Kategorie: In-Car Endstufe Mono

Einzeltest: Kenwood KAC-X1D + KAC-X4


Japanische Takte

Car-HiFi Endstufe Mono Kenwood KAC-X1D + KAC-X4 im Test, Bild 1
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Kleine Schaltverstärker gehören zum Car-HiFi der letzten Zeit einfach dazu. Im Laufe der letzten Jahre wurden diese Miniverstärker ja auch immer besser, sind also keine Notlösung mehr. Von Kenwood gibt es jetzt ganz besonders kleine Problemlöser, die auch ganz besonderes Augenmerk verdienen.

Viel kleiner als die beiden Modelle aus Japan geht es nun bald nicht mehr. Sollte man noch irgendwelche Ansprüche an die Ausgangsleistung haben, kommt man um ein vernünftiges Netzteil nicht mehr herum und das braucht nun mal Platz, selbst wenn die eigentliche Verstärkerschaltung extrem kompakt gehalten wird. Aber fangen wir vorne an: Es tut sehr gut, dass sich ein Headunit-Spezialist wie Kenwood auch um die Peripherie kümmert. Und zwar richtig, denn die beiden Schätzchen, die ich hier vor mir liegen habe sind ganz gewissenhaft entwickelte, technologisch ganz fortschrittliche Zeitgenossen.

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Die Größe verrät es: Es handelt sich um Class-D-Verstärker. Der Vorteil von Verstärkern dieser Art ist, dass sie extrem effizient sind, also bei kompakten Maßen ordentliche Leistungswerte liefern und dabei nicht dem Verglühen nahe sind. Somit passen sie auch hinter eine Verkleidung oder unter den Sitz und man muss auch keine Angst haben, wenn ringsrum nicht viel Luft ist. Im Bassbereich werden solche Verstärker ja heutzutage schon standesgemäß eingesetzt, die Fullrange-Versionen sind nach wie vor nicht gerade die Regel, sind aber im Vormarsch. Die kleinen Schaltverstärker für die Inaugenscheinname der Platine auseinanderzunehmen war nicht gerade einfach, hat sich aber definitv gelohnt. In der heutigen Zeit tut es jedenfalls immer wieder gut, etwas zu sehen, das völlig eigenständig und offensichtlich mit viel Hirnschmalz entwickelt wurde. Damit genug Platz für so wichtige Sachen wie Netzteil und Ausgangsfilterung war, baute man auf SMD-Bestückung für alles, was sonst noch mit Signalverarbeitung zu tun hat. So etwas ist nicht gerade Stangenware und verdient deshalb meinen nach oben gestreckten Daumen. Die Vierkanalvariante beherrscht sogar den Vollaktivbetrieb. Die Filter reichen bis 10 kHz, ein Multiplikatorschalter sorgt dafür, dass man die Frequenz besser trifft. Ich habe mich auch sehr darüber gefreut, dass sich jemand Gedanken über die Beschriftung der Regler gemacht hat, damit das noch einfacher von der Hand geht. Das sind nur kleine Details, aber alles Dinge, die ich mir schon öfter mal von Endstufen gewünscht hätte. Auch die Monoendstufe hält derartige Sachen bereit. Beispielsweise kann man sich aussuchen, ob die Line-outs gefiltert oder ungefiltert herausgegeben werden. Das sind alles Dinge, die mich zu einer Aussage bewegen: Auch wenn sich ein Hersteller wie Kenwood lange Zeit nicht in Sachen Endstufen hervorgetan hat: Diese beiden Verstärker sprühen nur so von Durchdachtheit und technischer Raffinesse. Wir sind noch gar nicht bei den wichtigen Dingen wie Messungen und Klang, aber ein großes Lob gibt es jetzt schon von mir. Zumal ich die weiteren Ergebnisse ja schon kenne ...

Labor

Und die sind nicht von schlechten Eltern! Die Miniamps feuern auch noch richtig viel Leistung aus den Kanälen! Die KAC-X4D schafft es tatsächlich, viermal 148 Watt herauszugeben. Und das bei geringen Klirrwerten, Rauscharmut und trotz des Schaltungsprinzips ordentlichen Dämpfungsfaktoren. Ihre Monoschwester überrascht ebenso: Das halbe Kilowatt steht auf dem Bildschirm unseres Messrechners und sorgt dafür, dass ich ungläubig draufstarre. Klar, kleine Verstärkerchen mit recht vernünftigen Werten gibt es bereits, aber so viel hätte ich nicht erwartet. Mit diesen beiden Jungs kann man ein komplettes Musiksystem mit Subwoofer und aktivem Frontsystem aufbauen und weniger Platz einplanen als das aufgeschlagene Heft, das sie gerade lesen.

Sound

Natürlich erwarten Sie jetzt, dass ich voller Überraschung sage: „Wow! Ich hätte nicht erwartet, dass diese kleinen Dinger so viel leisten.“ Und wissen Sie was: Genau das tue ich auch! Und nicht, weil ich etwa von Pegelreserven trotz der Größe beeinruckt bin sondern von der Musikalität der beiden, insbesondere der KAC-X4D. Das ist mal wieder ein guter Zeitpunkt, Vorurteile beiseite zu räumen, denn sie spielt nicht kühl, charakterlos oder schlaff, wie man es vielen „Digitalendstufen“ nachsagt. Sie macht ihre Arbeit zackig, straff, mit einer schönen Bühne und hervorragender Kontrolle. Ich habe so ziemlich alles ausprobiert, was ich in meiner CD-Sammlung hatte und war immer begeistert von dem, was ich da vernehmen durfte. Frank Zappa, den ich in letzter Zeit des Öfteren aus dem Regal hole, stand jedenfalls vor mir. Klar, unverfälscht, stimmig, echt. Ich war begeistert. Soll noch mal einer sagen, Class-D-Verstäker hätten keinen Charakter. Die X1D überrascht auf ähnliche Weise: So viel Kontrolle und Spielfreude muss man erst mal einer großen Endstufe entlocken, sie macht das in einem Minikästchen. Und somit ist nicht nur die physikalische Größe ein Vorzug, den beide haben, sondern auch ihre Fähigkeit, ganz Großes zu leisten.

Fazit

Sie suchen nach kompakten und klangstarken Endstufen und sind bisher nicht auf die Idee gekommen, bei Kenwood zu suchen? Großer Fehler, diese beiden Verstärker sind ganz ernst zu nehmende Kandidaten für Problemlösungen der platzsparenden Art! Ganz große Vorstellung!

Preis: um 500 Euro

In-Car Endstufe Mono

Kenwood KAC-X1D + KAC-X4

Spitzenklasse


08/2009 - Christian Rechenbach

 
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Autor Christian Rechenbach
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