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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Davis Balthus 70


Standlautsprecher · Davis Balthus 70

Lautsprecher Stereo Davis Balthus 70 im Test, Bild 1
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Davis präsentiert mit der Balthus-Serie eine universell verwendbare Lautsprecherfamilie, die es mit klassischem Design und moderaten Preisen jedem recht machen will. Wir testen den Standlautsprecher Balthus 70.

Der französische Lautsprecherspezialist Davis gehört zwar zu den weniger bekannten Marken am Markt, doch dafür bietet er Lautsprecher, die sich oft wohltuend vom Einheitsdesign abheben. Die verwendeten Lautsprecherchassis werden selbst entwickelt und gefertigt, wobei eine ganze Palette Treiber auch für die Selbstbaufraktion einzeln erhältlich ist. Berühmt sind die Franzosen für ihre Konushochtöner mit Kevlar-Membran, und so wundert es auch nicht, dass in unserer Balthus- Serie ebenfalls Kevlar als Membranmaterial zum Einsatz kommt. Balthus (benannt nach dem französischen Maler) bildet neben der besonders einsteigerfreundlich bepreisten Discovery-Serie die Volumenklasse bei Davis. Der Hersteller legt Wert auf die universelle Verwendbarkeit für HiFi und Heimkino, dazu umfasst die Serie alles, was man braucht, vom Regallautsprecher bzw. Rearspeaker über einen Center bis zu drei verschieden großen Standboxen. Bei diesen setzt Davis auf die klassische Dreiwegeanordnung, ein Setup, das wohl aus Kostengründen in den letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen ist. Den Anfang macht die Balthus 50 mit einem 17er-Tieftöner, einem 13er-Mitteltöner und einem 25-mm-Hochtöner. Die Balthus 90 ist das Topmodell mit zwei 20-cm-Tieftönern und unsere Balthus 70 bildet mit ihrer Doppel- 17er-Bestückung die goldene Mitte. Wie erwähnt sind alle Treiber Eigenproduktionen, dazu sind sie sauber gefertigt. Die 17er-Bässe arbeiten – wieder einmal – ganz klassisch mit Papiermembranen und 25-mm-Schwingspulen, das sorgt für einen guten Wirkungsgrad, wobei die Parallelschaltung ihr Übriges dazu tut. Der 13er-Mitteltöner bringt das Kevlar ins Spiel, leicht erkennbar an der gelben Farbe.

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Seine Membran besteht aus geflochtenen Fasern aus ebendiesem Kunststoff, die mit einem Kunstharz abgedichtet werden. Dadurch entsteht ein Verbund, der ideale Eigenschaften für einen Mitteltöner mitbringt. Die Membran ist einerseits stabil, besitzt jedoch ebenfalls eine gewisse Flexibilität, was einem Mitteltöner sehr gut zu Gesicht steht. Weiterhin bewirkt der Verbundaufbau eine im Vergleich zu Hartmembranen viel höhere innere Dämpfung. Vervollständigt wird die Box durch einen 25-Millimeter- Gewebehochtöner, dessen zarte Kalotte in eine kurze Schallführung spielt, wodurch störende Beugung an Kanten vermieden wird. Das Schöne an einem Dreiwegesystem ist ja, dass für alle wichtigen Frequenzbereiche spezialisierte Treiber Verwendung finden können: Der Hochtöner wird nicht unnötig mit tiefen Frequenzen gequält und der Tieftöner darf ein echter Tieftonspezialist sein. Währenddessen übernimmt der Mitteltöner den wichtigsten Part, nämlich die Frequenzen, in denen das menschliche Ohr am empfindlichsten ist. Davis trennt den Kevlartöner bei 400 Hz nach unten und bei 4 kHz zum Hochtöner hin. So werden die Übergänge zwischen den drei Chassis schön aus ebendiesem kritischen Hörbereich herausgehalten. Auch der mechanische Aufbau der Balthus überzeugt. Die Box ist solide aus MDF aufgebaut und wirklich stabil geworden. Natürlich hat der Mitteltöner sein eigenes Volumen in Form einer Kammer im oberen Gehäuseteil, was stabilisierend auf die Struktur wirkt. Im unteren Teil der Säule haben die Techniker eine Ringversteifung vorgesehen, damit auch hier nichts ungebührlich schwingt. Das Finish gefällt mit der abgesetzten Acrylplatte als Front, der Rest der Box ist wahlweise in Esche schwarz (wie unser Testexemplar) oder in amerikanischer Walnuss erhältlich. Zum Lieferumfang gehören weiterhin Spikes; wer diese nicht benutzen will, findet unterm Gehäuseboden eine dämpfende Auflage zur weichen Ankopplung an den Fußboden.      

