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Topthema: Raumakustik verbessern - Schallabsorber einsetzen
Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Audio Research DSi200 - Seite 4 / 4


The Times, They Are A-Changin‘

956;F-Elkos helfen ihm dabei. Zweifellos ein herrlich anachronistisches und über jeden Zweifel erhabenes Netzteil. Die Endstufe selbst sieht dagegen etwas gewöhnungsbedürftig aus. Zwei überschaubare Kühlkörperchen tragen je zwei lächerlich kleine Leistungs-Mosfets. Und diese beiden treten bei Bedarf lockere 400 Watt los – das ist schon ziemlich beeindruckend. Die Steuerung des Schaltprozesses liegt üblicherweise in den Händen von mittlerweile recht zahlreich erhältlichen Spezialchips, aber nicht bei Audio Research: Der Hersteller ließ es sich nicht nehmen, den „Modulator“ weitgehend diskret nach eigenen Vorstellungen aufzubauen. Das Gerät ist weitgehend vollsymmetrisch aufgebaut; das bietet sich an, weil die schaltende Endstufe ohnehin symmetrisch ist. Für den Vorstufentrakt bedeutet das doppelten Aufwand, so werden für die elektronische Lautstärkeregelung auch gleich vier Chips verbaut. Der Vorverstärkerpart ist weiterhin mit Jfets realisiert, an dieser Stelle blieb man sich treu – wenn schon keine Röhren drin waren. In Sachen Bedienung ist der DSi200 etwas gewöhnungsbedürftig. Erst einmal sitzt hinter den beiden Drehknöpfen nichts zum Drehen, sondern jeweils zwei Taster, die man per Rechts- oder Linksdreh der Knöpfe betätigen kann. Das ist beim Eingangswahlschalter zu verschmerzen, beim Lautstärkesteller allerdings ist mir was zum Drehen deutlich lieber. Außerdem sitzt der Pegelsteller links und der Eingangswahlschalter rechts, das geht so ziemlich gegen alle Konventionen. Ich habe jedenfalls eine Weile gebraucht, um nicht jedesmal den Eingang zu wechseln, wenn ich eigentlich lauter oder leiser drehen wollte. Einen Vorwurf muss sich der DSi200 auf keinen Fall machen lassen: zu klingen wie jeder andere Verstärker. Er gehört zu diesen Geräten, bei dem man nach dem Umklemmen innerhalb von Sekundenbruchteilen weiß, dass das, was da jetzt kommt, etwas Besonderes ist. Und die so plötzlich erzeugte Erwartungshaltung wird nicht enttäuscht: Das ist das exakte Gegenteil eines Kindes von Traurigkeit. Ein tendenziell schlankes, aber ungeheuer durchzugskräftiges und entschlacktes Fundament bildet die Bühne für ein echtes Auflösungswunder; ich kenne wenig Verstärker, die Instrumente mit so leichter Hand im Raum verteilen, sich eines so opulenten Bühnenbaus befleißigen und den Lautsprecher als solches so schön verschwinden lassen. Dazu gesellen sich Biss, Ausdruck und Kraft über den gesamten Frequenzbereich – große Klasse. Eins allerdings ist das nicht; im klassischen Sinne schöngeistig. Getragen. Rund. Röhre. Der DSi200 haut rein, und er macht dabei wenig Gefangene. Er nervt nicht in den Höhen, aber er spricht schon mit deutlich vernehmbarer Stimme. Apropos: Dem Organ einer Rickie Lee Jones verleiht er die Sprödigkeit und genau den zerbrechlichen Ton, der da nunmal hingehört. Das ist nicht diese hingehauchte klassische audophile Spielweise, die viele Leute für erstrebenswert halten. Das hier ist deftig, energiegeladen und dramatisch. Die Zeiten, in denen Schaltverstärker lautsprecherkritisch waren, scheinen übrigens vorbei zu sein. Wir haben verschiedene Kandidaten zwischen vielleicht 83 und 96 Dezibel angeklemmt, und der schnelle, offene Charakter des Gerätes blieb immer erhalten – bis hin zu Pegeln, bei denen der Membranhub dem Spaß ein Ende bereitet.

Fazit

So langsam wird’s ernst in Sachen Schaltverstäker. Der DSi200 klingt ungeheuer kraftvoll und offen, extrem durchsichtig und gut gestaffelt und ist außerdem Herr über so ziemlich jeden Lautsprecher

Preis: um 6000 Euro

Audio Research DSi200


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audio Reference, Hamburg 
Telefon 040 53350359 
Internet www.audio-reference.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 480/150/450 
Gewicht (in Kg) 17 
Unterm Strich... » So langsam wird’s ernst in Sachen Schaltverstäker. Der DSi200 klingt ungeheuer kraftvoll und offen, extrem durchsichtig und gut gestaffelt und ist außerdem Herr über so ziemlich jeden Lautsprecher 
Dipl.-Ing.
Michael Voigt
Chefredakteur
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Autor Holger Barske
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Datum 09.06.2010, 14:11 Uhr