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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Reflection – Komponisten: Clara Schumann, Robert Schumann, Johannes Brahms – Interpreten: Helène Grimaud, Truls Mork, Anne Sofie von Otter, Esa-Peka Salonen, Staatskapelle Dresden (Deutsche Grammophon)


Reflection – Komponisten: Clara Schumann, Robert Schumann, Johannes Brahms – Interpreten: Helène Grimaud, Truls Mork, Anne Sofie von Otter, Esa-Peka Salonen, Staatskapelle Dresden

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Klar – man kann mit diesem Aussehen Tonträger verkaufen, man wäre ja auch blöd, wenn man es nicht täte. Und man kann auch nicht behaupten, dass es das Prinzip nicht schon früher gegeben hätte. Man täte aber Helène Grimaud (und einer ganzen Generation junger Künstler) verdammt unrecht, wenn man sie nur über das attraktive Äußere definieren würde. Um es kurz zu machen: Die Frau kann was. Und das beweist sie auf dieser Platte in den verschiedensten Disziplinen. Die vermeintlich größten Brocken stemmt sie auf den ersten beiden Albumseiten: Robert Schumanns Klavierkonzert in a-moll, in dem sie offensiv mit der ambivalenten Persönlichkeit Robert Schumanns umgeht – Komponist wie Werk schwanken zwischen den Gefühlsextremen Manie und Depression. Die Künstlerin folgt beiden Gegenpolen temperamentvoll – von Esa-Pekka Salonen am Pult der Dresdner Staatskapelle subtil begleitet. Dankenswerterweise ergeht sich das Orchester nicht in der Suche nach süffigen Klangfarben, sondern wählt eine fast schon spröde Spielweise, die das Klavierspiel unterstützt und effektiv konterkariert. Klanglich ist das Orchester hinter dem Flügel sehr gut gestaffelt, man kann sich mit einer guten Anlage ohne Weiteres in den großen Aufnahmeraum versetzen.

Auch dynamisch ist die durchaus nicht triviale Aufgabe, einen Solisten mit einem großen Klangkörper adäquat aufzunehmen, hervorragend gelöst. Drei Gedichtvertonungen von Clara Schumann schließen an – hier kann man ansatzweise heraushören, wer in der dramatischen Schumann- Ehe der virtuosere Pianist gewesen ist. Anne-Sofie von Otter und Grimaud bilden ein souveränes Team, die technisch virtuos wie emotional einfühlsam an die Lieder herangehen. Auch an dieser Stelle hat der aufnehmende Toningenieur mitgedacht und die beiden Künstlerinnen in ein eng verbindendes klangliches Umfeld gebracht, das die Stimmung des kleinen musikalischen Formats optimal transportiert. Die zweite Platte des Albums ist Johannes Brahms gewidmet: Die Sonate für Klavier und Violoncello, zusammen mit dem Cellisten Truls Mork eingespielt, gerät Grimaud zum Lehrstück darüber, dass der außerhalb Deutschlands oft als hölzern und sperrig gescholtene „typisch deutsche“ Brahms durchaus Witz und Leidenschaft in seinem Werk untergebracht hat und das nicht zu knapp. In den zwei abschließenden Rhapsodien für Klavier zeigt Helène Grimaud dann noch einmal ihre ganze Spielintelligenz und technische Souveränität. Das in den Jahren 2000 und 2005 aufgenommene Album fängt die Musiker hervorragend ein – der Klang ist offen und druckvoll, das analoge Remastering vorzüglich gelungen.

Fazit

Schöne Zusammenstellung, gespielt von einer faszinierenden Künstlerin mit prominenter Unterstützung – Bestnote!
Reflection – Komponisten: Clara Schumann, Robert Schumann, Johannes Brahms – Interpreten: Helène Grimaud, Truls Mork, Anne Sofie von Otter, Esa-Peka Salonen, Staatskapelle Dresden (Deutsche Grammophon)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 12.02.2014, 11:42 Uhr
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