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Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Qualiton Phono


Sechszylinder

Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 1
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Osteuropa entwickelt sich immer mehr zu einer HiFi- und High-End-Hochburg. War es zunächst nur auf Käuferseite, so entdecken wir in den letzten Jahren immer mehr ernst zu nehmende Hersteller, die sich anschicken, unsere Ohren zu erobern

Otto Beisecker gebührt das Verdienst, den Hersteller Audio Hungary mit seiner Röhrenmarke Qualiton für den deutschen Markt entdeckt zu haben. Interessierte konnten sich auf den norddeutschen Hifitagen 2018 vom guten Klang unter anderem einer noch bezahlbaren Vor-Endstufen-Kombination überzeugen – und das sogar an nicht allzu wirkungsgradstarken Lautsprechern. Die Geschichte der Marke reicht weit zurück in die unmittelbare Nachkriegsgeschichte Ungarns. In den wechselhaften Jahren danach wurde diverse Male umfirmiert, aber eines blieb konstant: Man war stets der größte und heute auch der erfahrenste Hersteller professioneller Beschallungstechnik in Ungarn. Größtes Renommierprojekt war dabei sicherlich der Bau der kompletten Stadionanlage für die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau. Und auch heute noch ist man gut im Geschäft, hat aber auch Kapazitäten frei für fast schon das genaue Gegenteil von Stadionbeschallung: Höchstwertige Verstärker in Röhrentechnik für die heimische Stereoanlage, vor der ja eher selten einige Zehntausend Leute sitzen. Ganz bewusst haben wir uns für den ersten Test im Qualiton-Produktportfolio für einen Phonovorverstärker entschieden. Das hat mehrere Gründe: Erstens ist uns als Magazin für Schallplattenwiedergabe ein Gerät möglichst nah an der Nadel am liebsten. Und zweitens ist eine Phonovorstufe in Röhrentechnik die Königsklasse, vor allem, wenn es um die saubere Verstärkung von Signalen eines MC-Tonabnehmers geht. In Sachen Äußerlichkeiten gibt es keine Sensationen zu vermelden: Es gibt ein halbformatiges Gehäuse mit der eigentlichen Phonovorstufe, dazu ein etwas schmaleres Kästchen mit dem ausgelagerten Netzteil, das gerne etwas weiter weg stehen darf, um eventuelle Einstreuungen ganz zu vermeiden.

Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 2Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 3Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 4Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 5Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 6Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 7Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 8Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 9Phono Vorstufen Qualiton Phono im Test, Bild 10
Das Gehäuse aus poliertem Edelstahl ist sauber verarbeitet, an den Kanten leicht abgerundet und an allen Schweißnähten ordentlich verschliffen – da kann man nicht meckern. Ob nun dieses Design bei allen Leuten ankommt, die bereit sind, über 4.000 Euro für eine Phonovorstufe anzulegen, möchte ich gerne den Kunden überlassen – vielleicht würde eine mattschwarze Version des Phonoteils den potenziellen Kundenstamm noch einmal erweitern. Betrachtet man das Hinterteil des Phono, erkennt man eine etwas merkwürdige Verteilung der Ein- und Ausgangsbuchsen. Während Letztere links und rechts am Rand montiert sind, sitzen Erstere auf einer aufschraubbaren Platte in der Mitte des Geräts. Die Beschriftung macht es dann auch klar: Die Qualiton kann als MM- oder als MC-Vorstufe arbeiten, „oder“, wohlgemerkt. Denn entweder schiebt man eine Blindplatine ins Gerät, was die Eingänge direkt mit der ersten Verstärkungsstufe verbindet, oder eben die „MC-Vorstufe“, die einfach aus einem Pärchen aufwendig geschirmter Übertrager besteht, die für eine Vor-Vorverstärkung der anliegenden MC-Signale um 22 Dezibel sorgen. Nun darf man davon ausgehen, dass die wenigsten Kunden, die in dieser Preisklasse einkaufen, an der Qualiton ein MM-Tonabnehmersystem betreiben. Sinn macht die Konfiguration trotzdem: Es gibt nämlich einen separaten Übertrager, der zwar etwas mehr kostet als die Einschubvariante, aber eben auch mehr spontane Flexibilität erlaubt. Im Inneren der Qualiton Phono hat man nicht gespart: Sage und schreibe sechs Doppeltrioden arbeiten hier an der sauberen Verstärkung der Phonosignale, wenn auch nicht mit allen Systemen. Die RIAA-Entzerrung erfolgt rein passiv zwischen den beiden ersten Verstärkungsstufen, die jeweils aus einem Paar ECC83 von Tungsram bestehen. Am Ausgang werkeln dann zwei E88CC aus der Tesla-Produktion. Die Schaltung wirkt aufgeräumt, handwerklich extrem sauber aufgebaut und in Sachen Bauteilequalität kann man auch nur anerkennend mit dem Kopf nicken. Anständig gemacht, keine Frage. Die technischen Angaben des Herstellers können wir in unserem Messparcours bestätigen, also durfte die Qualiton gleich auf unserem Rack Platz nehmen. Und weil es gerade so schön eingespielt und auf der Höhe seiner Kunst angelangt war, speiste das Phasemation PP-500 die Eingangsübertrager. Im Gegensatz zum transistorisierten EAR 324 manifestierte sich dann auch gleich eine klar andere Spielart. War die Abbildung der Bühne mit dem Paravicini-Gerät noch streng „demokratisch“, ergab sich nun eine leichte Betonung des Raums in der Mitte der Abbildung, während die Ränder einen halben Schritt in den Hintergrund traten. Das ist jetzt nicht besser oder schlechter, eben einfach nur – anders. Und obwohl die Eingangsimpedanz von 145 Ohm rechnerisch nicht optimal zum Phasemation passt, kann ich nur sagen, dass die Kombination zum Verlieben schön spielt. Das Ganze übrigens ohne Röhrenverstärker dahinter, sondern mit sehr neutraler Verstärkung und Lautsprechern. Die abgebildete Raumtiefe ist phänomenal, ebenso die Schwärze der Bässe, die auch von der komplett nebengeräuschfreien Wiedergabe profitieren. Überhaupt, Dynamik: Die Qualiton mag nicht die „schnellste“ Phonovorstufe der Welt sein, was die Abteilung Attacke angeht, sie hat aber eine ganz eigene Wucht und Verve, was das Verarbeiten dynamischerer Musikstücke angeht. Und in den leisen Momenten packt sie noch einen drauf: Was sie an atemberaubender Spannung in den ganz minimalistischen Passagen eines Stücks zu erzeugen imstande ist, ist absolut charismatisch. Das heißt: Natürlich ist die Musik charismatisch, aber ein Gerät wie die Qualiton transportiert diese Ausstrahlung einfach noch besser als andere. Und so begab es sich wieder einmal, dass ein Hörtest länger und länger wurde, die Kollegen, die auch mal in den Hörraum wollten, irgendwann frustriert nach Hause gingen und ich irgendwann im Verlauf des Abends dem Sicherheitsdienst erklären musste, warum die Alarmanlage immer noch nicht scharfgeschaltet war. Mit der Qualiton Phono kann Ihnen das auch passieren, wetten?

