Kategorie: In-Car sonstiges

Einzeltest: JL Audio FiX-82


Problemlöser

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JL Audio kommt mit einem neuartigen Gerät nach Europa, das auf den Namen FiX hört. Nach dem Motto „Let´s fix it“ will das Kästchen aus jedem Werks- Soundpaket ein glattes Stereosignal generieren – auch in problematischen Fällen mit werksseitiger Laufzeitkorrektur.

JL Audio war einer der ersten Hersteller, der sich auf einer ernsthaften Ebene mit dem Thema OEM-Integration beschäftigte. Bereits 2005, in Zeiten, in denen ein High-Low-Adapter das höchste der Gefühle zum Anschluss eines Verstärkers ans Werksradio war, kam JL Audio bereits mit dem CleanSweep ums Eck. In diesem „Frequenzgangbügeleisen“ war bereits ein digitaler Soundprozessor enthalten, der das Eingangssignal vom Werksradio analysierte und dann korrigierte. Seitdem hat sich bei der Werksausstattung eine Menge getan und kaum ein Oberklassefahrzeug wird mittlerweile ohne Soundpaket ausgeliefert.

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In vielen Fällen kann nachrüstwilligen Kunden geholfen werden, indem man ein brauchbares Signal zwischen Radio und Werksverstärker abgreift. Das ist leider nicht immer möglich, so dass dem Einbauer nichts anderes übrig bleibt, als direkt vor dem Lautsprecher abzugreifen. Dort hat aber das Werks-Soundpaket bereits sein Unwesen getrieben und beliefert die Lautsprecher beispielsweise mit unvollständigem oder verbogenem Signal. So etwas lässt sich in der Regel noch beheben. Es gibt Nachrüstprozessoren, die ein komplettes Signal aus mehreren bandbegrenzten aufsummieren können und das Equalizing kann man mit der entsprechenden Messtechnik aufspüren und dann rückgängig machen. Die härteste Nuss ist jedoch eine Laufzeitkorrektur ab Werk, denn hier hilft es nicht, die Eingangssignale aufzusummieren, denn sie liegen ja zeitverschoben und damit phasenverschoben vor. Dies führt bei der Addition nicht zum gewünschten Ergebnis, da die Addition auf komplexer Ebene stattfindet, also auch die Phase eine Rolle spielt. Das Ergebnis ist dann kein glatter Frequenzgang, sondern einer, der im Bereich der Trennfrequenzen Einbrüche aufweist und auch Kammfiltereffekte (aufeinanderfolgende Einbrüche wegen Interferenz) zeigt (Dia1). 


Ent-Laufzeiten mit FiX


Hier kommt der FiX-82 ins Spiel, denn er ist der erste Prozessor am Markt, der nicht nur „De-EQ“, also Glattbügeln von werksseitigen Equalizern, sondern auch „De-Delay“, also das Entlaufzeiten eines verzögerten Werkssignals beherrscht. Klar ist, dass dies wie immer nur durch Hinzufügen von Laufzeit geschehen kann; eine Zeitmaschine ist der FiX, wie alle DSPs, natürlich nicht. Ganz im Gegenteil. Dazu legt man die CD mit dem Kalibriertrack ind Radio und drückt den Knopf. Dieser ist (neben dem dreistufigen Schalter fürs automatische Einschalten) das einzige Bedienelement am FiX und startet die Kalibrierung. Dann analysiert der Fix die Laufzeiten und die Frequenzgänge aller bis zu 8 Eingangskanäle und bastelt daraus ein glattes Stereosignal. Fertig! Das funktioniert also bis zum Dreiwegesystem plus Subwoofer, damit sollten die allermeisten Werkspakete abgedeckt sein. Bevor wir zum Praxistest schreiten, sei noch das Zubehör erwähnt, das die Integrationseigenschaften des Fix weiter optimiert. Als erstes gibt es eine Kabelfernbedienung DCR-100, die Master-Volume und einen Umschaltknopf bereitstellt. Dieser Knopf hat beim FiX-82 die Funktion, beim Freisprechen zu helfen. Dazu setzt er die interne Laufzeitkorrektur außer Kraft und schneidet das Signal unterhalb 100 Hz ab. Dies hat den Hintergrund, dass das Freisprechen mit der werksseitigen Anlage wegen der Korrektur der Korrektur der Laufzeit leiden oder gar nicht funktionieren kann, sei es durch zuviel Latenz oder wegen schlechter Sprachverständlichkeit. Das zweite Zubehör heißt FiX-LSA-4 (load sensing adaptor) und gaukelt dem Werkssystem seine gewohnten Lautsprecher vor. Dies ist erforderlich, wenn eine Schutzschaltung vorhanden ist, die die Lautsprecher abfragt, und bei Unstimmigkeiten die Signalausgabe verweigert. 

