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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Christina Aguilera – Bionic (RCA)


Christina Aguilera – Bionic

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Christina Aguilera hat ein klassisches Karriereproblem: Sie ist inzwischen fast dreißig, gerade Mutter geworden und dadurch ein bisschen raus aus dem Job. Jetzt sieht sie sich umzingelt von jüngeren Konkurrentinnen um den Thron der Pop-Ikone, allen voran die zwar anstrengende, aber sehr talentierte Lady Gaga, aber auch so unerträgliche Krakeel-Gören wie Kesha. Nun, das Aguilera-Imperium hat voll zurückgeschlagen, und zwar an wirklich allen Fronten. Das Album präsentiert den kalkulierten Wahnsinn à la Lady Gaga, etwas Hip-Hop, ein bisschen Electronic, die notorische Ballade und – sicher ist sicher – natürlich eine Menge Sex, der ja bekanntermaßen beim Verkauf nicht hinderlich ist. Irgend etwas muss aber schief gegangen sein, denn sowohl in den USA und Großbritannien ist „Bionic“ nach allenfalls akzeptablem Start schon in der zweiten Verkaufswoche dramatisch eingebrochen. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es eben nicht reicht, sich von ein paar Produzenten und Komponisten vom Schlage einer Linda Perry zu umgeben. „Bionic“ wirkt trotz technischer Perfektion hilf- und orientierungslos, in allen Extremen überkalkuliert und im Songwriting allenfalls mittelmäßig. Schade, Christina Aguilera kann eigentlich wirklich singen.

Der Sound der Platte ist natürlich ebenso durchgestylt – ein Monument des digitalen Perfektionswahnsinns, den man vielleicht einfach daheim haben sollte, um den Charme weniger perfekter Produktionen wieder schätzen zu lernen.

Fazit

Wir betrachten „Bionic“ einfach als Kompliment: Die Musikfirma eines der größten Major-Acts dieses Planeten erachtet den Vinylmarkt als bedeutend genug, um das Album auch auf Platte zu veröffentlichen. Damit können wir leben – mit der Musik auf „Bionic“ leider nicht.
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Christina Aguilera – Bionic (RCA)


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