Kategorie: Phono Vorstufen, Hifi sonstiges

Systemtest: Audionet PAM G2, Audionet EPC


Zurück aus der Zukunft

Phono Vorstufen Audionet PAM G2, Audionet EPC im Test , Bild 1
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Audionet? Das sind doch die aus Bochum mit den Hightech- Verstärkern, Siebenkanal-Endstufen, Edel-DVD-Playern und jetzt auch noch mit Netzwerk-Gedöns?

Mitspieler

Plattenspieler:

Clearaudio Master REference / Universal
Transrotor Fat Bob / Reed 3P

69
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Tonabnehmer:

MFSL C3-5
Benz ACE L
Clearaudio Goldfinger 1, vClearaudio Goldfinger Statement
Lyra Kleos


Vorstufen:

MalValve preamp four line


Endverstärker:

Audio Research Reference 250
Plinius SA-103


Lautsprecher

Tannoy Kensington
Klang + Ton "Nada"


Zubehör:

Netzversorgung von PS Audio und HMS
NF-Kabel von van den Hul und Transparent
Phonokabel van den Hul
Lautsprecherkabel von Transparent
Plattenwaschmaschine von Clearaudio

GegenspielerPhonovorstufen:

MalValve preamp three phono
Musical Fidelity M1 ViNL
Pure Sound P10

Keine Frage: Die Bochumer Firma Idektron (das Unternehmen hinter dem Markennamen Audionet) ist eine technologisch höchst ambitionierte Firma. Und es erstaunt bis heute, wie konsequent das relativ kleine Unternehmen technische Trends verfolgt, umgesetzt und teilweise sogar mitbestimmt hat. Denn in Sachen, DVD, SACD, HDMI und artverwandtem Hightech-Equipment ist jeder, der sich nicht Konzern nennen kann, auf den Zukauf von Plattformlösungen angewiesen. Nicht so Audionet: Die Bochumer haben immer konsequent ihr eigenes Ding gemacht und sind über viele Jahre eine echte Macht in Sachen mehrkanaliger Tonwiedergabe gewesen. Derzeit jedoch vollzieht sich augenscheinlich eine gewisse Schwerpunktverlagerung bei der Ausrichtung der Produktpalette: Es wird wieder merklich „zweikanaliger“. Eines der aktuellen Highlights der Bochumer ist ein Universalgenie namens „DNA“ (Digtal Network Amplifier), ein anderes – und das ist an dieser Stelle verständlicherweise von größerem Interesse – die Phonovorstufe PAM G2, hier sogar in der Maximalausbaustufe im Team mit dem „Präzisionsnetzteilcontroller“ EPC. Der Reihe nach: „PAM“ steht für „Phono Preamplifier“ (naja …), G2 ist – richtig – die dritte Inkarnation des Gerätes: Auf den Ur-PAM folgte der PAM V2, ab sofort heißt er G2. Und er ist nicht, wie man vermuten könnte, eine „modellgepflegte“ Version, sondern eine komplette Neukonstruktion.