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Messungen 


Im Messlabor zeigt die Balthus ein recht ausgewogenes Verhalten. Sie performt ohne echte Schwächen und liefert in allen Disziplinen recht gute Ergebnisse. Der Amplitudenfrequenzgang verläuft zwar nicht linealglatt, gibt jedoch bis auf den etwas zu lauten Hochtöner keinen Anlass zur Kritik. Das Bassreflexsystem ist auf knapp 40 Hz abgestimmt, was für zwei 17er ein sehr praktikabler Wert ist. Durch die Verwendung von reichlich Dämpfungsmaterial erzielt die Box ganz untenrum zwar nicht den vollen Schalldruck, dafür boomt‘s auch nicht bei kritischer Aufstellung. Verzerrungen gibt es nur wenig, oberhalb von 200 Hz hält sich die Box sogar sehr zurück mit dem Klirr. Und das Beste: Auch bei kerniger Pegelerhöhung bleiben die Verzerrungen immer schön im Rahmen; die Balthus 70 ist eine Box mit jeder Menge Reserven.      

Soundcheck 


Im Hörraum zeigt sich die Balthus als kein Kind von Traurigkeit. Man kann sich sofort gut vorstellen, dass sie sich auch als Frontlautsprecher in einem Heimkino gut machen sollte. Doch auch bei Stereoprogramm gefällt der Lautsprecher durch eine prima Raumabbildung wie durch sein hohes Maß an Detailtreue. Parallel ausgerichtet oder nur ganz leicht zum Zuhörer angewinkelt spannt sie einen großzügigen Raum auf, in dem die Musiker viel Luft zum Atmen haben. Bläsersätze glänzen unbeschwert, so dass ein hoher „Mitreißfaktor“ in jedem Fall gegeben ist. Dazu passt auch der wirklich gelungene Bassbereich. Er ist mächtig genug, um mühelos auch größere Hörräume zu füllen, ohne sich über Gebühr aufzublähen. Tiefgang gibt es reichlich, doch auch der drängt sich nicht auf, ist jedoch sehr gut erfahrbar. Zum frisch polierten Klangbild passt auch die Stimmenwiedergabe, die nicht einschmeichlerisch weich daherkommt, sondern den nötigen Biss mitbringt, sollte die Aufnahme dies verlangen. Tiefe Männerstimmen erklingen mit vollem Körper, Naturinstrumente erscheinen recht lebensnah vor dem Zuhörer. Doch auch die Freunde elektronischer Klänge kommen keinesfalls zu kurz, denn die Balthus beherrscht durch den Raum schwirrende Synthiesounds genauso wie den gestrichenen Kontrabass. Wer seine Nachbarn ärgern will, findet mit der Balthus 70 ebenfalls das richtige Werkzeug. Auch bei Partylautstärke geht der Französin anscheinend nie die Puste aus. Für eine immer noch kompakte Standbox lässt sie es jedenfalls ganz schön krachen und überzeugt mit sauberem Spiel auch bei Pegelspitzen.     

Fazit

Mit der Balthus geht Davis quasi auf Nummer sicher. Mit ihrem klassischen Aussehen und ihrem ebenso klassischen Dreiwegekonzept ist die Balthus 70 eine sichere Bank, die garantiert viele Freunde finden wird. Die eigenen Treiber und besonders der tolle Kevlar- Mitteltöner sorgen dabei für die nötige Dosis Individualität. Kann man sehr gut machen.

Preis: um 1000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
Davis Balthus 70

Spitzenklasse

4.0 von 5 Sternen

-

Bewertung 
Klang 70% :
Tonale Ausgewogenheit 20%

Abbildungsgenauigkeit 15%

Detailauflösung 15%

Räumlichkeit 10%

Dynamik/Lebendigkeit 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrung 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Klang 70%

Labor 15%

Praxis 15%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb bt Hifi Vertrieb, Erkrath 
Telefon 02104 175560 
Internet www.bt-hifi.com 
Ausstattung
Abmessungen (B x H x T in mm) 190/1020/300 
Gewicht (in kg) 17,5 
Ausführungen Front Schwarz Hochglanz, Korpus Esche schwarz oder amerik. Walnuss 
Bauart Bassreflex 
Anschluss Single-Wiring 
Impedanz (in Ohm)
Tieftöner (Membrandurchmesser) 2 x 170 / 127-mm-Papiermembran 
Mitteltöner (Membrandurchmesser) 1 x 130 / 100 mm 
Hochtöner (Membrandurchmesser) 1 x 25-mm-Gewebekalotte 
Kurz und knapp:
+ sehr pegelfest 
+ sehr gute Verarbeitung 
+
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung hervorragend 

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Autor Elmar Michels
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Datum 17.01.2019, 14:54 Uhr
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Topthema: Standlautsprecher
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
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