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Die Testkompetenz - Kann man High End messen?

Testkriterien Kann man High End messen? im Test, Bild 1

Testgeräte – was wird getestet?
Für unser LP-Magazin teste ich alle Geräte, die in eine analoge Wiedergabekette gehören: Vom Tonabnehmer, Tonarm und Plattenspieler über die Phonostufe und den Verstärker bis hin zum Lautsprecher prüfen wir alles auf Herz und Nieren, was für hochwertigen zweikanaligen Musikgenuss steht. Auch für HIFI TEST TV VIDEO, eines der größten Unterhaltungselektronikmagazine Europas, teste ich vor allem Stereolautsprecher und -anlagen, die für anspruchsvollen Musikgenuss stehen.
Bei der Zeitschrift KLANG+TON steht die Entwicklung eigener Lautsprecherprojekte im Vordergrund, die unter Einsatz modernster Messtechnik so weit optimiert werden, dass sie einfach nachbaubar sind und gleichzeitig optimalen Musikgenuss ermöglichen.

Testablauf – wie wird getestet?

Unser höchstes Ziel ist bei allen Artikeln eine thematisch fundierte und doch leicht verständliche Schreibweise und dabei für den Leser jederzeit nachvollziehbare Testabläufe und -ergebnisse. Bevor wir uns ans Schreiben machen, sind umfangreiche Vorarbeiten nötig – die Gerätetests.

Meinen persönlichen Testablauf kann ich grundsätzlich in vier Abschnitte aufteilen: Sehen, Verstehen, Messen, Hören.

Nach dem Eintreffen der Testkandidaten in der Redaktion bringe ich jedes Gerät in unser hauseigenes Fotostudio, wo ich von unseren Fotografen die interessantesten Details und Perspektiven jedes unserer Testmodelle ins Bild setzen lasse. Wir fotografieren unsere Testgeräte nicht nur von außen, sondern schrauben jedes Gehäuse für Detailbilder auf – auch, um als Testredakteure zu verstehen und dem Leser zu vermitteln wie und warum ein Verstärker oder Lautsprecher funktioniert und klingt. Bei keinem anderen HiFi-Magazin finden Sie fundiertere technische Beschreibungen als im LP-Magazin, wo jeder Testbericht genügend Umfang hat, um auch feinste Details eines Testgeräts zu durchleuchten.

Mit modernsten Messgeräten und ebensolcher -software (Audio Precision, MLSSA, Clio, DAAS, Adjust+) fühlen wir der Technik der Testgeräte auf den Zahn und stellen so die technischen Hintergründe in einen verständlichen Zusammenhang zu den gehörten Eindrücken, die wir uns verschafft haben.

Sie profitieren von unserer Erfahrung, mit der wir genau festgelegte und immer gleiche Testabläufe durchführen.

Messroutinen – Messsoftware

Lautsprecher – die wir übrigens in unserem Selbstbaumagazin KLANG+TON mittlerweile im dritten Jahrzehnt höchst erfolgreich selbst entwickeln – werden in unserem hauseigenen Akustiklabor auf Herz und Nieren getestet. Dabei messen wir mit zwei unterschiedlichen Messsystemen die Frequenzgänge unter allen praxisgerechten Winkeln, das Impuls- und Ausschwingverhalten sowie die Pegelfestigkeit der Testboxen. Durch den riesigen Testraum mit den Abmessungen ca. 8 x 8 x 6 Meter sind wir in der Lage, unsere Testexemplare ohne externe Störfaktoren und mit höchster Genauigkeit zu messen. Ein Beispiel für einen in unserer Spezial-Messoftware Clio mit hoher Auflösung gemessenen Frequenzgang eines (qualitativ hochwertigen) Lautsprechers sehen Sie im Diagramm links.

Als momentan einziges HiFi-Magazin verfügt die „LP“ über die Messsoftware „Adjust+“, die eine genaue qualitative Beurteilung von Tonabnehmersystemen und des Gleichlauf- und Rumpelverhaltens von Plattenspielern ermöglicht.

Elektronik wie Verstärker testen wir in einem eigenen Elektroniklabor mit einem Audio-Precision-Messgerät und individuell programmierten Testroutinen, mit denen wir uns von den Fähigkeiten unserer Testgeräte überzeugen. Die riesigen Datenmengen, die unsere Software auswirft, wandeln wir in überzeugende und gut verständliche Diagramme um, die eine schnelle Übersicht über die Fähigkeiten eines Testgerätes ermöglichen.

Hörtest

In insgesamt zwei akustisch speziell ausgestatteten Hörräumen kommen wir dann zum Herzstück der Testprozedur: dem persönlichen Eindruck in der Praxis. Selbstverständlich beschäftigt sich jeder Testredakteur intensiv persönlich mit „seinen“ Geräten – in ausgiebigen Hörtests verschaffen wir uns den Eindruck, den wir letztlich Ihnen, unseren Lesern, vermitteln möchten. Besonders bei HiFi-Geräten der höchsten Qualitätsstufe, die sich nicht nur auf ihre durchgehend hervorragenden Testergebnisse in unseren Messlabors festlegen lassen, ist der persönliche Eindruck des Redakteurs entscheidend für das endgültige Testurteil. Denn nur ein Gerät, das uns persönlich überzeugt, kann entsprechend weiterempfohlen werden – das sind wir Ihnen und uns schuldig. Aus diesem Grund setzen wir uns in langen persönlichen Hörtests mit unseren Probanden auseinander.

Dabei spielt natürlich unser persönlicher Hörgeschmack eine wichtige Rolle – dennoch sind wir in der Lage, ein objektives Klangurteil abzugeben, da wir während der Hörtests immer auch im Team arbeiten und diskutieren. Außerdem haben wir einen Katalog objektiver Kriterien erarbeitet, nach denen wir den Klang jeder einzelnen Komponente unserer Testanlage durcharbeiten – dazu gehören beispielsweise Dynamik, Ausgewogenheit, räumliche Abbildung und Musikalität.

Für die letztliche qualitative Einstufung vergleichen wir jeden Probanden mit anderen Geräten der gleichen Preisklasse, aber auch mit den besten Kandidaten, die eine Gerätegruppe zu bieten hat.

Referenzgeräte

Im Laufe der Jahre haben sich in Hunderten von Tests in den einzelnen Kategorien Geräte herauskristallisiert, die in ihrem Bereich hervorstechen, für den Preis herausragende Qualität bieten und uns auch sonst vollends überzeugt haben – diese Testreferenzen sind der Maßstab, an denen sich alle anderen Testkandidaten messen müssen, bis sich wieder etwas Besseres findet.

Verantwortlicher Testredakteur

Ich schreibe seit 2004 für den Michael E. Brieden Verlag als Musikrezensent und Testredakteur, habe mich aber schon seit Mitte der 80er-Jahre intensiv mit unseren Kernthemen als aktiver Musiker und leidenschaftlicher Hörer beschäftigt. In meiner Funktion für die Magazine in unserem Hause teste ich vor allem Schallplattenspieler und alles, was dazugehört, Verstärker und Lautsprecher, die ich für unser Selbstbaumagazin KLANG+TON auch selbst entwickle. Neben dieser hochspannenden Tätigkeit, die mir hochinteressante Einblicke in die Produktionsseite von HiFi ermöglicht, gilt meine Leidenschaft vor allem der analogen Musikwiedergabe, mit der ich mich intensiv als Hörer und Techniker auseinandersetze – Kenntnisse, die ich immer weiter vertiefe und gerne an unsere Leser weitergebe.

Thomas Schmidt

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