Phono Vorstufen Audionet PAM G2, Audionet EPC im Test , Bild 2Phono Vorstufen Audionet PAM G2, Audionet EPC im Test , Bild 3Phono Vorstufen Audionet PAM G2, Audionet EPC im Test , Bild 4Phono Vorstufen Audionet PAM G2, Audionet EPC im Test , Bild 5Phono Vorstufen Audionet PAM G2, Audionet EPC im Test , Bild 6Phono Vorstufen Audionet PAM G2, Audionet EPC im Test , Bild 7
Die „Minimalversion“ des Gerätes kostet 5.000 Euro. Was nicht eben wenig ist, aber dafür gibt’s eine moderne, mächtig aufwendig diskret aufgebaute Phonovorstufe mit von außen einstellbaren Betriebsparametern. Option Nummer eins wäre dann ein zweiter Eingang. Damit kostet der PAM G2 dann schon 7.000 Euro. Was daran liegt, dass es in diesem Falle weit mehr gibt als ein zweites Paar Eingangsbuchsen, sondern einen komplett unabhängig parametrierbaren zweiten Verstärkerzug. Der Sinn der Sache: erhöhter Komfort und das Vermeiden von Schaltvorgängen bei Signalen auf MC-Niveau. Kaum ein mechanischer, elektromechanischer oder elektronischer Schalter ist in der Lage, die erforderliche Präzision bis in den Mikrovoltbereich hinein zu liefern. Mit einem zweiten Eingang gibt’s rückseitig logischerweise ein zweites Schalterarsenal. Der nächste Schritt: Das Zusatznetzteil EPS G2. Solcherlei Dinge haben Tradition bei Audionet und beflügeln die Wiedergabe der Geräte immer wieder aufs Erstaunlichste. Für den neuen PAM war ein stärkeres EPS erforderlich, und das heißt jetzt eben auch G2. Es kostet 1.800 Euro. Wem das noch zu profan ist, der greift zum „EPC“. Es verfügt über die gleiche Netzteilsektion wie das EPS G2, macht den PAM G2 aber zu einem voll fernbedienbaren Komfortwunder. Zu diesem Zweck liegt dem EPC (3.000 Euro) eine moderne, entsprechend vorprogrammierte Touchscreen- Fernbedienung bei. Beim Einsatz des EPC muss der PAM G2 umgerüstet werden: Die rückseitigen Schalter werden durch Buchsen für zwei vielpolige Steuerkabel ersetzt, deren anderes Ende logischerweise am EPC steckt. Hinzu gesellt sich die Leitung für die nunmehr im EPC erzeugten Betriebsspannungen für den PAM G2. Die Steuerung ins Netzteil auszulagern ist clever, denn so kann das eigentlich Phonoteil (an dem es jetzt rein gar nichts mehr zu bedienen gibt) in unmittelbarer Nähe des Plattenspielers stehen und muss außerdem kein Ungemach durch Stromversorgung und Mikrocontroller-Störstrahlung fürchten. Gute Idee, richtig umgesetzt, aber letztlich auch 10.000 Euro teuer (okay, 8.000 Euro mit nur einem Eingang). Der EPC ist also das Gerät mit dem Display und das Ding, auf das es die Fernbedienung zu richten gilt. Damit kann man dann bequem vom Sessel aus vier Verstärkungen (38, 48, 58 und 68 Dezibel) anwählen, sieben Eingangsimpedanzen (100 Ohm bis 69 Kiloohm), vier Abschlusskapazitäten (100 bis 420 Picofarad), zwischen den beiden (so vorhanden) Eingängen umschalten und noch ein paar Dinge mehr. Das ist in Sachen Komfort kaum zu toppen und funktioniert in der Praxis ausgezeichnet. Gerade das Anpassen eines Tonabnehmers vom Sessel aus ist ein Feature, das ich nicht mehr missen möchte. Werfen wir mal einen Blick hinter die wahlweise silbern oder schwarz eloxierten Alufronten. In unserem PAM G2 stecken vier Eingangsmodule (zwei für jeden Eingang), auf denen die erste Stufe der Spannungsverstärkung mittels einer selbst entwickelten, diskret aufgebauten Schaltung arbeitet. Zusätzlich wird hier über die Gegenkopplung die erste Hälfte der Phonoentzerrung besorgt. Danach geht’s zum Umschaltrelais für die beiden Eingänge, danach zur zweiten Verstärkerstufe. Die gibt’s natürlich nur einmal pro Kanal und