Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: AVM Inspiration P1.2


Inspirierend

Phono Vorstufen AVM Inspiration P1.2 im Test, Bild 1
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Das wollen wir doch mal sehen. Ein kleiner Phonovorverstärker,  der auf den Namen „Inspiration“ hört – um uns hinter dem Ofen  hervorzulocken, muss der trotz der frühlingshaften Temperaturen  draußen wirklich Programm sein

AVM aus Malsch ist nichts weniger als ein deutsches High-End-Urgestein. Viele der gleichzeitig gestarteten Unternehmen gibt es inzwischen nicht mehr, aus den unterschiedlichsten Gründen. Und auch bei AVM sah es zwischenzeitlich ein bisschen nach einem Dornröschenschlaf aus, bis es vor ein paar Jahren einen Neustart der Marke unter neuer Leitung gab. Seitdem geht es mit AVM steil bergauf. Für ein in Deutschland entwickelndes und fertigendes Unternehmen hat man ein eine fast schon beängstigende Erweiterung des Sortiments geschaffen. Inzwischen ist man gerade im Bereich Musikserver und Digitalquellen extrem breit aufgestellt – und das in nahezu allen Preisklassen, außer dem Einsteigerbereich.

Phono Vorstufen AVM Inspiration P1.2 im Test, Bild 2Phono Vorstufen AVM Inspiration P1.2 im Test, Bild 3Phono Vorstufen AVM Inspiration P1.2 im Test, Bild 4Phono Vorstufen AVM Inspiration P1.2 im Test, Bild 5Phono Vorstufen AVM Inspiration P1.2 im Test, Bild 6
Auf diesem Feld kann man nicht gegen die immer noch konkurrenzlos günstige Fertigung aus Fernost antreten. Aber im Ernst: Auch als „Analogmensch“ habe ich mir immer mal wieder bei anderen Redaktionen die eine oder andere eierlegende Wollmilchsau von AVM ausgeliehen, um den Komfort und die Qualität eines Verstärkers, eines Musikservers, CD-Players, Analog- und Digitaltuners in einem kleinen Kästchen zu bestaunen – die Dinger sind zwar nicht ganz geschenkt, aber wirklich ernsthaft gut! Neben diesem Fachgebiet baut AVM natürlich nach wie vor Verstärker guter alter Schule. Dazu gehört auch immer mindestens eine Phonovorstufe, die man für die Vinylfraktion im Sortiment hat. Die Inspiration P1.2 kostet laut Hersteller 699 Euro und reiht sich damit in eine ganze Truppe ähnlich dimensionierter Phonostufen ein, die allesamt zwischen 500 und 1.000 Euro kosten und sich teilweise zum Verwechseln ähnlich sehen, wären da nicht die Marken-Schriftzüge. Andererseits: Wer mag es ihnen vorwerfen: Zumindest kann man mit den kleinen Kisten die Kostenvorteile in der Herstellung an den Kunden weitergeben – sieht man in so manch optisch beeindruckendes 19-Zoll-Modell hinein, findet man darin oft nur mehr umbauten Raum, aber kein Fitzelchen mehr Technik. Zurück zum Inspiration P1.2: Blickt man ins Innere, dann sieht man eine sehr aufgeräumte, nicht sehr üppig bestückte Platine. Man setzt hier auf eine IC-Lösung, die natürlich die Anzahl der erforderlichen Bauteile und die Länge der Signalwege beschränkt. Die eingesetzten Folienkondensatoren und Metallschichtwiderstände sind eng toleriert, so dass es praktisch keine Abweichungen von der RIAA-Kennlinie gibt und die Verzerrungen auf ein absolutes Mindestmaß reduziert werden. In der Tat hatte der AVM messtechnisch von allen Phonovorstufen im Heft die Nase vorne – die Werte können sich mit den besten Geräten dieser Kategorie durchaus messen. Puristen mögen jetzt die Nase rümpfen und anmerken, dass nur diskret aufgebaute Schaltungen „gelten“ – denen möchte ich entgegenhalten, dass erlaubt ist, was funktioniert. Die Platine sitzt in einem Strangpress-Profil als Gehäuse, das für AVM gefertigt wird – Umwelteinflüsse in Form von Störfeldern oder Vibrationen sind somit schon mal minimiert. Dass man bei der Aufstellung eines Verstärkers für so feine Signale dennoch etwas Grips einsetzen sollte, versteht sich von selbst. Rückseitig wird das kleine Schaltnetzteil eingesteckt, dazu gibt es die obligatorische Erdungsklemme und vier(!) Paar Cinchbuchsen. Ausgang und getrennte Eingänge für MMund MC-Tonabnehmer verstehen sich von selbst – die Erklärung für das vierte Paar Buchsen liefert AVM gleich mit: Steckbare Eingangswiderstände für den MC-Zweig erlauben die perfekte Anpassung des Inspiration an den verwendeten Tonabnehmer. 