Kategorie: In-Car sonstiges

Einzeltest: Seta Audio SCT


Klangzauberei

Car-Hifi sonstiges Seta Audio SCT im Test, Bild 1
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Mit SCT präsentiert Seta-Audio ein neues Verfahren zur Klangverbessereung in jedem Fahrzeug, das vollkommen zerstörungsfrei ohne jede Eingriffe ins Fahrzeug auskommt. Hört sich interessant an, oder?

Man darf davon ausgehen, dass ein Großteil der Autofahrer mit dem Klang des Werks-HiFi-Systems nicht zufrieden ist. Oft verdient der Sound noch nicht einmal die Bezeichnung HiFi. Zwar lässt sich guter Klang hervorragend nachrüsten, doch viele Fahrzeugbesitzer schrecken davor zurück, zusätzliche Komponenten einbauen zu lassen. Als erste Verdächtige auf der Suche nach der Ursache für den schlechten Klang kommen die Lautsprecher ins Visier. Gerade billige Lautsprecher, wie man sie standardmäßig in den Werksausstattungen von Fahrzeugen findet, tun in aller Regel nicht das, was man von ihnen erwartet. Nun kann man natürlich Nachrüstkomponenten installieren, die mit besserer Qualität Abhilfe schaffen.

Car-Hifi sonstiges Seta Audio SCT im Test, Bild 2Car-Hifi sonstiges Seta Audio SCT im Test, Bild 3Car-Hifi sonstiges Seta Audio SCT im Test, Bild 4
Der Ansatz von Seta-Audio ist jedoch ein anderer: Seta-Audio hat die Membranen der Werkslautsprecher als Schuldige ausgemacht und verspricht eine Qualitätsverbesserung durch Tuning der Membranen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bis auf den Aus- und Wiedereinbau der Lautsprecher sind keine Montagearbeiten nötig. Nicht ein Kabel wird durchtrennt und Armaturenbrett und Inneneinrichtung bleiben an ihrem Platz. Damit ist das Klangtuning zu 100 % mit Leasing kompatibel und es spricht auch bei Neufahrzeugen nichts dagegen. Das Tuning der Lautsprecher geschieht mit einer speziellen Membranbeschichtung, die den Klang verbessert. Die Technologie namens SCT (Solid Cone Technology) hat sich Seta-Audio als „Verfahren zur Versteifung der Membran eines Schallwandlers“ patentieren lassen. Es handelt sich bei SCT also um eine handfeste Versteifungsmaßnahme und nicht um irgendeine Form von Voodoo mit Zaubermittelchen, die man vom Lautsprecher bis zum Kabel überall draufpinseln soll, um dann plötzlich High-End-Klang zu ernten. Aber sehen wir uns die Sache doch einmal genauer an, denn nur mit Membranversteifung ist SCT nicht annähernd zu beschreiben. Zuerst wollen wir analysieren, woran es liegt, dass ein Großserien-Autolautsprecher nicht besonders gut klingt. Nun ist es nicht so, dass die Autoindustrie absichtlich möglichst schlechte Lautsprecher einbaut. Ganz im Gegenteil, manche sind sogar sehr durchdacht und gar nicht mal übel. Die Ursache für den mittelmäßigen Klang ist im Sparzwang durch den Konkurrenzdruck zu suchen. Wenn ein Hersteller bei jedem Schalter um den Zehntelcent feilscht, kann man sich vorstellen, dass sich an einem Lautsprecher eine ganze Menge einsparen lässt … Werkslautsprecher haben daher in der Regel einen eher kleinen Magneten mit entsprechend schwachem Antrieb. Konsequenterweise ist die Schwingeinheit daher Leichtbau, es kommen hauchdünne Papiermembranen zum Einsatz. Diese sind entsprechend labil und neigen zu einem unangenehmen Verhalten, das als Partialschwingung bezeichnet wird. Dabei führt die Membran eben nicht die oft zitierte kolbenförmige Bewegung aus, sondern sie verbiegt sich in größtenteils unkontrollierten Verformungsschwingungen. Das verursacht Verzerrungen, die im ganzen Frequenzbereich hörbar den Klang „vermatschen“, und es ergibt sich besonders im Bassbereich eine unbefriedigende Wiedergabe. Jetzt kommt SCT ins Spiel, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten und der Membran ein vorbildliches Schwingverhalten beizubringen. SCT ist ein Verfahren zur Membranbeschichtung, das im Gegensatz zu vielen anderen Maßnahmen nicht eine Bedämpfung eventueller Frequenzpeaks aufgrund von Membranresonanzen zum Ziel hat, sondern eine gezielte Versteifung bewirkt. Das Verfahren hat Florat Seta, Inhaber von Seta-Audio in Eigenregie entwickelt. Jahrelange Forschung am lebenden Objekt und umfangreiche Messreihen gingen der Markteinführung voraus. Dass Florat Seta Partialschwingungen ein Dorn im Auge sind, zeigt ein Blick auf seine Entwicklungen im Heimbereich. Er baut bevorzugt Eigenentwicklungen in seine Lautsprecher, die mit ganz speziellen Membranen arbeiten. Bei seinen Solid-Dome-Membranen sitzt ein spezieller Vollkegel aus einem Schaum im sehr dünn gehaltenen Papierkonus, was eine äußerst stabile und garantiert partialschwingungsfreie Membran ergibt. Bei SCT benutzt Seta ein ausgeklügeltes, mehrschichtiges Verfahren auf Basis verschiedener Kunstharze. Ähnlich wie beim Laminieren mit GFK wird dem Harz eine Härterkomponente zugesetzt, worauf es abbindet. Das SCT-Verfahren gliedert sich in vier Arbeitsschritte, die genauestens aufeinander abgestimmt sein müssen. Im ersten Schritt wird ein Polyesterharz mit speziellem Härter aufgetragen. Darin werden je nach Lautsprechertyp mehrere GFK-Elemente einlaminiert, deren Form und Lage auf den Lautsprecher abgestimmt sind. Im dritten Schritt folgt eine Schicht Expoxyharz, ebenfalls mit genau passendem härter, bevor schließlich ein Sprühlack folgt, der sich mit dem Epoxid verbindet. Das Resultat ist eine deutlich steifere Membran. Doch diese wird nicht etwa glashart, sondern bewahrt eine gewisse Elastizität, die sie im Mittelton auch braucht. Unkontrolliertes aufbrechen in Partialschwingungen wird so deutlich reduziert und für eine saubere Basswiedergabe verfügt die Membran jetzt über genügend Steifigkeit. Durch das Zusatzgewicht der Beschichtung reduziert sich die Resonanzfrequenz, was im Sinne einer tieferen Basswiedergabe erwünscht ist. Leider geht dadurch aber auch etwas Wirkungsgrad verloren. Diese Schalldruckverlust wird jedoch dadurch aufgewogen, dass der Lautsprecher nach der Behandlung weniger Energie für die Partialschwingungen verbraucht, er produziert dadurch prozentual mehr Nutzschall und weniger Verzerrungen. 

