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Topthema: Raumakustik verbessern - Schallabsorber einsetzen
Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Lindemann 885 - Seite 4 / 4


Weissblaue G‘schichten

Das strikt kanalgetrennt aufgebaute Gerät wird von zwei 500-VA-Trafos gespeist, für die Durchlüftung des Gehäuses sorgt bei Bedarf ein gesteuerter Lüfter. Wenn ich nicht wüsste, dass ein solcher eingebaut ist – ich hätt’s nicht bemerkt. So viel zum Thema Störgeräusche. Dramatische Kühlleistungen werden dem Lüfter auch nicht abverlangt, der 885 arbeitet mit moderatem Ruhestrom – der Leerlaufstromverbrauch von unter 50 Watt beweist das eindeutig. Klanglich allerdings ist von dieser Sparsamkeit rein gar nichts zu spüren. Tatsächlich sogar offenbart die Maschine eine ganze Reihe von Stärken, die gemeinhin mit Class-A-Verstärkern assoziiert werden. Und das gibt’s quasi direkt aus dem Karton, einen Einspiel-Marathon braucht der 885 zum Glück nicht. Ein paar Minuten Aufwärmzeit schaden nicht, aber dann legt er los und verspeist so ziemlich alles zum Frühstück, was ich an Verstärkern daneben stelle. Besonders auffällig wird das mit guten Liveaufnahmen. So gerät Willy de Villes 2002er-Konzert in der Berliner Cloumbiahalle via Lindemann zu einem Erlebnis allererster Güte, der Verstärker spielt unglaublich direkt, überzeugend und zwingend. Noch beeindruckender wird’s, wenn das Musikmaterial noch leiser und schwieriger wird. Bei mir derzeit ganz oben auf der Liste für solche Situationen stehen diverse Liveaufnahmen der fantastischen Nina Simone.

Strahlende, energiereiche Klavieranschläge, eine wunderschön freigestellte und in der richtigen Höhe positionierte Stimme, perfektes Auflösen der „Fast-Mono-Aufnahmen“ auf „Black Gold“. Was hier noch die Stereofonie verrät, sind die Huster aus dem Publikum, die der 885 mit Bravour im Raum verteilt. Diese Geräusch allerdings sind so leise, dass ich sie mit den wenigsten Verstärkern überhaupt höre. Auch ein Mikrofonrempler (nehme ich jedenfalls an) zeigt, dass da doch etwas auf zwei Kanälen passiert. Absolut fappierend: die Höhenabbildung. Eine wirklich in der Mitte positionierte Gesangsstimme, deutlich oberhalb der weiter hinten stehenden Gitarre zu hören – die Illusion gelingt dem Lindemann perfekt. Er tönt unglaublich flüssig, geschmeidig und superfein, mit einer perfekt realistischen Diktion in der Stimme und traumhaft echt wirkenden Atemgeräuschen. Der Opener „This Silence Kills“ vom gleichnamigen Album von Dillon. Sehr gut, wenn man was über Tieftonwiedergabe wissen will. Der Lindemann kann’s. Er verbindet Druck mit Kontur und Schwärze, belässt der fragilen Gesangsstimme aber ihre Sprödigkeit, er klappt auch bei den gemeineren elektronischen Tieftoneruptionen nicht die Spur ein. Trotzdem wirkt’s wie beschleunigt, mit Swing und Substanz. Die James-Taylor-MFSL-Ausgabe? Absolut beeindruckend. Schnell, fest, warm, leichtfüßig, mühelos.

Ich könnte noch eine Weile so weitermachen – der Tenor bleibt, das Urteil ebenso: Ich halte den 885 für einen der besten Vollverstärker, der mir je untergekommen ist. Großes Kompliment!

Fazit

Lindemanns neuer Vollverstärker spielt schlicht sensationell gut. Er klingt extrem detailliert, emotional, substanziell und engagiert. Definitiv einer der Besten seiner Zunft!

Preis: um 7800 Euro

Lindemann 885


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Lindemann Audiotechnik, Krailling 
Telefon 089 89136790 
Internet www.lindemann-audio.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 440/135/360 
Gewicht (in Kg) 20 
Unterm Strich... » Lindemanns neuer Vollverstärker spielt schlicht sensationell gut. Er klingt extrem detailliert, emotional, substanziell und engagiert. Definitiv einer der Besten seiner Zunft! 
Dipl.-Ing.
Michael Voigt
Chefredakteur
hifitest.de
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 26.03.2012, 13:57 Uhr