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Kategorie: Röhrenverstärker

Einzeltest: MalValve preamp four line


Size matters

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Dies ist die Geschichte eines Abschieds. Des Abschieds von einem über die Jahre lieb gewonnenen Freund. Mit ein paar leicht exzentrischen Eigenarten, grundsätzlich aber mit herzensguter Seele

Mitspieler



Plattenspieler:


Transrotor Fat Bob / SME 3500 / Accuphase AC-5
Clearaudio Master Reference / SME 309 / Grado Statement 1


Phonovorstufen:


van den Hul „The Grail BS“
Burmester 100


Endverstärker:


SymAsym
Accphase A-65


Lautsprecher:


Klang + Ton Nada
Vroemen La Chiara Ceramica


Gegenspieler



Vorverstärker:


MalValve preamp three line
Accuphase C2810


Besagter guter Freund ist ein in eher unscheinbares Dunkelgrau gewandeter Aluminiumquader mit fünf dicken verchromten Drehknöpfen. Er hört auf den Namen „preamp three line“ und ist seit rund viereinhalb Jahren unverzichtbarer wie unbestechlicher Dreh- und Angelpunkt unseres Arbeitsgeräteparks. Das liegt einerseits daran, dass Firmeneigner Dieter Mallach einer der ganz wenigen Leute ist, der uns freundlicherweise über einen längeren Zeitraum mit seinen Maschinen „spielen“ lässt und sie nicht wieder einsammelt, noch bevor die letzten Zeilen des dazugehörigen Testberichtes in der Tatstatur verschwunden sind, nein – das Gerät dient uns auch seit Jahren als absolut zuverlässiger Ankerpunkt zur Beurteilung anderer Vorstufen, als zuverlässiger Antrieb für Endverstärker jeglicher Couleur und als klangneutrale Umschalteinheit für symmetrische und unsymmetrische Signale in jeder Form und Farbe. Genau das muss eine Vorstufe leisten, und diese tut das seit viereinhalb Jahren völlig ohne Murren, obwohl sie fast jeden Tag richtig arbeiten muss. Das Einzige, was nach all der Zeit mal einer Revision bedurfte, war ein Taster der Fernbedienung – der Kontakt für „Lautstärke rauf“ war dann doch irgendwann etwas überstrapaziert. Den konnten wir selbst wechseln, das Gerät hat in all der Zeit seinen Erbauer nicht wiedergesehen – es sei denn, er kam mal zu Besuch bei uns vorbei.

Diese Vorstufe ist mit ziemlichem Abstand das am meisten beanspruchte Gerät in unserem Hörraum – auch Kollegen von anderen Redaktionen haben reichlich mit ihm zu tun. Dass es das seit so langer Zeit völlig klaglos mitmacht, kann gar nicht hoch genug gehängt werden, denn Redakteure von HiFi-Magazinen pflegen ihren Arbeitsgeräten in aller Regel nicht mit so viel Liebe zu begegnen, wie der geneigte Hobbyist das zu tun pflegt. Überflüssig zu erwähnen, dass natürlich noch der erste Röhrensatz (und es gibt immerhin ein Dutzend Glaskolben darin) Dienst tut und überhaupt keinerlei Anzeichen von Schwäche zeigt. Das, liebe Leser, sind Zeichen von beruhigender Qualität. Und doch – er wird gehen müssen, der preamp three line. Es gibt nämlich einen Umstand, an den wir alle, die wir täglich mit dem Gerät arbeiten, uns bis heute die Zähne ausgebissen haben: die Bedienbarkeit. Genauer: die Zuordnung zwischen Schalterstellung und angewählter Funktion. An dieser Stelle schüttelt Dieter Mallach verständnislos den Kopf, für ihn ist die Logik hinter seinem Tun sonnenklar. Sorry – für uns nicht, auch nicht nach Jahren. Jetzt gibt’s aber glücklicherweise seit einiger Zeit einen „preamp four line“, der nicht nur noch ein paar Features mehr hat als sein kleinerer Bruder, klanglich angeblich nochmals zulegen kann, er hat noch etwas viel Wichtigeres: ein Display.

