Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: ModWright PH150


Konsequent

Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 1
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Sie suchen: Eine Phonostufe. MM- und MC-fähig. Mit umschaltbaren Eingangskapazitäten und -impedanzen. Mit schaltbaren Gainstufen. Mit symmetrischen und unysmmetrischen Ausgängen. Dann dürfen es gerne auch noch hervorragende Messwerte sein und natürlich in Röhrentechnik. So was gibt’s nicht? Doch, hätte ich gerade hier

Mitspieler


Plattenspieler:

 Linn LP12 „Akurate“
 Transrotor Fat Bob S mit SME IV

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Verstärker:

 AEC Vor-Endverstärker- Kombination
 DIY 2A3

Lautsprecher:

 Progressive Audio Extreme 1
 Audio Physic Avantera

Zubehör:

 Netzleisten von PS Audio, Silent Wire
 Kabel von van den Hul, Silent Wire,
 Basen von Liedtke Metalldesign, Thixar und Accurion


Gegenspieler


Phonovorstärker:

 Quad Twentyfour P
 EAT Glo 


Kaum zu glauben, aber wahr: Mit der PH150 hat die hierzulande noch relativ unbekannte Marke ModWright auf der Basis einer recht konservativen Röhren- RIAA eine Phonostufe auf die Füße gestellt, die in Sachen Ausstattung kaum einen Wunsch offen lässt. Wir sind stolz darauf, das einzige momentan erhältliche Exemplar zum Testen in der Redaktion zu haben – wobei wir bei aller Begeisterung ausdrücklich darauf hinweisen wollen, dass die endgültige Version des Geräts eine etwas geänderte Position der rückseitigen Buchsen haben wird und dass sich die Beleuchtung des Logos noch etwas ändern wird. Und natürlich wird es sich Dan Wright nicht nehmen lassen, noch einmal persönlich ein letztes Feintuning an Bauteilen und Klang vorzunehmen, auch wenn hier in meinen Augen und Ohren kein Handlungsbedarf mehr besteht. Eben diesem Dan Wright möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich für die Unterstützung danken, mit der er mir schnell und umfassend die auf dem Herzen liegenden technischen Fragen beantwortet hat.

Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 2Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 3Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 4Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 5Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 6Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 7Phono Vorstufen ModWright PH150 im Test, Bild 8
Aber zunächst einmal zur Firma selbst, die es noch gar nicht mal so lange gibt, nämlich erst seit dem Jahr 2000. Der Name geht auf das ursprüngliche Geschäftsfeld zurück: Dan Wright hat Klangtuning- Maßnahmen an populären Digitalquellen wie CD-Playern durchgeführt, weil seiner Meinung nach gerade in den analogen Ausgangsstufen viel zu viel Potenzial verschenkt wurde. Diese schon auf Röhrentechnik basierenden Umbauten führten konsequenterweise zum nächsten Schritt: 2003 wurde der erste eigene Vorverstärker gebaut, in den folgenden Jahren wurde die Verstärkerkette dann komplettiert. Eine „kleine“ Phonostufe gibt es auch schon eine ganze Weile, nur den großen Wurf in Sachen Phonoverstärkung hat man eine ganze Weile entwickelt – mit Ergebnissen, die sich sehen lassen können. Die Modwright PH150 ist ein Gerät in zwei Gehäusen – in der Preisklasse, in der wir uns mit einem angestrebten UVP von 9.000 Euro bewegen, gehört so etwas zum guten Ton. Natürlich findet sich in dem durch ein ausreichend langes Kabel in sicherer Entfernung befindlichen Gehäuse der große Trafo samt Netzteil. Wobei – nicht die gesamte Netzteilsektion befindet sich außerhalb – im Gehäuse des eigentlichen Verstärkers noch eine Platine mit Halbleitertechnik zur Stabilisierung der Hochspannung untergebracht ist. An der für eine Phonostufe mit extrem vielen Bedienelementen versehenen Frontplatte kann man es schon erkennen: Hier hat wirklich jemand versucht, die Eier legende Wollmilchsau zu bauen: Natürlich kann man zwischen MM und MC umschalten. Schon etwas weniger selbstverständlich ist die dreistufige Gain-Regelung, mit der man so ziemlich jedem Tonabnehmer der Welt gerecht werden dürfte – dies erst recht mit den in einem weiten Bereich schaltbaren Eingangsimpedanzen und -kapazitäten. Letztere werden über lange Achsen hinter den Drehschaltern direkt auf der Phonoplatine geschaltet, während die Verstärkung und der Mono/Stereo-Betrieb über Relais gesteuert werden. Um die Signalwege kurz und störungsfrei zu halten, hat Dan Wright die erste Verstärkerstufe direkt hinter die Eingangsbuchsen an der Rückwand der PH150 montiert – hier verstärkt ein Lundahl-Übertrager die MC-Signale, bevor eine erste Hybrid-Verstärkerstufe das eingehende Signal auf das für die einstufige RIAA-Entzerrung nötige Niveau anhebt. Nach der rein passiven RIAA- Stufe folgt eine weitere Verstärkerstufe, bevor das Signal über einen ebenfalls in Röhrentechnik ausgeführten Pufferverstärker mit Ausgangsübertragern aus dem Gerät herausgeführt wird. In der Praxis lernt man die gegenüber Mäuseklavieren und unzugänglichen Schaltern auf Geräterückseiten ungemein intuitive Handhabbarkeit der MoWright PH150 sehr zu schätzen. Auch wenn die Kombination in der freien Wildbahn eher nicht vorkommen wird: Gerade bei meinem Hörtest der billigen MM-Systeme hat mir die Kapazitätsanwahl und die schaltbare Verstärkung gute Dienste erwiesen – auch wenn ich es letztlich bei einer Einstellung für fast alle Systeme belassen habe. Die Praxis wird auch bei edlen Tonabnehmern nicht anders aussehen – es ist aber ein gutes Gefühl, dass man immer mal ein bisschen was drehen kann, auch wenn man dann immer wieder zu einer Einstellung zurückkehrt. Für ein Gerät mit Röhrentechnik ist die PH150 geradezu unheimlich ruhig – selbst bei voll aufgerissener Verstärkung ist das Nebengeräuschverhalten vorbildlich. Dem Eigenklang eines Tonabnehmers nimmt sie nichts weg und fügt auch nichts hinzu – lediglich nach ganz oben hinaus klingt sie etwas offener als die meisten anderen Phonostufen mit Übertrager. Die räumliche Abbildung ist einfach nur spektakulär: Weite und Tiefe sind atemberaubend, die Musik klebt nirgendwo, sondern kann sich frei im Raum entfalten. Gerade bei so gelungenen Produktionen wie den AudioNautes-Jahreszeiten oder der Impex-Belafonte setzt die Modwright neue Maßstäbe in Sachen Offenheit, Verve und Feindynamik. Das ist ganz großer Sport und sogar ein Riesenvergnügen, auch mal weniger auf Referenzklang getrimmte Platten über so ein Ausnahmegerät zu hören – hier hebt die PH150 ein ums andere Mal wahre Schätze an Feininformation oder Klangfarben. Ein klares Stoppsignal sendet sie aber auch: Wenn die Produktion arg schlapp oder spitz im Klang ist, dann darf man auch keine Wunder erwarten. Ist die aufgelegte Platte aber in irgendeiner Weise auch nur brauchbar, dann kann man sich mit der ModWright PH150 auf ungeahnte musikalische Entdeckungen freuen.

Fazit

Klar – für 9.000 Euro kann man eine Menge erwarten. Mit der Modwright PH150 bekommt man aber eine Menge mehr: Eine universell anpass- und einstellbare Phonostufe mit exzellenten klanglichen Möglichkeiten.

Preis: um 9000 Euro

Phono Vorstufen

ModWright PH150


07/2014 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb IBEX Audio 
Telefon 07321 25490 
Internet www.ibex-audio.de 
Garantie (in Jahren)
B x H x T (in mm) 120/430/335 
Gewicht (in Kg) 15 
Unterm Strich... » Klar – für 9.000 Euro kann man eine Menge erwarten. Mit der Modwright PH150 bekommt man aber eine Menge mehr: Eine universell anpass- und einstellbare Phonostufe mit exzellenten klanglichen Möglichkeiten. 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 06.07.2014, 09:50 Uhr
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