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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Parsifal – Richard Wagner; Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Hans Knappertsbusch (Philips)


Parsifal – Richard Wagner; Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Hans Knappertsbusch

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Das ist doch jetzt einmal wie früher: Eine ehrfurchtgebietende Box mit insgesamt fünf Platten darin, ein mehr als ausführliches Begleitheft und vorne drauf der Schriftzug „Richard Wagner – Parsifal“. Mehr noch: Es handelt sich um eine Live-Aufnahme von den Bayreuther Festspielen aus dem Jahr 1962 unter dem seit den 50er-Jahren in Bayreuth unangefochtenen Hans Knappertsbusch, der – so sagt es die Legende – auf dem grünen Hügel deswegen so gerne dirigierte, weil er dies, im Orchestergaben vor den Blicken des Publikums geschützt, hemdsärmelig tun konnte. Eine andere Anekdote erzählt, dass Wieland Wagner dem alten Dirigenten seine geliebte weiße Taube in der Schlussszene vorenthalten wollte, worauf Knappertsbusch mit Arbeitsverweigerung drohte. Wieland Wagners Lösung: Die Taube wurde so weit vom Bühnenboden hinuntergelassen, dass der Dirigent sie sehen konnte und zufrieden war – das Publikum konnte sie nicht sehen. Die Inszenierung von 1962 bietet vielleicht nicht die heute noch gerühmten ganz großen Namen der Opernbühne – zu ihrer Zeit waren die Solosänger aber unangefochtene Wagner-Interpreten, die ihren Part virtuos und stimmlich hervorragend disponiert bestreiten konnten, allen voran Jess Thomas als Parsifal, Hans Hotter als Gurnemanz und Irene Dalis als Kundry.

Das „Bühnenweihfestspiel“ – den Begriff „Oper“ wollte Richard Wagner für den Parsifal nicht mehr verwenden ist das am stärksten religiös geprägte Werk des Komponisten – Schuld, Buße und Erlösung sind die zentralen Themen, in der Person des Amfortas, des Königs, dessen ewige Wunde nur durch den „reinen Tor“ Parsifal geschlossen werden kann, aber auch im Charakter Kundrys, der innerlich zerrissenen Sünderin, die büßen möchte, durch Klingsor aber immer wieder für das Böse instumentalisiert wird. Weder für eine genauere Inhaltsangabe, geschweige denn für eine Interpretation des Werks ist hier ausreichend Platz, deswegen möchte ich vor allem auf Musik und Aufnahme eingehen. Die Komposition des Parsifal entspricht ihrem spirituellen Hintergrund: Was sich im Lohengrin musikalisch schon angedeutet hat, setzt Wagner im Parsifal noch konsequenter um: Musik, die nicht mehr ganz von dieser Welt zu stammen scheint, überirdisch schön und vor allem kaum noch einer vorgeschriebenen Form verbunden. Wagner hatte sich buchstäblich freikomponiert – biografisch leicht nachvollziehbar, befand er sich doch bei der Entstehung des Parsifal erstmalig in seinem Leben in einer fast völlig freien Situation: Wirtschaftlich durch die Unterstützung König Ludwigs II.

Parsifal – Richard Wagner; Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Hans Knappertsbusch (Philips)


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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 09.08.2010, 13:08 Uhr
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