Möchten Sie zur Seite für Mobilgeräte wechseln ? JaNein
Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Komponist: Gustav Mahler Interpret: Wiener Philkharmoniker, Zubin Mehta, Ileana Cotrubas, Christa Ludwig - Symphonie Nr. 2 „Auferstehungssymphonie“ (Decca Classics)


Komponist: Gustav Mahler Interpret: Wiener Philkharmoniker, Zubin Mehta, Ileana Cotrubas, Christa Ludwig - Symphonie Nr. 2 „Auferstehungssymphonie“

13085

Im Jahr 1975 haben sich die Wiener Philharmoniker mit Zubin Mehta am Pult im Studio eingefunden, um Gustav Mahlers zweite Symphonie aufzunehmen. Obwohl es ja eigentlich ein „Heimspiel“ für den Komponisten wäre, sah bis dahin die Aufnahmehistorie der Wiener in Sachen Mahler  nicht allzu opulent aus.  Und auch der Dirigent hat sich lange Zeit mit dem Gesamtwerk des großen Spätromatikers schwergetan – immerhin kann man ihm dafür Respekt  zollen, dass er nicht versucht hat, Werke, zu denen er selbst keinen Zugang gefunden hat, kommerziell zu verwerten.  Mahlers zweite Symphonie verkörpert auf eine bis dato noch nicht gehörte Art auf der einen Seite satte, pralle Lebensfreude, auf der anderen Seite  die Ahnung des Jenseitigen, Göttlichen.  Zum ersten Aspekt: Mehta steigt in den ersten Satz mit einem recht hohen Tempo ein und lotet die rhythmischen wie dynamischen Möglichkeiten  in der Komposition weitgehend aus.  Aber auch in der sich mehr und mehr durchsetzenden lyrischen Schönheit, die nun folgt, bleibt der Spannungsbogen erhalten – der sich wei- terentwickelt bis hin zum dramatischen Wendepunkt des Satzes, der  in Fall und Zerstörung mündet.

Im  sanften  und  ruhigen  Einstieg  in  den  zweiten  Satz  nimmt  Mehta  die Tempo- und Dynamikbezeichnungen des Komponisten sehr genau – das eröffnet ein weites Feld von Steigerungsmöglichkeiten im dritten, dessen „ruhige und fließende Bewegung“ wunderbar umgesetzt wird. Gänsehaut  erzeugt dann im vierten Satz der erste vokale Teil mit Christa Ludwig, deren „Urlicht“ vom Orchester wundervoll  umspielt wird.  Sage und schreibe zwei der vier Seiten des Doppelalbums nimmt der fünfte Satz ein, mit dem Mahler endgültig  die Form der klassischen Symphonie durchbricht – in vielerlei Hinsicht. Zum einen ist der Schlusssatz ein ganzes  symphonisches Werk in sich. Dann ist da natürlich die gewaltige Besetzung mit vollem Orchester, Chor und zwei  Solosängerinnen. Und schließlich arbeitet man noch mit „Tricks“, wie den hinter der Bühne und im Zuschauerraum  verteilten Bläserensembles.

Das Werk arbeitet sich hoch zur triumphalen Wiederauferstehung nach dem tiefen Fall  – hier werden jedenfalls noch einmal alle Register gezogen bis hin zum Finale, das den Zuhörer gleichermaßen erschöpft wie tief zufrieden hinterlässt.  Interpretatorisch lässt diese Aufnahme wenig zu wünschen übrig – das Werk erlaubt ja durchaus eine vielfältige  Herangehensweise, so dass es hier ohnehin keinen Standard geben kann.  In Sachen Klang muss man sich eingestehen, dass bei den ganz großen Tutti der Klangkörper manchmal ein bisschen  auseinanderfällt – die Mikrofonierung ist nicht immer ganz auf den Punkt. Dennoch: Eine hervorragende Interpretation mit gut aufgelegten Mitwirkenden. 

Fazit

Keine Referenzaufnahme, aber eine der interessantesten Interpretationen von Mahlers großer zweiter Symphonie.
Komponist: Gustav Mahler Interpret: Wiener Philkharmoniker, Zubin Mehta, Ileana Cotrubas, Christa Ludwig - Symphonie Nr. 2 „Auferstehungssymphonie“ (Decca Classics)


-

Bildergalerien

/test/schallplatte/decca_classics-komponist_gustav_mahler_interpret_wiener_philkharmoniker_zubin_mehta_ileana_cotrubas_christa_ludwig_-_symphonie_nr_2_auferstehungssymphonie_13085
Braun- Braun Audio - Bildergalerie , Bild 1
Braun Audio
Elac- ELAC – The Life of Sound. - Bildergalerie , Bild 1
ELAC – The Life of Sound.
>> zur Galerieübersicht
Neu im Shop

Raumakustik verbessern durch Schallabsorber

>> Mehr erfahren
Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
Kontakt E-Mail
Datum 02.01.2017, 12:02 Uhr
260_20510_2
Topthema: Reich beschenkt
Reich_beschenkt_1620031044.jpg
Mundorf MA 30 Final Edition

Auch, wenn der Zeitpunkt schon lange vorbei ist: Der Lautsprecher, mit dem sich Mundorf selbst zum 30-jährigen Firmenjubiläum feiert, ist auch im 32. Jahr der Firma eine spannende Angelegenheit.

>> Mehr erfahren
Dipl.-Phys.
Guido Randerath
Ressort Heimkino und Car Hifi
No-Name vs. Marke

Preisgünstige Produkte müssen nicht zwingend schlecht sein. In der Lebensmittelbranche beispielsweise kommt es vor, dass ein und dasselbe Produkt unter einem teuren Markenlabel sowie deutlich günstiger als No-Name im gleichen Supermarkt-Regal stehen. Doch wie verhält es sich bei Elektronik-Geräten?
>> Alles lesen

Elmar Michels
Ressort Car Hifi
Wohnmobil-Entertainment

Wohnmobile sind schwer angesagt und auch das Thema Entertainment wird bei Campern immer wichtiger. Daher ist die Nachrüstung von Campern auch hier bei uns ein Thema.
>> Alles lesen

Thomas Schmidt
Chefredakteur Hifi-Lautsprecher Testjahrbuch
Klang + Ton 2021

Man muss sich immer mal wieder neu erfinden. Und so haben wir unser "altes Schlachtross" Klang+Ton im Jahr 2021 thematisch deutlich breiter aufgestellt, um Ihnen, liebe Leser, die Lektüre noch spannender und abwechslungsreicher zu gestalten.
>> Alles lesen

Interessante Testportale:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • www.smarthometest.info
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

hidden audio e.K.