besorgt zusätzlich die zweite Hälfte der aktiven Entzerrung. Bauteilespezialitäten finden sich an jeder Ecke in Hülle und Fülle, so dürfen zum Beispiel in der Entzerrung nur ganz bestimmte indische Glimmerkondensatoren ran. Eine Reihe von zwölf diskret aufgebauten Reglern versorgt jede signalführende Stufe mit blitzblanker Spannung, die normalerweise aus dem recht beeindruckenden eingebauten Netzteil nebst Vorregler kommt. Nicht jedoch bei uns; da besorgt der „External Power Controller“ den Strom und das PAMNetzteil liegt brach. Im EPC stecken drei Ringkerntrafos; zwei größere für die Betriebsspannungen des PAM G2 und einer für die Versorgung der Steuertechnik. Hinzu gesellen sich Mengen von Siebkapazität und zwei ausgefuchste Vorregler, die ihrerseits das Regler- Dutzend in der Phonovorstufe bedienen. An Aufwand wurde also nicht gespart, an Komfort auch nicht, was aber nützt all das in der Praxis? Eine Menge. Der neue große Audionet spielt nämlich nicht weniger als atemberaubend. Dabei ist es weniger seine klangliche Signatur, die die Spannung ausmacht, sondern vielmehr die Abwesenheit derselben. Zumindest in tonaler Hinsicht: Hier kommt’s entscheidend auf den montierten Abtaster an, von saftig-wohlig bis trocken-asketisch ist alles drin. Jedenfalls hat der Audionet überhaupt kein Problem damit, die ungeheure Basspotenz des Clearaudio Goldfinger 1 mit beeindruckender Wucht und Schwärze darzustellen, auch kommt er mit dem extrem transparenten Hochtonbereich der nicht mehr ganz aktuellen Erlangener Preziose bestens zurecht. Jawohl, diese Kombi ist so brachial, dass man schon einen etwas speziellen Geschmack haben muss, um daran über längere Zeit Gefallen zu finden. Diesbezüglich deutlich besser geht’s mit dem aktuellen Goldfinger Statement, das deutlich geschmeidiger und nicht so kantig zu Werke geht. Kein Problem für Audionets Großen, er reproduziert solcherlei Auseinandersetzungen auf höchstem Niveau mit extremer Lockerheit. Audionet-Chef Thomas Gessler propagiert für seine Geräte maximale Informationsdichte über ein möglichst großes Frequenzband, und dafür sind PAM G2 und EPC prädestiniert. Dynamisch praktisch nicht zu überfordern, extrem ruhig in leisen Passagen oder gar Leerrillen, muss hier das vorgeschaltete Equipment zeigen, was es kann. Eine praktisch perfekte Kombi ist die aus dem Audionet-Gespann und einem Lyra Kleos; das liefert eine höchst beeindruckende Synthese aus ausufernder Raumdarstellung, Wahnwitz- Impulsverarbeitung und einem blitzblanken und wie geölt wirkenden Sound. Und genau damit werde ich jetzt erst einmal die nächsten Wochen verbringen und Anrufe aus Bochum so weit wie möglich ignorieren.

Fazit

Audionets aktueller Phono-Zweiteiler ist ein pralles Paket aus einer praktisch konkurrenzlosen Ausstattung und einem fantastischen Klangbild: tonal perfekt auf der Linie, dynamisch nur durch den Abtaster limitiert und ausnehmend ruhig.

Preis: um 8000 Euro

Audionet PAM G2

06/2012 - Holger Barske

Preis: um 8000 Euro

Audionet EPC

06/2012 - Holger Barske

 
Ausstattung & technische Daten: Audionet PAM G2
Vertrieb Idektron, Bochum 
Telefon / E-Mail 0234 507270 
Internet audionet.de 
Garantie (in Jahren) 2 Jahre 
Ausstattung & technische Daten: Audionet EPC
Kategorie Präzisionsnetzteilcontroller 
Vertrieb Idektron, Bochum 
Telefon 0234 507270 
Internet audionet.de 
Garantie (in Jahre)
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 18.06.2012, 09:26 Uhr
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  • www.hausgeraete-test.de
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