10, 100 und 1000 Ohm werden mitgeliefert, andere Werte lötet man sich selbst in einen Stecker oder lässt eben löten. Technisch ist die Inspiration P 1.2 bauglich mit dem optionalen Phono-Einschub für die modular aufgebauten Vor- und Vollverstärker bei AVM - ich verrate nicht zu viel, wenn ich an dieser Stelle schon sage, dass das ein Kompliment für die großen Geräte ist. Mit unseren Sumiko-Systemen haben wir zunächst den MM-Zweig getestet, bei dem uns als Erstes eine ungemein hohe Rauscharmut aufgefallen ist – hier ist die oft herbeibemühte tiefe Schwärze bei der Vinylwiedergabe. Ganz nebenbei: Mit immer noch sehr guten -65 dB Fremdspannungsabstand muss man sich in dieser Beziehung auch im MC-Betrieb keine Sorgen machen. Die Inspiration machte im Hörtest ihrem Namen tatsächlich alle Ehre. Nicht nur, dass sie technisch über alle Zweifel erhaben ist – es zeigte sich wieder einmal, dass gute Messwerte tatsächlich eine gute Basis sind, um auf hohem Niveau Musik zu hören. Auch, wenn das Medium Schallplatte den dynamischen Umfang, den die Messwerte vorgeben, gar nicht ausnutzt: Subjektiv ist mit der AVM eine Menge Dynamik beim Plattehören drin. Ich habe mir vor Kurzem ein paar von diesen Kabinettstückchen-Vorführplatten gekauft, unter anderem von Sheffield-Labs – diese zeigen auf beeindruckende Art und Weise, was mit Platte möglich ist. Und die Inspiration macht alles mit Freude mit, meistert grobdynamische Sprünge genau so wie feinste Lautstärkenuancen in einer Klaviersonate Ludwig van Beethovens. Auch die Differenzierung zwischen dem Solisten bei einem Instrumentalkonzert und dem begleitenden Orchester schafft die AVM quasi millimetergenau. Selbst bei Aufnahmen ohne Stützmikrofone wird das Soloinstrument wunderbar freigestellt und kann in seinen Parts perfekt verfolgt werden, egal ob solo oder vor einem gewaltigen Orchester-Tutti. Und dann kann man es auch mal richtig rockig krachen lassen – unser immer wieder gerne gehörtes Live-Album „Made in Japan“ von Deep Purple lässt die absolut rohe Energie dieser Konzerte wiederaufl eben wie damals 1972 – auch kein Ding für die AVM. Aber ihre stärksten Momente hat sie, wenn sie sich der puren Eleganz hingeben kann, wie in den edlen Aufnahmen von Dead Can Dance, Donald Fagen oder Ry Cooder – diese Musik wirkt über ein gutes System und eine Vorstufe wie die Inspiration so auf den Punkt in Sachen Präzision und Räumlichkeit, dass absolut keine Wünsche mehr offen bleiben.

Fazit

Die AVM Inspiration P1.2 zeigt: Das  Thema  Phonostufe  lässt sich  auch  auf absolut moderne und pragmatische Art und Weise auf ein sehr  hohes Niveau bringen.

Preis: um 700 Euro

Phono Vorstufen

AVM Inspiration P1.2


04/2016 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb AVM, Malsch 
Telefon 07246 4385 
Internet www.avm-audio.de 
Garantie (in Jahren)
B x H x T (in mm) 150/110/50 
Gewicht (in Kg) 0,5 
Unterm Strich... Die AVM Inspiration P1.2 zeigt: Das Thema Phonostufe lässt sich auch auf absolut moderne und pragmatische Art und Weise auf ein sehr hohes Niveau bringen 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 20.04.2016, 09:58 Uhr
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