Kategorie: Selbstbauprojekt

Einzeltest: Mivoc K+T "Mivoice 2"


Mehr Hubraum

Selbstbauprojekt Mivoc K+T Mivoice 2 im Test, Bild 1
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Während der Entwicklungsphase zur Mivoice 1 fiel uns das große Potenzial des neuen Mivoc-Hochtöners auf, der einen deutlich höheren Wirkungsgrad als der ebenfalls neue 180er-Tieftöner besitzt. Mussten wir bei der 1er noch kräftig in die Widerstandskiste greifen, um den Hochtöner im Pegel anzupassen, wird in der Folgeversion, der Mivoice 2, ein weiterer XAW 180 pro Box mitmischen – für mehr Wirkungsgrad und deutlich gesteigerte Dynamik. Und das alles für nur gut 50 Euro Aufpreis.

Nun gut, ganz ohne Widerstände ging es trotzdem nicht. Es kommen aber nur noch 1,5 Ohm zum Einsatz, im Gegensatz zu den recht heftigen 5,6 Ohm in der Mivoice 1. Was ist sonst noch anders als bei der kleineren Version? Die Box ist natürlich größer. Zwei Chassis benötigen halt doppeltes Volumen. Also machten wir das Gehäuse höher und tiefer, bei identischer Schallwandbreite.

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So stehen den beiden XAW 180 jetzt 55 Liter zur Verfügung, im Gegensatz zur Mivoice 1, die mit 28 Litern auskommen musste. Die drei Chassis ordneten wir nach der D`Appolito-Methode an, also Hochtöner mittig zwischen die beiden Tiefmitteltöner. Dieser Chassis-Anordnung schreibt man gemeinhin eine verbesserte Räumlichkeit und Abbildungsschärfe zu, da eine Punktschallquelle simuliert wird.

Bestückung


Das erst kürzlich erschienene Chassis-Modell XAW 180 HC, rundet Mivocs wunderschöne, neue XAW-Reihe nach unten ab und kommt in der Mivoice 2, wie schon erwähnt, doppelt zum Einsatz. Der XAW 180 HC ist sehr massiv aufgebaut. Ein gedrehter Aluring auf dem Korb sorgt für gehörigen Anpressdruck aufs Gehäuse und für die bombenfeste Fixierung der Sicke. Die Membran imponiert mit Sandwichaufbau und hoher Stabilität. Damit das schwingende System mechanisch hoch belastbar ist, wird sie mit der Sicke verklebt und obendrein vernäht. In der hinteren Polplatte des doppelt ausgeführten Magnetsystems sitzen drei Bohrungen, durch die Luft zirkulieren kann. Dadurch bleibt die Schwingspulentemperatur moderat, auch wenn es musikalisch heiß hergeht. Im Zentrum der Membran sitzt ein zylindrisches Gebilde, das meist als „Phase Plug“ bezeichnet wird, was auch immer das bedeuten mag. Zumindest wirkt es – quasi als Verlängerung des Polkerns – ein wenig wie ein Kühlkörper. Der kleine Mivoc-Tieftöner ist uneingeschränkt zweiwegtauglich und beeindruckt durch seine sehr wertige Ausführung. Der verwendete Hochtöner XGH 258 ALU ist ebenfalls neu im Mivoc-Programm. Die aus massivem Aluminium gefertigte Schallführung verleiht dem Mivoc-Tweeter ein edles Aussehen und lässt den Hochtöner einige Dezibel lauter aufspielen. Selbstverständlich ist die Technik des Hochtöners ebenso hochwertig wie die Optik. Ferrofluid im Luftspalt des Neodym-Magnetsystems sorgt fürs Überleben der Schwingspule in hitzigen Momenten. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben.

Gehäuse und Bedämpfung


Wir entschieden uns, von der Mivoice 1 inspiriert, für eine Gehäusevariante mit 55 Litern Nettovolumen und einer Bassreflexresonanz von rund 30 Hertz, was in etwa einer Linkwitzabstimmung 4. Ordnung entspricht. Der Aufbau ist nicht schwierig, da es keinerlei schräge Schnitte gibt und innen nur vier Versteifungen vorhanden sind, die durch ihre Anordnung zudem stehende Wellen in vertikaler Richtung unterdrücken. Was die Sache weiter vereinfacht, sind die Chassis selbst, die so gestaltet sind, dass keine Absenkungen für bündige Montage nötig sind. Im unteren Bereich der Schallwand sitzt der Reflexkanal. Die Bedämpfung des Innenraums ist mit „Sonofil“ oder ähnlichen Materialien sehr einfach. Je eine Matte legt man wie eine Schüssel hinter jeden Tieftöner. Das ist fürs Erste schon alles. Wichtig ist noch, dass bei der Montage des Hochtöners nicht nur ein rundes Loch gesägt wird. Rechts und links sind kleine Aussparungen für seine Lötfähnchen zu raspeln.