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Fazit

Die Qualiton Phono schafft es, die möglichen Schwächen der Bauart komplett auszumerzen und gleichzeitig den ganzen Charme einer Röhrenvorstufe auszuspielen. Eine extrem spannende Alternative!

Preis: um 4400 Euro

Qualiton Phono


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Beisecker Hifi , Kaiserslautern 
Telefon 0631 35788094 
Internet www.beisecker-hifi.de 
Garantie (in Jahren) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 380/320/215 
Unterm Strich... Die Qualiton Phono schafft es, die möglichen Schwächen der Bauart komplett auszumerzen und gleichzeitig den ganzen Charme einer Röhrenvorstufe auszuspielen. Eine extrem spannende Alternative! 

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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 30.05.2018, 09:58 Uhr
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Topthema: Mundorf K+T MuViStar M
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Nach dem Erscheinen der U-Serie-AMTs war es natürlich nur noch eine Frage der Zeit, dass wir und andere Entwickler Bausätze damit realisieren würden. Dieses Mal waren die anderen Entwickler einen Hauch schneller, aber mit der MuViStar M sind wir jetzt dran.

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Dipl.-Phys. Guido Randerath - Ressort Heimkino und Car Hifi
Dipl.-Phys.
Guido Randerath
Ressort Heimkino und Car Hifi
Heimkino 6/2021

Es ist uns eine große Freude, Ihnen die EISA AWARDS 2021-2022 präsentieren zu dürfen. Zusammen mit den Kollegen von 60 Testmagazinen und -Websites aus Europa, Amerika, Asien und Australien kürt unsere Redaktion als exklusives deutsches Mitglied in der Home Theatre Audio Expert Group jedes Jahr die besten Geräte der Welt.
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Elmar Michels - Ressort Car Hifi
Elmar Michels
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Car Hifi 6/2021

Ich freue mich, Ihnen ein ganz sicheres Jahreshighlight zu präsentieren. Voll im Wohnmobiltrend und frisch vom Caravan Salon erreichte und Pioneers neues Camper-Navi AVIC-Z1000DAB zum Test. Zugegeben nicht ganz billig, dafür aber voll ausgestattet mit allem, was den Urlaub im eigenen Wohnmobil vom ersten Meter an entspannt und stressfrei macht. Darüber hinaus haben wir natürlich noch über zwei Dutzend weitere Geräte im Test. Da ist alles dabei, günstige Verstärker und Lautsprecher, bezahlbares High-End, die perfekte Mini-Steuerzentrale mit 9 DSP-Kanälen und natürlich jede Menge Subwoofer. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!
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Holger Barske - Ressort<br>High-End
Holger Barske
Ressort
High-End
LP 6/2021

Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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Thomas Schmidt - Ressort Hifi
Thomas Schmidt
Ressort Hifi
Hifi Test TV HiFi 6/2021

Es geht wieder in Richtung Herbst und Winter - wegen der doch eingeschränkten Möglichkeiten, sich draußen zu betätigen, die Hauptsaison der gemütlichen Musik- und Filmabende in den eigenen vier Wänden.
A propos Wände: In dieser Ausgabe finden Sie eine Reportage über die Zukunft des Lautsprechers als Begleiter des täglichen Lebens, nämlich unsichtbar in der Wand eingelassen, versteckt hinter der Tapete oder sogar Putz!
Aber auch die klassischen Hifi-Themen kommen nicht zu kurz: So haben wir die PS-Audio-Stellar M1200 Endstufen getestet, mit deren Leistung von über 1000 Watt pro Kanal dynamisch keine Wünsche mehr offen bleiben.
Viel Spaß beim Lesen!
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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