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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Nubert NuPyramide 717


Allseits beliebt

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Gute Konzepte müssen manchmal einfach reifen – und wenn sie wirklich gut sind, dann brauchen sie einfach etwas länger. Im Falle der Nubert nuPyramide 717 waren das knapp 30 Jahre – aber es hat sich gelohnt

Was ist die Nubert Pyramide? Nun, zunächst einmal handelt es sich streng genommen um einen Pyramidenstumpf, der nur eine recht flache Verjüngung von der unteren zur oberen waagrechten Fläche erfährt – der Name Obelisk ist aber eben schon anderweitig vergeben. Das ist eine Bauform, die man so heutzutage eigentlich „nicht mehr hat“, aber wie gesagt: Das Modell, auf dem die 717 basiert, hat ja schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Was uns Lautsprecher-Begeisterte aber viel nervöser macht als die Bauform des Gehäuses, ist die Bestückung des Lautsprechers. Bei einem kurzen Rundgang um die NuPyramide finden wir nämlich deutlich mehr Chassis, als wir das bei handelsüblichen Lautsprechern gewöhnt sind. Es gibt zwei Tieftöner, zwei Mitteltöner und sage und schreibe vier(!) Hochtöner – einen an jeder Seite der Box. Sinn und Zweck dieser Übung: Die NuPyramide 717 vereint zwei grundverschiedene Lautsprecherkonzepte in einem Lautsprecher – dazu später mehr. Zunächst einmal erfreuen wir uns an der wirklich superben Verarbeitungsqualität der Box, die ab Werk 11.200 Euro pro Paar kostet. Dafür bekommt man nicht nur deutlich mehr Lautsprecherchassis als bei anderen, gleich großen Boxen, sondern eben auch eine extrem aufwendige und bis ins Letzte durchentwickelte Frequenzweiche, die die gesamte Fläche des Boxenfußes einnimmt – ein großes „Panoramafenster“ erlaubt den Blick auf den getriebenen Aufwand. Was aber steckt dahinter? Nun – es ist der Wunsch, in einem Gehäuse einen Lautsprecher für zwei verschiedene Betriebsarten zu integrieren. Zum einen ist das natürlich der klassische, direkt strahlende Dreiwege-Lautsprecher, bei dem die drei Systeme an der Front zum Einsatz kommen – aber nicht nur: Der zweite Tieftöner auf der Rückseite spielt in allen Betriebsarten mit. Aus gutem Grund: Das Chassis ist ein ausgewiesener Spezialist und auf die Wiedergabe tiefster Töne bis zur unteren Grenze des Hörspektrums getrimmt. Das geht natürlich auf Kosten des Wirkungsgrades, also müssen zwei der Subwoofertreiber hier antreten. Und auch im Hochtonbereich muss die frontseitige Kalotte nicht alleine arbeiten – hier sind auch die seitlichen und der hintere Hochtöner mit im Einsatz – allerdings erst ab etwa 10 Kilohertz, einfach, um den unter Winkeln sinkenden Schalldruck des Haupt-Hochtöners zu kompensieren. Das funktioniert übrigens ganz hervorragend – schon im Direktmodus ist die Nubert damit einer der Lautsprecher, der den Hörer am wenigsten auf einen bestimmten Hörplatz festnagelt – der Sweet Spot wird so zu einem richtig großen Areal. Und, was erfreulicherweise hinzukommt, der Hochtonbereich ist durch die gleichmäßige Abstrahlung sehr offen und transparent, ohne auch nur ein bisschen aufdringlich oder überpräsent zu wirken. Natürlich ist das auch ein Verdienst des exzellenten Chassismaterials, dessen sich Nubert bedient. Der Übergang zum wirklich direkt abstrahlenden Mitteltöner gelingt komplett bruchlos – hier ein dickes Lob an den Entwickler Thomas Bien für die saubere Arbeit. Der 15-Zentimeter-Treiber mit einer extrem leichten und dank Glasfasern trotzdem sehr stabilen Membran spielt extrem sauber und neutral – auch hier eine exzellente Wahl. Und der Tieftöner ist ohnehin eine Klasse für sich: Noch nie haben wir bei einem Lautsprecher einen linear so tief reichenden Bass gemesse

Preis: um 5600 Euro

Nubert NuPyramide 717


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Dipl.-Ing.
Michael Voigt
Chefredakteur
hifitest.de
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Datum 19.09.2019, 15:02 Uhr