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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Cassandra Wilson - Blue Light Til Dawn (Blue Note Records)


Cassandra Wilson - Blue Light Til Dawn

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Rücksturz in die Neunziger. Es hat eine Zeit gegeben, da war „High End” ohne „You Don’t Know What Love Is” nicht denkbar. Eben jener Titel ist der erste auf diesem Album, das Cassandra Wilson 1993 nach ihrem Wechsel zu Blue Note Records ihren internationalen Durchbruch bescherte. Nennenswerte Aufmerksamkeit in Jazz-Kreisen genoss sie allerdings schon vorher, immerhin war „Blue Light ‘Til Dawn“ bereits ihr achtes Album. Dass Cassandra Wilson mehr ist als eine begnadete Jazz-Interpretin, macht dieses Album mehr als deutlich. Die Dame stammt vom Mississippi, und selbstverständlich hat der Blues Spuren in ihrer Musik hinterlassen. Genauso wie New York, die Wahlheimat der Dame, das sich mit all seinen vielfältigen Einflüssen in Wilsons Musik niederschlägt. Und so tönt das Album auch nach fast 20 Jahren noch überaus spannend, abwechslungsreich, manchmal reichlich sperrig, immer jedoch virtuos. Mitunter scheinen Weltmusik-Einflüsse durch. Sehr großartig: die Interpretation von Robert Johnsons „Hellhound On My Trail“, ein urwüchsiger, trotzdem zerbrechlich und ein bisschen schräg in Szene gesetzter Blues-Titel. Ein bisschen Tom Waits mit einer „richtigen“ Gesangsstimme. Und Joni Mitchells „Black Crow“ erst: Schon im Original ein nicht ganz unkomplizierter Titel, mutiert das Stück bei Cassandra Wilson zu einem großen perkussiven Experiment.

Wer’s gerne etwas eingängiger hätte, der darf sich auf Van Morrisons „Tupelo Honey“ freuen, diese Version wurde ebenfalls zu einem audiophilen Klassiker. Klanglich ist die Pure-Pleasure-Neuauflage des Albums ebenfalls ein Leckerbissen. Sie tönt ein bisschen fetter und spektakulärer als das Original, das halte ich für verschmerzbar. Bei den beiden 180-Gramm-Scheiben fallen nur die konsequent schief geklebten Labels auf, sonst gibt’s nichts zu meckern.

Fazit

Muss man eigentlich im Plattenregal stehen haben.
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Cassandra Wilson - Blue Light Til Dawn (Blue Note Records)


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Interessante Testportale:
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Holger Barske
Autor Holger Barske
Kontakt E-Mail
Datum 10.09.2012, 13:51 Uhr
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