Eines, das unmittelbar vermeldet, was ein Dreh an einem der sieben Drehknöpfe zur Folge hat. Genau das, was wir brauchen. Und die Chancen, dass auch dieses Gerät ein wenig länger in unseren Räumlichkeiten verbleiben darf, stehen gut – ein Grund mehr, Ihnen das Gerät vorzustellen, bevor es bei uns so richtig „einzieht“. Bei MalValve baut man Röhrenverstärker. So richtig. Was hier am Signal werkelt, das steckt ausschließlich in evakuierten Glaskoben. Es gibt keine Transistoren für die ganz kleinen Signale, keine MosFets für die Stromquellen, keine Operationsverstärker für die Arbeitspunkteinstellung.Hier gibt’s Röhren, sonst nichts. Im Falle des preamp four line zum Preise von 14.000 Euro deren zwanzig. Alle sind an der Signalaufbereitung beteiligt. Auch wenn man ein so konsequent vollsymmetrisches Gerät wie dieses hier baut, dann verwundert die Zahl doch. Andere schaffen das mit maximal acht Doppeltrioden, was machen die denn bloß mit so vielen Systemen? Ganz einfach: einen konsequenten Vorverstärker bauen. Konsequent bedeutet, dass es zwar nur eine einzige spannungsverstärkende Stufe im Gerät gibt, aber gleich drei Pufferstufen an sinnvollen Stellen. Die erste davon sitzt gleich nach dem Eingangsübertrager. Der übrigens ist immer im Spiel, macht aus unsymmetrischen Signalen symmetrische – nur diese Form des Audiosignals gibt’s ab jetzt in diesem Gerät.

Besagten Übertrager – eine sehr genau auf diesen Anwendungsfall optimierte Hybridkonstruktion (will sagen: Es kommen zwei verschiedene Kernmaterialien zum Einsatz) – baut man natürlich selbst. Danach gibt’s Pufferstufe eins, die für ein möglichst niederohmiges Signal ab hier sorgt. Für Röhrenprofis: Es kommt ein White-Kathodenfolger zum Einsatz, realisiert mit zwei Systemen einer ECC88. Danach kommt die Spannungsverstärkung, und die ist in dieser Form alles andere als alltäglich: Eine Pentode vom Typ EF184 und die beiden Systeme einer weiteren ECC88 bilden eine Anordnung, zu deren weiteren Details ich mich ein wenig zurückhalten möchte – wir wollen hier ja keine Bauanleitung abdrucken. Danach gibt’s abermals eine Pufferstufe, die den Lautstärkesteller niederohmig ansteuert, nach dem Relais-Pegelsteller mit ungefähr 127 Stufen gibt’s Puffer Nummer drei. Es folgt ein 1:1-Ausgangsübertrager – natürlich wiederum selbst erdacht und realisiert, und das war’s dann. Wir rechnen mal kurz zusammen: eine Röhre pro Puffer, zwei für die Spannungsverstärkung – das macht fünf pro Zweig. Wir brauchen vier Zweige, und schon sind die 20 Glaskolben beisammen.

Dass der Aufwand eindeutig beweisbare Vorteile hat, zeigt der Messparcours: Gewaltige Störabstände und Kanaltrennung, winzige Verzerrungswerte – hier finden sich Werte, die auch mit Halbleitern nur unter größten Mühen zu realisieren sind. Solche Werte lassen sich nicht mit puristischen Aufbauten nach dem „Igitt-Gegenkopplung“-Prinzip realisieren. Beim preamp four line gibt’s eine durchaus ordentliche Dosis Gegenkopplung. Die Schaltung ist aber so stabil, breitbandig und linear, dass sie auch schon mit aufgetrennter Gegenkopplung exzellent funktioniert. Man braucht die Rückführung des Signals nur noch, um die extreme Verstärkung des Konzeptes auf ein praxistaugliches Maß zu drücken und nicht, um Fehler auszuregeln. Unter diesen Voraussetzungen ist gegen den Einsatz des Prinzips rein gar nichts einzuwenden. Der Trick mit dem Lautstärkesteller am Ausgang ist übrigens ein guter: Auf diese Art schwächt er nämlich nicht nur das Signal ab, sondern auch alle von den Stufen davor erzeugten Störungen; so lassen sich dann auch Störabstände von 108 Dezibel produzieren. Der Blick ins Untergeschoss des Gerätes schmeichelt dem Auge des HiFi-Ästheten ganz ungemein: Der immense Schaltungsaufwand erstreckt sich über insgesamt 16 Platinen und ist von beispielhafter Aufgeräumtheit. Das erinnert mehr an Studiotechnik aus vergangenen Tagen als an aktuelle HiFi-Technik.

Die Verstärkerelektronik konzentriert sich auf einer großen Platine mit den 20 Röhren und elf darunter angeordneten Steckmodulen. Zweimal vier Steckkarten tragen die passiven Komponenten der Schaltung, ein Board mit 16 Relais übernimmt die Lautstärkeregelung, ein weiteres mit 14 Relais ist nur für das Subsonic-Filter (jawohl, sowas gibt’s hier) zuständig, eine dritte Relaisplatine bedient die diversen Mono-/Stereo-Schaltmöglichkeiten. Hinter der Front gibt’s eine große Schalterplatine, hier residiert auch der Mikrocontroller, der den gewaltigen Wust von Funktionen koordinieren muss. Und dann wäre da noch … ich erspar’s Ihnen, da gibt’s noch einiges. Zum Netzteil allerdings gibt’s noch ein paar Worte zu verlieren. Es sitzt in einem zweiten kleineren Gehäuse und wird mit einer ziemlich massiven Strippe und Spezial-Steckverbindern mit der Vorstufe verbunden. Dabei handelt es sich um eine ziemlich ausgefuchste Schaltversorgung, die den Wirkungsgrad in erträglichen Dimensionen hält. Das funktioniert etwa so: Ein Schaltnetzteil macht aus der Netzspannung erst einmal eine leistungsfähige Gleichspannung von 24 V.