Der Fix im Test


Der User muss und darf bei der Kalibrierung nichts ändern und bekommt das fertige Ergebnis als Stereo-Cinch plus  optisch digital serviert. Falls etwas schief geht, beschwert sich der Fix mit seinen Status-LEDs und weist auf Verpolung, unvollständiges Signal und andere Gebrechen hin. Nach einem Check der Verkabelung hilft nur neu kalibrieren, da man ja nichts beeinflussen kann. Die Tücken liegen wie so oft im Detail und letztendlich hilft nur Messtechnik, um zu verstehen, was vor sich geht. Denn auch, wenn der FiX „alles grün“ meldet, muss kein perfekter Frequenzgang hinten rauskommen. Um herauszufinden, wie der FiX arbeitet, haben wir ihn mit einer Kette aus Autoradio und DSP-Endstufe angesteuert, wobei die Lautsprecherausgänge der Endstufe mit den Eingängen des FiX verbunden waren. Der Einfachheit halber haben wir uns auf zwei Wege beschränkt, die wir den Eingängen 1/2 und 3/4 zugeführt haben. 1/2 und 3/4 werden als links/rechts-Pärchen erwartet, wobei 1/2 immer ein Tiefmittel- oder Mitteltöner sein sollte, da hier die Einschaltautomatik nachsieht. Erste, einfache Übung ist die Kalibrierung eines glatten Fullrange-Signals (Dia2). Hier zeigt sich, dass der FiX seine Equalizer spielen lässt und dabei auf +-1 dB eine glatte Linie erzielt. Das oberste Band bei 20 kHz wird ein wenig von der Abrisskante bei 22 kHz irritiert, die vom Tiefpass des Prozessors (Samplingrate 48 kHz) herrührt. Im Folgenden sind der Tieftöner blau, der Hochtöner rot und das Ergebnis nach Kalibrierung grün. Zuerst haben wir den FiX gequält und ihm ein nicht zeitkorrigiertes, aber bei 5 kHz „zu breit“ getrenntes Zweiwegesignal zugeführt. Die Flanken von Tief- und Hochtöner treffen sich erst bei -9 dB, was bei Normpegel fast ein eine Oktav breites Loch klaffen lässt (Dia3). Selbst diese praxisferne Situation meistert der FiX beachtlich, es sind nach der Kalibrierung zwar noch Einbrüche vorhanden, doch mit diesem Signal könnte man arbeiten. Dann wird´s schwieriger, denn wir aktivieren an unserer DSP-Endstufe die Laufzeitkorrektur und schieben den Tieftöner um 14,17 cm nach hinten. Jetzt muss der FiX diesen Zeitversatz detektiern und am Hochtöner entsprechend gegensteuern. Das Ergebnis ist bis auf +- 1dB perfekt (Dia4). Als nächstes ärgern wir den FiX mit einem zu lauten Hochtöner, dem wir +6 dB verpassen. Zusätzlich haben wir noch zwei EQs bei 80 und 400 Hz aktiviert – kann man ja mal machen. Der Fix lässt sich nicht im geringsten irritieren (Dia4). Bei +5dB zu lautem Hochtöner (Dia5) leistet sich der Fix tatsächlich einen Patzer, nämlich einen Einbruch bei der Trennfrequenz. Dieser ist aber so schmalbandig, dass das Signal ohne weiteres zu gebrauchen ist. Zum Finale wollen wir´s dann wissen und verpassen dem Tieftöner einen Zeitversatz und acht wild aufgerissene EQ-Bänder mit fettem Bassboost und riesigen Löchern, dem Hochtöner verhelfen wir zu fiesen Spitzen bei 8 und 10 kHz (Dia7). Das Ergebnis lässt uns staunen, denn nichts von unseren Spielereien bleibt nach der Kalibrierung übrig – Hut ab! Bis auf die Buckelchen der internen Equalizer des FiX von weniger als 1 dB ist der Frequenzgang glatt (mit dem bereits erwähnten 20-kHz-Peak von 2,5 dB). Das ist eine prima Basis für jede Nachrüstanlage.

Fazit

Einmal aufs Knöpfchen drücken und alles ist gut? Der FiX wird´s schon richten! Zumindest in den meisten Fällen. Sicherlich wird es immer Werksanlagen geben, mit denen auch der FiX nicht klarkommt. Wir haben es durchaus geschafft, den FiX so zu quälen, dass nur noch wüster Unfug herauskam und der FiX trotzdem „alles grün“ signalisiert hat. Auch ein so schlauer DSP wie der FiX kann und will nicht die Kompetenz des Einbauers ersetzen. Man sollte schon wissen, was man tut. Dann aber ist der FiX für den versierten Fachmann ein wertvolles Hilfsmittel, um auch ab Werk laufzeitkorrigierte Soundpakete nachzurüsten. Das gibt´s sonst nirgendwo



In-Car sonstiges

JL Audio FiX-82


04/2017 - Elmar Michels

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie OEM-Integration mit DSP 
Eingänge: 8-Kanal-High-Level (davon 2 Kanäle Sub) mit Autosense (DC-Offset, Audio) 
Ausgänge: 2 x RCA / 1 x S/PDIF optisch (24 bit/48 kHz) / Remote out 
DSP-Funktionen Summieren von allen Eingängen auf Stereo-Ausgänge / 30 parametrische EQ-Bänder pro Kanal, 1/3-Oktav-Schritte, Einstellung automatisch / Laufzeitkorrektur der Eingänge zur phasenrichtigen Summierung / Automatisches Einpegeln (Eingangsspannung bis 30 V RMS) 
Zusatzausstattung Bedienteil DCR-100 für Lautstärkeregelung, Modus-Umschalter und Status-LEDs / FiX-LSA-4, Lastadapter für OEM-Systeme mit Schutzschaltung/Lautsprecherdetektion 
Kommentar „Wüst prozessiertes Originalpaket? Der FiX wird‘s schon richten.“ 
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Elmar Michels
Autor Elmar Michels
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Datum 06.04.2017, 14:57 Uhr
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Topthema: Micro-Endstufe mit vier Kanälen
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