Kategorie: Selbstbauprojekt

Einzeltest: Monacor K+T SPS18


Leicht und luftig

Selbstbauprojekt Monacor K+T SPS18 im Test, Bild 1
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Während wir bei üblichen Lautsprecherprojekten dazu tendieren, die Stabilität eines Gehäuses durch den Einsatz von reichlich Material zu erreichen, gehen wir hier mal einen anderen Weg: Dieser potente Subwoofer mit 18“-Teiftöner wiegt lediglich 26 Kilogramm. Ich erwarte Dankschreiben von Leuten aus der PA-Szene

Tatsächlich habe ich keine andere passive 18“-Bassbox finden können, der in dieser Gewichtsklasse spielt. Es gibt da was von JBL und Elektro Voice in der 32-Kilo-Liga, aber 26 – das scheint mir rekordverdächtig. Nun ist es nicht so, dass wir das besser können als alle anderen. Für die Leichtgewichtigkeit dieses Projektes gibt es drei handfeste Gründe: das Gehäusematerial, den Treiber und den Aufbau. Tatsächlich ist es so, dass der bekannte Chemiekonzern BASF für die Realisation dieses Projektes zu einem wesentlichen Teil mitverantwortlich zeichnet, legte er uns doch nahe, uns mal mit seiner neuen Spanplattentechnologie zu beschäftigen.

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Da gibt’s nämlich etwas, das die Ludwigshafener „Kaurit-Light-Technologie“ nennen und das ist ein interessantes Verfahren, um einen sehr leichten und trotzdem stabilen Holzwerkstoff zu erzeugen. Die Kaurit-Light-Spanplatte wiegt 30 Prozent weniger als eine herkömmliche Spanplatte, ist in Sachen Festigkeit jedoch auf mindestens gleichem Niveau angesiedelt. Das Material besteht aus zwei Deckschichten, die in Sachen Struktur und Konsistenz ein wenig an MDF erinnern und eine angenehm glatte Oberfläche bieten. Dazwischen steckt eine Mischung aus aufgeschäumten Polymerkügelchen und Holzpartikeln, wie wir sie von klassischer Spanplatte kennen. Das Resultat ist erstaunlich: Die Gewichtsreduktion ist wirklich nennenswert, auch größere Abschnitte einer 50-mm-Platte sind problemlos alleine zu transportieren. An den Kanten des Materials sieht man die Struktur deutlich, und hier ist auch das Problem: Die Kanten müssen geschützt werden, und dabei ist es mit spachteln und anpinseln nicht getan – hier muss normalerweise mindestens ein Furnier drauf. Und was macht unsereins mit so einem Material? Es dort einsetzen, wo Gewicht ein Thema ist: In der PA-Technik. Insbesondere potente Subwoofer sind diesbezüglich ein Problem. Bei 18“-Basskisten sind 40 bis 50 Kilogramm eher die Ausnahme als die Regel, und das ist schon ein Wort für den Rücken des Roadies. Da kam uns der Monacor-Bass vom Typ SP-18/1000HP gerade recht – der wiegt nämlich nur gut sechs Kilogramm und ist in Sachen Volumenbedarf sehr genügsam. Und mit diesen Zutaten war ein Woofer, den wir uns „SPS18“ zu nennen trauen, kein großes Problem mehr: Die Abkürzung steht für „Single Person Sub“. 