Soundcheck


Interessant wird es, wenn man sich den SCT-Effekt im Auto anhört. Wir haben dazu einen originalen VW Passat (Bj 2005 – 2010) gegen ein gleiches Modell mit von Seta-Audio beschichteten Lautsprechern gehört. Beide Autos verfügen über 16-cm-Zweiwegesysteme in den Türen, die direkt vom Werksnavi angetrieben werden. Verstärker sind keine im Spiel, genauso wenig wie sonstige Maßnahmen wie Dämmung, getunte Frequenzweichen etc. Der Passat gehört ab Werk schon zu den besseren Autos, im Original klingt es erst einmal gar nicht so übel. Man darf nur nicht genau hinhören, denn Bass ist zwar da, aber von der ziemlich schwammigen Sorte und bei steigender Lautstärke zerrt´s doch reichlich früh. Spannend wird´s nach dem Umstieg auf Seta-Audio. Man hat vom ersten Ton an das Gefühl, ein völlig anderes System zu hören. Plötzlich kommen Bässe mit Kontur, Bassdrums schlagen viel präziser und die Wiedergabe reicht ein Stück tiefer in den Frequenzkeller. Über den gesamten Frequenzbereich klingt der Seta-Passat viel klarer und akzentuierter, besonders die Stimmwiedergabe ist viel prägnanter. Sogar die Räumlichkeit verbessert sich, wohl aufgrund eines besseren Mitteltonanteils mit korrekter Phasenlage. Von der Bühnenabbildung mit perfekt eingebauten Hochtönern oder gar Soundprozessor ist der Passat natürlich weit entfernt, aber im Vergleich zum Original gibt es eine deutlich bessere Räumlichkeit – und das bei komplett unangetasteten Hochtönern. Weiter geht´s mit höherem Pegel, und hier schafft der Seta-Passat auf jeden Fall einen gesteigerten Lautstärkeeindruck, zumindest subjektiv. Der klarere Klang und das Fehlen störender Verzerrungen kommen einfach lauter rüber. Bei einem Teststück mit Kontrabass kam im Originalpassat fast der Eindruck von kaputten Lautstprechern auf, im Seta-Passat kam das selbe Stück klar und deutlich rüber.

Fazit

Im Hörtest kann SCT von Seta-Audio klar überzeugen. Einfacher und mit weniger Eingriff ins Fahrzeug lässt sich wohl kaum eine deutliche Klangverbesserung erzielen. Die Preise beginnen bei 240 Euro für einen normalen VW Golf. Viele Fahrzeugbeispiele finden sich übrigens auf der Facebookseite von Seta-Audio. Wer nicht selbst schrauben und seine Lautsprecher zu Seta-Audio schicken will, kann bei jedem Car-HiFi-Fachhändler die Montagearbeiten erledigen lassen. Wer weiß, vielleicht gibt´s beim Fachhändler ja noch ein wenig Weichentuning mit hochwertigen Hochtonkondensatoren dazu und eine unauffällige Subwooferlösung geht ja auch fast ohne Einbauaufwand. Das wär doch was?

Preis: um 240 Euro

Seta Audio SCT

11/2015 - Elmar Michels

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Lautsprechertuning 
Preis (in Euro) ab 240 Euro zzgl. Montagearbeiten 
Hotline 06134 2577117 
Vertrieb Seta-Audio, Wiesbaden 
Internet www.seta-audio.de 
Technische Daten
- vierstufige Beschichtung von Membranen 
- Membranversteifung und Reduzierung von Partialschwingungen 
- für alle Fahrzeuge und alle Arten von (Konus-)Lautsprechen 
- keine Eingriffe in Fahrzeugelektronik oder -mechanik, nur Aus- und Einbau der Originallautsprecher 
- keine Veränderung am Fahrzeug, leasing- tauglich, keine Rückrüstung erforderlich 
- Kosten richten sich nach Anzahl und Größe der Lautsprecher 
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- „Elegante Klangverbesserung ohne Eingriffe am Fahrzeug.“ 
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Elmar Michels
Autor Elmar Michels
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Datum 20.11.2015, 10:30 Uhr
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Topthema: Meters Level Up
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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