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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Precide Heil AMT Aulos Bookshelf


Die Physiker

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Die Rede ist natürlich vom originalen A.M.T. – kurz für „Air Motion Transformer“ – einem Patent von Dr. Oskar Heil, einem der Pioniere der Musikwiedergabetechnik im 20. Jahrhundert. 1969 entwickelte er einen magnetostatischen Hochton-Lautsprecher, der nicht etwa mit einer glatten Folie arbeitete, sondern mit einer so gefalteten Membran, dass anliegende Signale zu einem Zieharmonika- Effekt führen: Die Zwischenräume erweitern oder schließen sich. So kann mit einer vergleichsweise kompakten Bauweise viel Luft bewegt werden – neben der extrem geringen bewegten Masse das Geheimnis der dynamischen Spielweise, die den AMTs nachgesagt wird. Durch die Verbreitung von extrem kompakten Neodym- Magneten müssen aktuelle Air Motion Transformer auch nicht mehr so riesig sein wie frühere Modelle – bestes Beispiel hierfür ist die „Aulos“ von Precide, unser Testlautsprecher.

Der Schweizer Hersteller und Vertrieb fertigt seit etlichen Jahren die Heil Air Motion Transformer selbst – zu Beginn sogar noch in enger Zusammenarbeit mit dem Konstrukteur selbst. Produktzyklen sind hier eher lang – man geht lieber kleine Schritte wirklicher Weiterentwicklung der Produkte als große Sprünge zu machen, die sich letztlich doch nur als Veränderungen um der Veränderung willen herausstellen. Das Modell Aulos Bookshelf leitet sich von der großen Aulos ab, einem Lautsprecher, der schon seit Jahrzehnten im Sortiment zu finden ist – und das kann man ihm auch ansehen: Designerisch hat die „alte“ Aulos mit ihrem wuchtigem Korpus, der schrägen Schallwand mit dem frei hinter dem Tiefmitteltöner stehenden AMT ganz klar ihre Wurzeln in den siebziger Jahren. Dass es auch eine Spur moderner und gleichzeitig konservativer geht, zeigt uns die vergleichsweise moderne Aulos Bookshelf, die von vorne aussieht wie ein ganz normaler Lautsprecher mit AMT, wie es sie ja in den letzten Jahren auch immer mehr gibt, man denke da nur an die verbreiteten Elac-Boxen mit ihrem Jet-Hochtöner. Dort arbeiten die Air Motion Transformer aber zumeist als ausschließlich direkt abstrahlende Treiber, während die originalen Heil AMTs ja immer als Dipol eingesetzt werden.

Ein Blick auf die Rückseite der Box zeigt uns, dass das auch hier der Fall ist: Was auf den ersten Blick aussieht wie eine etwas groß geratene Bassreflex-Öffnung, ist in Wahrheit ein durch die gesamte Gehäusetiefe gezogener Kanal, in dem vorne der Hochtöner sitzt und seine Schallenergie so nach vorne und hinten abstrahlen kann. Das Ganze tut er bereits ab 1050 Hertz – eine der breitbandigsten Hochtöneranwendungen diesseits eines Horns, die ich kenne. Darunter agiert ein 17-Zentimeter-Chassis, dem man seine PA-Gene auch ansehen kann. In Sachen Oberfläche gibt es fünf unterschiedliche Furnierarten, die allesamt sehr schön ausgesucht und verarbeitet sind. Nach dem erfolgreichen Absolvieren des Messparcours durfte sich die Aulos in unserem Hörraum beweisen. Naturgemäß kommt in unserer recht stark bedämpften Raumakustik ein Dipol nicht so zum Zuge wie in stärker reflektierenden Umgebungen – und doch konnte die Aulos schon hier jenes Quäntchen mehr Aura und Atmosphäre zaubern, das Dipole und Rundumstrahler so faszinierend macht. Dankbarerweise funktioniert die Box in einem relativ breiten Bereich – den klassischen unverhandelbaren Sweet Spot gibt es nicht.

Preis: um 2800 Euro

Precide Heil AMT Aulos Bookshelf


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 24.07.2015, 14:54 Uhr
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