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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Madeleine Peyroux – Bare Bones (Rounder Records)


Madeleine Peyroux – Bare Bones

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Man kann es Jazz nennen, muss man aber nicht. Das fünfte Album der amerikanischen Sängerin und Komponistin Madeleine Peyroux ist der Versuch, es allen möglichen Geschmäckern recht zu machen, und das klappt erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht. „Bare Bones“ ist nicht fl ach genug, um unter die Niederungen der Popmusik gepflügt zu werden, und es ist zu sehr um Gefallen bemüht, um als Jazz durchzugehen. Nicht Fisch und nicht Fleisch also? Nicht unbedingt. Man hört eine ganze Menge Einflüsse: ziemlich viel Joni Mitchell, etwas weniger Rickie Lee Jones, ein bisschen Norah Jones. Weniger nachvollziehen kann ich die angebliche Nähe der Gesangsstimme zu Billie Holiday, das passt weder tonal noch in Sachen Ausdrucksfähigkeit. „Bare Boes“ ist in erster Linie vier Seiten Wohlklang. Durchaus unterhaltsam, klanglich absolut top, aber mit einem Schuss höchst professionell inszenierter Belanglosigkeit behaftet: eine – ob Sie das Prädikat negativ besetzen wollen oder nicht, überlasse ich Ihnen – höchst audiophile Platte. Ein Blick ins Lineup offenbart hochkarätige Begleitmusiker; während man die ausgezeichnete Schlagzeugarbeit von Vinnie Colaiuta durchaus hört, geht der Gastauftritt von Rebecca Pidgeon (deren „Spanish Harlem“-Cover immer noch auf jeder HiFi-Messe rauf und runter läuft) etwas unter.

Schon die Produktion von Larry Klein aus dem letzten Jahr zielt ganz eindeutig auf Hörer, denen Klangqualität wichtig ist, und die bewährte MFSL-Bearbeitung hat ein Übrigens getan: Das Album tönt überaus rund, satt, durchsichtig und makellos, es klingt richtig schön „nach Platte“. Man kann diskutieren, ob zwei 180-Gramm-Scheiben nötig gewesen wären, Seite drei zum Beispiel besteht fast zur Hälfte aus Auslaufrille.

Fazit

Eckt musikalisch nirgends an und klingt ausgezeichnet: eine echt audiophile Platte
Madeleine Peyroux – Bare Bones (Rounder Records)


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