Kategorie: Röhrenverstärker

Einzeltest: Magnat RV 2


Der zweite Streich

Röhrenverstärker Magnat RV 2 im Test, Bild 1
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Vor drei Jahren haben wir das gelungene Debüt beklatscht: Den ersten Röhrenverstärker der in dieser Hinsicht bis dato noch völlig unverdächtigen Marke Magnat. Mit einem optisch wie technisch weiterentwickelten Modell schlägt man nun das nächste Kapitel auf

Mitspieler


Plattenspieler:

 The Funk Firm Vector III mit Ortofon OM40
 Transrotor Rondino mit SME 5009 und Transrotor Merlo Reference

Lautsprecher:

 Sonus Faber Liuto Monitor Wood
 Kudos X2
 K+T CT252

Zubehör:

 Netzleiste: PS-Audio
 Phonokabel Furutech, Nordost, Horn Audiophiles
 NF-Kabel: Van den Hul
 Lautsprecherkabel: Silent Wire
 Racks und Basen: SSC, Empire, Tabula Rasa


Gegenspieler


Verstärker:

 AVM Evolution V3 und M3
 Wall Audio Aura
 Accustic Arts Power ES

Logischerweise trägt der Nachfolger den Namen RV-2 – schlicht und einfach, wie das Konzept, das er grundsätzlich von seinem Vorgänger übernommen hat. Grob vereinfacht bedeutet das: Je ein Paar Doppeltrioden für die Eingangs- und die Phasenumkehrstufe, dann ein Quartett Pentoden in Push-Pull-Schaltung für die Leistungsverstärkung.

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Dennoch: Veränderungen und Verbesserungen hat es in den Details etliche gegeben. So ist man in der Endstufe von den Standard-EL34 auf 6550-Pentoden ausgewichen – was dem RV-2 auf dem Papier erst einmal einen satten Leistungszuwachs beschert. Eine große Veränderung hat es auch bei der Phonostufe gegeben, die nicht mehr in Röhrentechnik ausgeführt ist, sondern als Halbleiterschaltung. Im Gegenzug gibt’s dafür einen MC-Eingang – dagegen wird ja auch kaum jemand etwas haben. Die größte und offensichtlichste Änderung hat jedoch am Kleid des Verstärkers stattgefunden – ob der RV-1 seinen Erbauern nicht mehr gefallen hat oder ob man versucht, ein bisschen mehr „stylish“ zu sein, entzieht sich meiner Kenntnis. Mir hat damals das bewusst reduzierte Retro- Design des RV-1 sehr gut gefallen – vor allem deswegen, weil man sich für ein geschlossenes Gehäuse entschieden hatte. Insofern ist der RV-2 wieder ein Schritt zurück zum üblichen „Pult-Design“ der meisten Röhrenverstärker. Eine Umfrage unter Kollegen zeigt ein eindeutiges Ergebnis: Der schwarze RV-2 mit seinen markant abgesetzten Bedienelementen in Chrom gefällt den meisten deutlich besser. Der dominante Lautstärkeregler in der Mitte der Frontplatte hat ja auch etwas: Mit seinem Turbinen-Design erinnert er mich an die große Zeit der amerikanischen Straßenkreuzer, als den Heckflossen keine Grenzen gesetzt waren und allenthalben Chrom dominierte. Aber zurück von der Straße in den Hörraum: Der RV-2 ist zweifellos auch technisch ein mächtiger Verstärker. Ganz nach der alten Schule: Zwei ECC83 in der Eingangsstufe, zwei ECC82 in der Treiberstufe, die die 6550 so weit auf Touren bringen, dass an Lautsprechern mit vier wie acht Ohm Nennimpedanz immerhin 50 Watt pro Kanal zur Verfügung stehen. Das ist auch für einen Push-Pull-Verstärker ein respektables Ergebnis, wenn auch immer noch kein Freibrief dafür, jede beliebige Box mit dem Magnat zu betreiben. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass der RV-2 zumindest mit allen Boxen, die wir angeschlossen haben, ohne Wenn und Aber funktioniert hat. Messtechnisch ergibt sich ebenfalls ein durch und durch sauberes Bild – vor allem in Sachen Klirrarmut kann sich der Magnat durchaus mit seinen Transistorkollegen messen. Und das kann er vor allem auch in Sachen Klang: Noch etwas zupackender und lebendiger als sein direkter Vorgänger, der ja vor allem durch seine fast schon strenge Neutralität überzeugt hat. Hier geht der RV-2 doch seinen eigenen Weg, der sich durch einen etwas vollmundigeren Klang auszeichnet, Sängern noch etwas mehr Brust verleiht und Saiteninstrumenten dieses ganz spezielle Flirren. Nur, um es richtig einzuordnen: Der Magnat ist beileibe keine „gesoundete“ Maschine – er steht nur richtig in Saft und Kraft. Dabei hat er durchaus feine Manieren – weder geraten ihm die Bässe zu polternd, noch werden Höhen überbetont. Es herrschen Ausgewogenheit und Disziplin allenthalben, auch wenn der RV-2 richtig dynamisch zupackt. Das Phonoteil macht seine Sache auch mehr als ordentlich, obwohl ich der Röhrenversion im RV-1 eine kleine Träne nachweine – ich mag eben Verstärker, die rein mit Röhren arbeiten. In Sachen Klang reiht sich der Magnat zwischen den sehr sauber und disziplinert spielenden Transistorverstärkern und den Single-Ended-Röhrenverstärkern ein, die wir in dieser Ausgabe parallel getestet haben. Ersteren hat er eine etwas erdigere Spielweise voraus, muss sich aber in Sachen absoluter Präzision knapp geschlagen geben – wirklich sehr knapp. Gegenüber den Single-Ended-Kandidaten nimmt sie sich dagegen schon fast als Neutralitätswunder aus. Klarer, nüchterner, aber auch genauer spielt er im direkten Vergleich. Ein Kompromiss? Wenn man so will: Ich würde es eher als gelungene Kombination von Alltagstauglichkeit mit Röhrenflair bezeichnen. Ich kann mir aber eine Menge Leute vorstellen, denen der satte Klang des Magnat RV-2 bereits weit genug in die Gefilde klassischer Röhrenverstärker geht und die es sehr zu schätzen wissen, dass der Vollverstärker eine komplette Ausstattung mit Phonoteil hat und sich vor allem zum Zusammenspiel mit fast allen Lautsprechern gerne bereiterklärt.

Fazit

Eine konsequente Weiterentwicklung: Ein bisschen besser ausgestattet, ein bisschen stärker und noch musikalischer: So darf der schwarze Schöne RV-2 gerne das Erbe seines wundervollen Vorgängers antreten.

Kategorie: Röhrenverstärker

Produkt: Magnat RV 2

Preis: um 2499 Euro


6/2011
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audiovox, Pulheim 
Telefon 02234 8070 
Internet www.magnat.de 
B x H x T (in mm) 403/190/375 
Gewicht (in Kg) 23 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre (Röhren: 6 Monate) 
Ausführung: k.A. 
Unterm Strich... » Eine konsequente Weiterentwicklung: Ein bisschen besser ausgestattet, ein bisschen stärker und noch musikalischer: So darf der schwarze Schöne RV-2 gerne das Erbe seines wundervollen Vorgängers antreten. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 21.06.2011, 11:34 Uhr
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