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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Musical Fidelity Nu-Vista 800


Kleinteiliges

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Bei Anthony Michaelson bin ich mir immer nicht so ganz sicher: Mag er‘s nun lieber klein und smart oder groß und mächtig? Sein neuer Vollverstärker jedenfalls tendiert ganz klar in letztere Richtung

Es geht nicht. Man kann eine Musical-Fidelity-Geschichte nicht anfangen, ohne wenigstens ganz kurz über einen der berühmtesten Vollverstärker der HiFi-Geschichte zu reden: den A1 aus ebenjenem Hause. Dieser erstaunliche „Flachmann“, der wegen der Temperatur des die gesamte Oberseite einnehmenden Kühlkörpers von gerne mal 60 Grad „Herdplatte“ genannt wurde. Berühmt wurde er ob seiner klanglichen Qualitäten bei eher moderater Leistung. Entgegen der Legende war der A1 übrigens kein „richtiger“ Class-A-Verstärker, lieferte aber immerhin die ersten rund acht Watt in dieser besonders verzerrungsarmen Betriebsart. Der A1 war kompakt und günstig, unsere heutiger Proband ist so ziemlich das Gegenteil davon. Er kostet 10.000 Euro, beim Transport ist ein zweites Paar Hände herzlich willkommen und das Ding ist ein richtig dicker Brummer. Mit Leistung. Viel Leistung. Und Röhren. Aber ganz besonderen. Das mit den Röhren, das hat Musical Fidelity- Mastermind Anthony Michaelson schon vor rund 15 Jahren entdeckt. Aber deshalb hat er keinesfalls angefangen, EL34-Gegentakter zu bauen, er lässt Glaskolben nur da ran, wo sie seiner Meinung nach ihre Fähigkeiten am besten ausspielen: im Kleinsignalbereich. Schon damals setzte er auf eine ganz besondere Röhrenspezies: die Nuvistoren. Eben jene, die der Gerätebaureihe „Nu-Vista“ ihren Namen verliehen.

Nuvistoren sind eine der letzten Entwicklungen der Röhrenzunft aus den Fünfziger Jahren, bevor der Siegeszug der Halbleiter begann. Nuvistoren sind klein, sparsam, zuverlässig, rausch- und mikrofoniearm und mit geringer Serienstreuung gefertigt. Hört sich eigentlich wie das für Audiozwecke perfekte Bauteil an. Nuvistoren sehen nicht aus wie klassische Röhren, sondern stecken in unscheinbaren Metallzylindern; fürs Auge taugen die modernen Vakuumkameraden also nicht. Wohl aber zum Verstärker kleiner Signale: Wir hatten vor vielen Jahren schon eine exzellente polnische Phonovorstufe im Test, die nur mit Nuvistoren Signale von leisen MC-Abtastern ohne Rauschprobleme verarbeiten konnte. Und Anthony Michaelson? Der bringt Nu-Vista nach einer längeren Ruhepause nun wieder zurück. Sein Aufhänger für die neue Serie: „Moderne“ Röhrentechnik, kombiniert mit aktueller SMD-Halbleitertechnik, soll den Weg ins klangliche Nirvana ebnen. Und da SMDs ja so fürchterlich klein sind, bleibt die Frage, warum Mr. Michaelson seinen Vollverstärker in eine so gewaltige Kiste stecken musste. Die Antwort folgt auf dem Fuße, respektive nach dem Entfernen des gewichtigen, profi lierten, mit Drahtgittern versehenen und überhaupt sehr highendigen Deckelblechs: Die Kiste ist voll. Und von SMD-Technik gibt’s auf den ersten Blick keine Spur.

Preis: um 9900 Euro

Musical Fidelity Nu-Vista 800


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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 20.01.2016, 09:57 Uhr
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