trek Discovery“ angeschaut. Saubere, helle Spitzlichter, ausgewogene Farben und ein samtiges Schwarz in den Tiefen des Weltalls bestätigten die hohe Bildqualität.


Ton

Zur Ausstattung mit Dolby Vision als Bildtechnik gehört Dolby Atmos im Bereich des Tons. Dolby Atmos muss bei TV-Geräten keinen Schall an die Zimmerdecke projizieren (dafür gibt es entsprechende Surroundsysteme zu kaufen). Beim OLED 77C9PLA sind alle TV-Lautsprecher nach unten gerichtet, der Standfuß funktioniert als Schallreflektor und sorgt so dafür, dass bei Tischmontage der Schall nach vorn zum Publikum abgestrahlt wird. Im Praxistest funktioniert das mit einem recht guten Klangbild, das sogar ein gewisses Bassfundament hat.

Fazit

Der OLED 77C9 PLA besticht durch seine beeindruckend große und großartige Bildqualität sowie seine umfangreiche, leicht und intuitiv benutzbare Smart-TV-Ausstattung. Filmfans finden in diesem OLED-Giganten die richtige Ausstattung für ein gemütliches Wohnraumkino, das auch für gelegentliches Gaming bestens gerüstet ist.

Preis: um 8000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Fernseher

LG OLED 77C9PLA

Referenzklasse

5.0 von 5 Sternen

10/2019 - Herbert Bisges

 
Bewertung 
Bild 40% :
Ausleuchtung 4%

Farbtreue (HDMI) 8%

Kontrastumfang (HDMI) 8%

Bewegtes Bild (HDMI) 7%

Gesamteindruck 8%

Bild DVB-Tuner 5%

Ton 5% :
Ton 5%

Ausstattung 30% :
Hardware 15%

Software 15%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Bedienung 20% :
Fernbedienung 5%

Recording 5%

Menü Smart TV 5%

Menü Fernsehen 5%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie UHD-TV (OLED) 
Vertrieb LG, Eschborn 
Telefon 01806 115411 
Internet www.lg.de 
Messergebnisse
Maße mit Fuß (BxHxT, in mm) 1722/1047/253 
Gewicht in kg 36.5 
Schwarzwert (cd/m2) 0.004 
ANSI-Kontrast 47.700:1 
Farbtemperatur in Kelvin (Filmmodus) um 6500 
Stromverbrauch Betrieb/Standby in W 178/0,4 
EU Energielabel
Ausstattung
Bilddiagonale in Zoll / cm / Auflösung 77/196/3840 x 2160 
Bildfrequenz 100 
Dimming: Global / Zonen / Pixel Nein / Nein / Ja 
Tuner: DVB-T2 / -C / -S/S2 / -IP / HEVC 2/2/2/0/ Ja 
CI+-Schnittstelle
Bild im Bild / mit Twin-Tunern Ja / Ja 
HDR: HDR10 / HDR10+ / HLG / Dolby Ja / Nein / Ja /• 
HDMI / Scart / Cinch-AV 4/0/0 
HDMI: CEC / ARC •/1 
Audio-out: analog / opt. / koax /ARC 1/1/0/1 
Kopfhöreranschluss / separat einstellbar 1/ Ja 
Bluetooth: Zubehör / Audio Ja / Ja 
Cardreader / LAN / WLAN 0/ Ja /• 
USB: 2.0 / 3.0 / Player / Rekorder 3/0/ Ja / Ja 
EPG / Senderliste / Favoritenlisten Ja / Ja /• 
Online-EPG / Multiroom: Server / Client Nein / Nein / Ja 
Internet: Portal / Browser / HbbTV •/•/• 
Smart-TV-System WebOS 4.5 
Bildeinstellung pro Eingang Ja 
Weißabgleich / Farbkalibrierung Ja / Ja 
Raumlichtsensor Ja 
Fernbedienung beleuchtet / Funk / NFC Nein / Ja / Nein 
Sprach- / Bewegungssteuerung Ja / Ja 
Sonstiges VRR und ALLM für Gaming 
Preis/Leistung sehr gut 
+ + Bildqualität erster Güte 
+ + guter Ton 
+/- + anwenderfreundlicher Smart-TV 
Klasse Referenzklasse 
Testurteil überragend 
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Herbert Bisges
Autor Herbert Bisges
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Datum 07.10.2019, 10:02 Uhr
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