Treiber und Gehäuse


Der SP-18/1000HP verfügt selbstverständlich über einen Neodym-Antrieb, anders wäre ein so geringes Gewicht nicht zu machen. Mit 355 Euro ist er nicht ganz billig, und bringt dafür auch imposante Daten mit. Eine Nennbelastbarkeit von 1000 Watt ist ein Wort, zumal kurzzeitig auch das Doppelte erlaubt ist. Als Antrieb fungiert eine 4“-Spule auf einem Glasfaserträger, in jede Richtung sind 9,5 Millimeter linearer Hub drin. Eine moderate Freiluftresonanz (38 Hz) und ein praxisgerechter Parametersatz erlauben den Einsatz in erstaunlich geringen Volumina: Bei uns läuft das Leichtgewicht in lediglich 130 Litern. Je nach Anwendungsfall oder Geschmack sind so eine ganze Reihe von Bassreflexabstimmungen realisierbar: Mit kürzeren Rohren geht’s ohne weitere Korrekturen bis kurz unter 40 Hertz, mit längeren Kanälen auch noch deutlich darunter, wenn man elektronisch etwas nachhilft. Realistisch ist ein Wirkungsgrad von gut 95 Dezibel drin, so dass das Ding auch schon mit kleineren Verstärkern Krach machen kann wie die Hölle. Das Gehäuse besteht aus lediglich 19 mm starken Kaurit-Light-Spanplatten. Für zusätzliche Stabilität sorgt eine kreuzförmige Versteifung aus drei Brettern, die Rückwand und Seitenwände beruhigt. Mehr nicht. Und es ist erstaunlich, wie stabil das Gehäuse wirkt und wie wenig es auch bei ordentlichen Pegeln mitschwingt. Wir haben den Treiber nicht eingefräst, um nicht unnötig Materialstärke an dieser Stelle zu opfern – ein Tribut an die Stabilität. Eine mögliches Problem mit Kaurit- Light-Spanplatten wollen wir nicht verschweigen: Ob sie in dieser Form jemals in den Handel kommen, ist ungewiss; eigentlich hat BASF das Material ausschließlich zur industriellen Verwendung im Möbelbau vorgesehen. Aber wenn da jetzt genug Leute anrufen …

Messungen


Wir haben SPS18 an einem Monacor- Subwoofermodul vom Typ SAM-2 betrieben und gemessen, und das mit zwei unterschiedlichen Gehäuseabstimmungen: 16 und 28 cm Rohrlänge.   Das erste Diagramm (Textdiagramm 1) zeigt verschiedene Moduleinstellungen mit dem kurzen Rohr: Interessant sind blau (mittlere Trennfrequenz, kein Tiefton-Boost) und grau (niedrige Trennfrequenz, maximaler Boost). Knapp 40 Hertz untere Grenzfrequenz, ordentlich Belastbarkeit. Mit dem langen Rohr sieht’s so aus (Textdiagramm 2): Hier ist eine Grenzfrequenz von 30 Hertz machbar, die interessanteste Moduleinstellung ist die graue (mittlere Trennfrequenz, mittlerer Boost). Der Impedanzschrieb weist gewöhnliches Acht-Ohm-Verhalten aus, der Klirr liegt sowohl bei 95 als auch bei 105 Dezibel Schalldruck sehr niedrig. Das Wasserfalldiagramm zeigt keine Auffälligkeiten. 

Klang


Es geht einfach nichts über Membranfläche. Außer noch mehr Membranfläche. Aber das hier, das reicht schon mal, um auch gröberen Unsinn anzustellen. Schon die etwas höher abgestimmte Version des Subs läuft an einem normalen Subwoofermodul wie die Hölle und produziert ein staubtrockenes Fundament, bei dem man nichts vermisst – und das bis zu Pegeln weit jenseits der Vernunftgrenze. Wer so etwas einmal erlebt hat, für den gibt’s nur noch schwerlich einen Weg zurück zu niedlichen Subwooferchen mit 8“-Bestückung. Ja, mit Tiefbasserweiterung macht’s noch etwas mehr her. Es klingt tatsächlich „audiophiler“. Gerade für anspruschsvolles Musikmaterial eine schöne Option, in aller Regel aber ist man mit den knapp 40 Hertz der nicht korrigierten Version bestens bedient – zumal der erzielbare Maximalpegel damit höher liegt, was für Beschallungsanwendungen durchaus wichtig sein kann. Die Heimanwender können SPS18 nach erfolgter Pegelorgie unauffällig wieder in den Keller stellen, bevor die Gattin wieder nach Hause kommt – wenn das mal kein Argument ist.

