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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Komponist: Nikolai Rimski-Korsakow / Interpret: The Philharmonia Orchestra / Dirigent: Paul Kletzki - Scheherazade (HiQ Records, EMI)


Komponist: Nikolai Rimski-Korsakow / Interpret: The Philharmonia Orchestra / Dirigent: Paul Kletzki - Scheherazade

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Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es zwei Richtungen in der russischen Musikwelt – auf der einen Seite Komponisten, die sich mehr an westlichen Vorbildern und Stilen orientierten, allen voran Peter Tschaikowsky und später auch Rachmaninow, auf der anderen Seite das „mächtige Häuflein“ – Balakirew, Borodin, Cui, Mussorgski und Rimski-Korsakow, die sich als Vertreter der russischen Volksseele und Wahrer der Tradition in der Nachfolge Michael Glinkas sahen. Die letzten beiden waren und sind wohl die wichtigsten Vertreter dieser Schule – wobei gerade Nikolai Rimski-Korsakow sich in seinen Kompositionen nicht nur auf russische Themen und Stile beschränkt hat. Bestes Beispiel hierfür ist die Scheherazade, die er 1888 komponierte – durchaus wiederum aus der allgemeinen russischen Faszination für alles Orientalische heraus, die sich ja fast schon zwangsläufig aus den damals schon weit entlegenen Außengrenzen des russischen Reiches ergab. Das Werk ist eine mehrsätzige symphonische Dichtung mit Motiven aus der Märchensammlung Tausendundeine Nacht, deren einzelne Geschichten von der Rahmenhandlung des grausamen frauenmordenden Sultans und der um ihr Leben erzählenden Scheherazade umschlossen werden.

Dies ist natürlich eine Steilvorlage für den Komponisten, der mit dem von der Solovioline getragenen Motiv Scheherazades alle vier Sätze der Komposition einleitet, die er dann mit seinem einmaligen Sinn für das Lautmalerische erzählt. Und das meine ich durch und durch im positiven Sinne: Man benötigt nur ein paar stichpunktartige Rahmendaten und die Geschichte und die Bilder formen sich beim Hören der expressiven Melodien und Arrangements ganz von alleine. Schon die Meeres-Exposition im ersten Märchen ist ein Meisterwerk – wie sich aus einer ruhigen See heraus ein Sturm aufbaut, die Wellen peitscht und dem Menschen das Gefühl seiner Ohnmacht vermittelt, das ist schon ganz großes musikalisches Erzählen. Hier ist der Komponist buchstäblich in seinem Element, hat er doch vor der musikalischen Laufbahn etwas Anständiges gelernt und ist als Offiziersanwärter der russischen Marine drei Jahre auf See gewesen. Die folgenden drei Sätze sind in einer ähnlichen Art und Weise aufgebaut, erreichen nicht mehr ganz die epische Wucht des Eingangssatzes, zeigen aber das Talent Rimski-Korsakows für süffige Melodien und farbstarke Instrumentierung. Das Philharmonia Orchestra unter Paul Kletzki interpretiert das mitreißende Werk auf kongeniale dynamische Art und Weise – zwischen elegant und schroff, elegisch und dynamisch agierend.

Die 1960 in den Abbey Road Studios entstandene Aufnahme ist klanglich vom Feinsten – die Neupressung fängt die Atmosphäre des dortigen Aufnahmeraums perfekt wieder ein.

Fazit

Gut interpretierte Aufnahme eines der prächtigsten Orchesterwerke der russischen Romantik, klanglich ein Juwel 
Komponist: Nikolai Rimski-Korsakow / Interpret: The Philharmonia Orchestra / Dirigent: Paul Kletzki - Scheherazade (HiQ Records, EMI)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 07.04.2014, 22:32 Uhr
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