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Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Accuphase C-47


Thronfolge geregelt

Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 1
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Wer rechnen kann, der durfte darauf vorbereitet sein: Accuphase ist sehr verlässlich bei den Erscheinungsterminen für weiterentwickelte Geräte. Wobei dieser Begriff bei der neuen Phonovorstufe schon fast einer Majestätsbeleidigung gleichkommt

Zu meiner Schande muss ich gestehen: Ich weiß nicht mehr, wie die Accuphase- Phonovorstufe vor der C-27 hieß. Ich will noch nicht einmal ausschließen, dass es sich dabei um jene dunkle Epoche gehandelt hat, als es gar keine separate Komponente für diesen Verwendungszweck bei den Kompromissverächtern aus Yokohama gab. Sondern nur Phonomodule, die sich bei allen möglichen Vor- und Vollverstärkern nachrüsten ließen – was die Japaner ja bis zum heutigen Tag mit der ihnen eigenen Konsequenz anbieten. Die C-27 jedenfalls müsste im Jahre 2008 erschienen sein und wurde nach sechs Jahren von der C-37 abgelöst, die nun nach ebenfalls sechs Jahren der C-47 Platz machen muss. Hört sich irgendwie kalkulierbar und unspektakulär an, ist es aber nicht. Die Accuphase-Ingenieure sind so etwas wie Opfer ihres eigenen Perfektionsdrangs und das hat Konsequenzen. In vielen Fällen unterscheiden sich neue Gerätegenerationen nur marginal von ihren Vorgängern. Zwar gibt es jedesmal klar technisch nachvollziehbare Fortschritte, aber man muss schon in der Lage sein, sich über einen um zweieinhalb Dezibel besseren Fremdspannungsabstand ausgelassen freuen zu können. Das Update von der C-37 auf die C-47 ist kein solches Feilen an Details. Und ohne eine C-37 zum direkten Vergleich gehabt zu haben wage ich zu behaupten: Die derzeit 9729 Euro teure C-47 ist ein Erdrutsch. Sie ist keine keine sanfte Weiterentwicklung der C-37, sie schlägt bei Accuphase ein neues Kapitel in Sachen Phonovorverstärkung auf und ich habe keine Ahnung, wie sie das bei der C-57 in sechs Jahren nochmals nennenswert toppen wollen. Das große Ding bei der C-47 ist Symmetrie.

Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 2Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 3Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 4Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 5Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 6Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 7Phono Vorstufen Accuphase C-47 im Test, Bild 8
Nicht so ein bisschen Symmetrie wie bei anderen Maschinen in dieser Ausgabe, sondern so richtig. Von vorne bis hinten voll durchgängige Symmetrie. Mit Eingangsstufen, die aus unsymmetrische Signale zuerst einmal ins verheißungsvolle reich der doppelten, phasengedrehten Signalführung holt. Und einer Ausgangsstufe, die auch die unsymmetrischen Ausgangssignale durch saubere Differenzbildung aus den symmetrischen Komponenten erzeugt. Mehr Symmetrie geht nicht. Die Besonderheit an diesem Testbericht ist: Es ist bereits das zweite Mal, dass ich in die Tiefen dieses Gerätes abtauche. Das erste Mal geschah das bereits Anfang Juni, unmittelbar nach der Ankündigung des Gerätes. Dank des umfangreichen Informationsmaterials zu dem Gerät sah ich mich willens und in der Lage, einen ziemlich stark technisch orientierten Artikel darüber im Netz zu veröffentlichen. Wenn Sie das interessiert – Sie finden ihn unter holgerbarske.com/diverses/accuphase-c-47/. Der richtig nerdige Stoff steht da – Sie dürfen sich freuen, deshalb werde ich mich an dieser Stelle diesbezüglich etwas zurückhalten. Die C-47 ist auf den ersten Blick als klassisches Accuphase-Gerät zu identifizieren und unterscheidet sich rein äußerlich nur im Detail von ihren Vorgängern. Neu hinzugekommen ist eine Siebensegmentanzeige, über die man die gerade gewählte Tonabnehmer-Abschlussimpedanz nunmehr im Klartext ablesen kann und nicht mehr nur als Leuchtpunkt oberhalb einer entsprechenden Beschriftung. Das passt optisch ganz ausgezeichnet zu den aktuellen größeren Vor- und Vollverstärkermodellen, die auch alle über Siebensegment- Displays verfügen. Zudem gab es leichte Änderungen bei den angebotenen Impedanzwerten – geht in Ordnung, ist aber nicht von entscheidender Bedeutung. Die wichtigen Dinge manifestieren sich auf der Rückseite des Gerätes in Gestalt eines vierten Eingangbuchsenpaares, und zwar im XLR-Format. Das nämlich ist der Grund für den kompletten Neubau des Gerätes. Den symmetrischen Anschluss gestattet Accuphase ausschließlich MC-Abtastern. Was dem Hersteller zur Folge an einer häufigen Eigenart von MM-Tonabnehmern liegt: Dort nämlich ist vielfach eine Abschirmung mit der Minus-Signalleitung eines Kanals verbunden. Das kann eine prima Antenne für Störungen sein, die ihren Weg ziemlich ungehindert in die Verstärkerschaltung finden würden. Weil diese Störungen nur auf eine Seite des Signals wirken, wäre die Störunterdrückung der symmetrischen Anordnung wirkungslos. Von daher gilt: MM-Tonabnehmer gehören an einen der drei unsymmetrischen Eingänge. Die C-47 ist eine der wenigen Phonovorstufen, die über getrennte Signaleingangsstufen für MM- und MC-Abtaster verfügen. Damit ähnelt die Topologie eher der der C-27. Bei der C-37 ist, wie allgemein üblich, eine „Vor-Vorverstärkerstufe“ für MC-Betrieb vorhanden, die dem lediglich MM-tauglichen Verstärker vorgeschaltet wird. Wie nicht anders zu erwarten, ist die C-47 ein in Sachen Sorgfalt und Ordnung nicht zu schlagendes Stück Perfektion, das man kaum mit montiertem Gehäusedeckel betreiben will. Das Gehäuseinnere ist in vier Kammern unterteilt. In der linken stecken zwei vergossene Trafos zur Versorgung, hinten rechts sind die zwei Verstärkerplatinen kanalgetrennt übereinander angeordnet, vorne rechts residiert die Netzteilplatine, direkt hinter der Front die Steuerung. Der Schaltungsaufbau ist weitgehend diskret. Signale werden per Relais geschaltet, die Bauteileauswahl ist hochmodern und sehr interessant. Das ist Engineering, wie man es in dieser Konsequenz nur bei Accuphase findet. Symmetrische Phonokabel habe ich, also stand der uneingeschränkten Musikgenuss mit der C-47 nichts mehr im Wege. Die ersten Töne gehörten einer Band namens „My Dying Bride“ – mehr zufällig. Nun ist Doom Metal nicht unbedingt das, was der übliche Accuphase-Besitzer seinen Champagner-Preziosen überantwortet. Mir allerdings haben die Herren aus West Yorkshire sehr schnell klar gemacht, dass andere Phonovorstufen nur dann unglaublich super sind, solange sie sich nicht mit dieser hier vergleichen müssen. Zumindest was eine ganze Reihe von „zählbaren“ Eigenschaften angeht. Das letzte bisschen Konturenschärfe, das ich mir im Bass der Wilsons noch gewünscht hätte – jetzt ist es da. Womit die Gnadenlosigkeit, die das gesamte Setup nunmehr zu entwickeln in der Lage ist, nur noch von meinen großen JBLs mit ihrer doppelten 15"-Bestückung im Bass zu toppen ist. Große Worte, ich weiß, aber wohlüberlegte. Das Besondere am symmetrischen MC-Betrieb mit der C-47 ist, dass sie eine Atmosphäre von fast sakraler Opulenz schafft. Alles wirkt extrem fein und bis auf die atomare Ebene der Stofflichkeit hinunter konzentriert. Sie baut riesige Klanggebäude und öffnet das Geschehen gerade nach oben in ganz erstaunlichem Maße. Rauhigkeit, Korn – so etwas ist ihr völlig fremd, wenn der Tonabnehmer liefert. Klar musste ich das mit dem Lyra Atlas probieren, dass ich in letzter Zeit für besondere Gelegenheiten schone. Charakterlich passen die beiden perfekt zusammen. Beide schaffen die Synthese aus technischer Perfektion und vollkommen Unangestrengtheit. Auch mit dem Atlas gilt: Symmetrisch geht’s besser. Es klingt einfach noch ein bisschen farbiger, größer und lebendiger, unsymmetrisch tönt’s ein bisschen „grauer“. Die C-47 ist eine dieser superrauscharmen Phonovorstufen, bei denen man den Pegelsteller ohne Signal erst weit aufdrehen muss, um festzustellen, dass sie überhaupt eingeschaltet ist. Und das bisschen Rauschen ist ein sehr dezentes, mit wenig Anteil an „fiesen“ Frequenzen. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich Chat Baker schon mal so intim an seinem Trompetenspiel hat teilhaben lassen. Oder der berühmte von innen nach außen abzuspielende Tacet-Bolero von 2012: Es braucht eine gewisse Laufzeit dieser exzellenten Einspielung, bis sich das Werk in seiner Gänze entfaltet. Symmetrisch über die C-47 abgehört, funktioniert das bereits ab den ersten Tönen. Für mich ist die C-47 momentan ganz eindeutig das Maß der Dinge in Sachen Phonovorverstärkung. 

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Fazit

Die neue Accuphase-Phonovorstufe ist nicht weniger als ein Erdrutsch. Dank durchgängiger Symmetrie schafft sie eine enorme dynamische Spannweite, klingt ungeheuer geschmeidig und fein und agiert vollkommen ohne Schwächen. Ganz große Phonokunst.

Preis: um 9729 Euro

Accuphase C-47


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb PIA HiFi, Weiterstadt 
Telefon 06150 50025 
Internet pia-hifi .de 
Garantie (in Jahren) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 465 x 114 x 407 mm 
Gewicht ca. 15 kg 
Unterm Strich... » Die neue Accuphase-Phonovorstufe ist nicht weniger als ein Erdrutsch. Dank durchgängiger Symmetrie schafft sie eine enorme dynamische Spannweite, klingt ungeheuer geschmeidig und fein und agiert vollkommen ohne Schwächen. Ganz große Phonokunst. 

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Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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Interessante Links:
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