Aufbauanleitung


Beim Aufbau des Subwoofers beginnt man am besten mit der Rückwand. Darauf werden zuerst der Boden und eine Seitenwand verleimt, im Anschluss folgen Deckel und die zweite Seitenwand. Als Nächstes wird der senkrechte Teiler gemäß dem Profil in der Zeichnung zugeschnitten, will sagen: Sie müssen eine Ecke heraussägen. Im Anschluss werden das übrig gebliebene „L“ und die beiden waagerechten Stabilisierungen eingeklebt. Alle drei sollten in einem Arbeitsgang montiert werden und ordentlich stramm sitzen. Zum Schluss wird die Front aufgeleimt, im Anschluss die Ausschnitte für Treiber und Reflexrohre gesägt. Nach dem Einbau der Terminals wird die Gehäusedämmung eingebracht: Boden, Deckel, Seitenwände und die waagerechten Teiler werden mit passenden Noppenschaumstoff- Abschnitten bestückt. Der Treiber muss vor der Montage mit einer umlaufenden Dichtung versehen werden, denn sonst pfeift’s garantiert bei höheren Pegeln unter dem Korbrand heraus. Wer einen „richtigen“ PA-Subwoofer aufbauen will, der sollte die Kanten des Gehäuses mit entsprechenden Case-Fittings schützen und dem Material eine stabile Oberflächenbehandlung gönnen. 

Holzliste


Kaurit light, 19 mm

 2 x 64,8 x 53,8 cm Front / Rückwand
 2 x 68,8 x 43 cm Seitenwände
 2 x 50 x 43 cm Boden / Deckel
 1 x 61 x 43 cm Teiler senkrecht
 2 x 24 x 20 cm Teiler waagerecht 


Zubehör pro Box


 1,40 m Dichtband
 8 Chassisschrauben
 1,5 Matten Noppenschaumstoff
 2 Anschlussklemmen nach Wunsch
 1 m Lautsprecherkabel
 2 Reflexrohre Monacor MBR-110
 Bei Bedarf: Schutzecken und Kantenprofile

Preis: um 355 Euro

Selbstbauprojekt

Monacor K+T SPS18


10/2012 - Holger Barske

 
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller: Monacor 
Vertrieb: Monacor International, Bremen 
Konstruktion Holger Barske, Thomas Schmidt 
Chassisparameter K+T-Messung
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 1 x Monacor SP-18/1000HP 
Nennimpedanz in Ohm:
Kennschalldruckpegel 2,83V/1m 95 
Abmessungen (B / H / T in cm): 53.8/64.8/46,8 
Kosten pro Box (zzgl. Gehäuse): 355 
Technische Daten
Hersteller: Monacor 
Bezugsquelle: Monacor International, Bremen 
Unverb. Stückpreis (in Euro) 355 
Chassisparameter K+T-Messung
Z (in Ohm):
Z 1kHz (in Ohm): 7,5 
Z 10 kHz (in Ohm): 65 
Fs (in Hz): 38.2 
Re (in Ohm): 5.5 
Rms (in Kg/s): 4,86 
Qms: 8,79 
Qes: 0,28 
Qts: 0,28 
Cms (in mm/N): 0,097 
Mms (in g): 178 
BxL (in Tm): 28,7 
Vas (in l): 200 
Le (in mH): 7,5 
Sd (in cm²): 1213 
Ausstattung
Korb / Frontplatte Guss 
Membran Papier, faserverstärkt 
Dustcap Papier 
Sicke Gewebe 
Schwingspulenträger k.A. 
Schwingspule (in mm) 100 
Xmax absolut (in mm) 19 
Magnetsystem Neodym 
Polkernbohrung (in mm) ja 
Sonstiges 6,1 Kg Gewicht 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 02.10.2012, 10:59 Uhr
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