Daraus wiederum erzeugen diverse speziell auf den jeweiligen Job zugeschnittene Schaltregler die im Gerät benötigten Spannungen – egal, ob es sich nun um die Hochspannung für die Röhren handelt, die Heizspannung oder die Versorgung für die Logikbausteine und die Relais. Das ist Hightech vom Feinsten, und die fällt nicht etwa aus den Regalen eines Zulieferers, sondern wird in Essen-Werden erdacht und gebaut. Es gibt nicht viele Kleinhersteller tönenden Equipments, die so etwas gestemmt bekommen. Schrauben wir das Ding wieder zu und sehen uns an, was man mit der Maschine so alles anstellen kann. Anstöpseln kann man jedenfalls schon mal eine ganze Menge: Es gibt drei symmetrische und vier unsymmetrische Eingänge, eine Cinch- Tape-Schleife, zwei Cinch- und zwei XLR-Ausgänge. Das sollte für den Hausgebrauch reichen. Beim Einschalten des Gerätes braucht man ein wenig Geduld, es dauert ein paar Minuten, bevor das rote Grafikdisplay aufhört zu blinken und die verschiedenen Betriebsarten anzeigt. Und davon gibt’s reichlich.

Man kann acht Stereo- und Mono-Betriebsarten in jeder Form und Farbe wählen, jeden Ausgang an- und abschalten (allerdings keinen symmetrischen und unsymmetrischen Ausgang gleichzeitig benutzen) und gleich acht Modi für das Subsonicfilter wählen (jeweils vier Eckfrequenzen mit einer Steilheit von 6 oder 12 Dezibel), was ich auch nicht im Allerentferntesten so schon einmal gesehen habe. Einen feinfühligen Balancesteller gibt’s auch noch. Dazu gehört eine massive Metallfernbedienung, die trudelt aber erst in Kürze bei uns ein. Bereits angekommen allerdings ist die klangliche Botschaft des Gerätes. Und die ist, was mich ehrlich gesagt ein wenig geschockt hat, nicht nur ein bisschen anders als die unseres langjährigen Weggefährten. So leid es mir tut – der preamp four line spielt in einer anderen Liga. Zwar geht er dynamisch mindestens genauso zur Sache wie „der Dreier“, spielt aber ungleich geschmeidiger, domestizierter, weniger hemdsärmelig. Bass? Und wie. Aber ohne diesen minimal polternden Beigeschmack, den das kleinere Modell beimengt. Die mittleren Lagen haben eine ungeheure Strahlkraft, und das in Verbindung mit einer völlig ansatzlosen Kraftentfaltung – dafür braucht’s denn wohl tatsächlich Röhren.

Es ist nicht der schöne Schein, den Glaskolbenkunst auf diesem Niveau auszeichnet, es ist diese laszive Lässigkeit, mit der auch noch so komplexes Material in seine Einzelteile aufgefächert wird, sich selbst erklärt, kaum greifbare klangliche Eigenheiten des reproduzierenden Gerätes erkennen lässt. Diese Vorstufe ist definitiv in der Lage, das Niveau einer Kette um ein beachtliches Stück zu liften, und bis dato haben wir das Luxusproblem, dass eigentlich alles gut klingt, was wir mit dem Gerät verbinden. Mit derlei „Problemen“ kann ich leben – dauerhaft.

Fazit

Zweifellos haben wir es hier mit einer der besten Vorstufen am Markt zu tun. Sie ist extrem komfortabel ausgestattet, markiert messtechnische Bestnoten und klingt unglaublich gelöst, selbstverständlich und frei.

Preis: um 14000 Euro

MalValve preamp four line


-

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb MalValve D. Mallach, Essen 
Telefon 0201 408084 
Internet www.malvalve.de 
B x H x T (in mm) 483/140/400 
Gewicht (in Kg) 15 
Garantie (in Jahre)
Ausführung: k.A. 
Unterm Strich... » Zweifellos haben wir es hier mit einer der besten Vorstufen am Markt zu tun. Sie ist extrem komfortabel ausgestattet, markiert messtechnische Bestnoten und klingt unglaublich gelöst, selbstverständlich und frei. 
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Autor Holger Barske
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Datum 03.11.2011, 11:19 Uhr
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