Frequenzweiche


Die Frequenzgänge der Chassis sind, abgesehen von der Membranresonanz bei 5000 Hertz, weitgehend linear und überlappen in einem weiten Frequenzbereich. Die günstigste Trennfrequenz zwischen beiden Wandlern liegt hier zwischen 2500 und 3000 Hertz. Höher ist nicht empfehlenswert, da sonst die erwähnte Pegelspitze bei 5000 Hertz nicht genügend unterdrückt wird, was zum Einsatz eines Saugkreises führen müsste. In diesem Fall war das nicht nötig. Die Spitze wird bereits mit Filtern 2. Ordnung (12 dB) einwandfrei unterdrückt. Filter geringerer Steilheit funktionieren nicht, da sie die Resonanzspitze fast ungehindert passieren lassen, was in der Praxis zu erheblicher Klangverschlechterung führt. Wir entschieden uns daher für Filter 2. Ordnung für Tief- und Hochtöner. Gegenüber der Mivoice 1 sind nur Bauteilewerte zu ändern, die Topologie bleibt erhalten.

Messwerte


Die angenehme Überraschung ist, dass sich der Frequenzgang unter verschiedenen Winkeln nur sehr moderat verändert, wobei der Hochtöner im obersten Frequenzbereich, wegen der gerichteten Abstrahlung durch die trichterförmige Schallführung, etwas abfällt. Ähnlich gut fiel die Klirrmessung bei 85 dB Pegel aus. Hier gibt es lediglich eine sehr kleine Klirrspitze im Mitteltonbereich, die sich aber klanglich mit 0,9 Prozent klanglich kaum auswirkt. Auch die weiteren Messergebnisse liegen über dem Durchschnitt. Der Phasenverlauf weist keine Sprünge auf, die Sprungantwort ist sehr gut, und die Impedanzkurve zeigt zudem das gutmütige elektrische Verhalten der Box.

Klang


Klanglich überrascht die Mivoice 2 mit einer Basswiedergabe, die in Tiefe und Klarheit gegenüber der schon sehr guten 1er nochmals gesteigert werden konnte. Was zudem auffällt, ist eine Hochtonwiedergabe, die, von hohen Anpassungswiderständen befreit, mit ungebremster Energie und Dynamik aufspielt. Das klingt lebendig und ganz selbstverständlich. Besonders erfreulich, dass dabei das homogene Zusammenspiel der Komponenten wie aus einem Guss wirkt. Genauso zeigen sich auch die Abbildungseigenschaften des Lautsprechers. Die dargestellte virtuelle Bühne ist realistisch weit und mit scharf umrissenen akustischen Einzelheiten gefüllt, die wie kleine Farbtupfer in einem Gemälde wirken – alles immer noch ein wenig besser als die kleine Mivoice mit der Nummer 1.

Fazit

Die Kombination aus zwei Tieftönern XAW 180 HC und dem Horntweeter XGH 258 ALU ist eine wirklich tolle Box geworden, die sich auch ganz hervorragend als Anfängerprojekt eignet und trotz der hohen Klanggüte keine Löcher ins Portemonnaie reißt.

Kategorie: Selbstbauprojekt

Produkt: Mivoc K+T "Mivoice 2"


8/2010
 
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Hersteller Mivoc 
Vertrieb Mivoc, Solingen 
Konstruktion Heinz Schmitt, Udo Wohlgemuth 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Nennimpedanz (passiv) (in Ohm):
Kennschalldruckpegel 2,83V/1m (in dB): siehe frequenzgang (kalibriert gemessen) 
Dämmstoff: 3 Matten (=1,5 Beutel) Sonofil 
Terminal: k.A. 
Lieferant: Intertechnik, Kerpen 
Kosten pro Box
Bausatz ohne Holz 160 
Holzzuschnitt 15 
Gesamtkosten 175 
Technische Daten
Hersteller Mivoc 
Vertrieb Speaker Trade 
Unverb. Stückpreis (in Euro): 50 
Z (in Ohm) k.A. 
Le (in mH) k.A. 
RDC (in Ohm): 5.6 
SD (in cm²): 133 
Qm: 5.21 
Qe 0.47 
Qt: 0.43 
fs (in Hz): 34.71 
VAS (in l): 28.63 
Mms (in g): 18.24 
Rms (in Kg/s): 0.83 
Cms (in mm/N): 1.15 
B*L (in Tm): 6.6 
No (in %): 0.25 
SPL: 85,90 db 1W/1m 
SPL: 87,45 db 2,83 V/m 
Technische Daten
Chassishersteller Mivoc 
Vertrieb: Speaker Trade 
Preis: 30 
RDC (in Ohm) 7.13 
SD ( in cm²)
Qm 1.51 
Qe 4.5 
Qt 1.13 
fs (in Hz) 1678,94 
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Autor Heinz Schmitt
Kontakt E-Mail
Datum 30.08.2010, 14:49 Uhr
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