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Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Audio Consulting Silver Rock Phono - Seite 4 / 4


Grenzgänger

So ziemlich jedes größere Bauteil hat übrigens eine Art Stütze aus Holzscheiben und einem Filzplättchen; wenn der Deckel aufs Gerät geschraubt wird, drückt er leicht darauf – das wird wohl der Resonanzminderung dienen. Ob all das den Gegenwert für die 17.500 Euro erklärt? Nicht auf den ersten Blick. Aber ich glaube Serge Schmidlin durchaus, das er nennenswerte Mengen Silber verbaut, ein paar hässlich teure Bauteile einsetzt und, das geht als weitaus größter Posten in die Kalkulation ein, die Fertigung der Spulen und Übertrager dauert ewig. So richtig befriedigend finde ich diese Auskünfte nicht, das will ich nicht verhehlen. Also schrauben wir den Deckel wieder drauf, beenden das Erbsenzählen und lassen das Gerät einfach mal seinen Job machen – vielleicht geht da ja was. Die Nadel des MFSL C3.5 senkt sich in die Rille von „Elizabeth, You Were Born To Play That Part“ von Ryan Adams‘ wunderschönem 2005er-Album „29“, und ich bin – wie soll ich’s nennen – gerührt. Das, was da aus den Buchsen der Silver Rock Phono kommt, das klingt anders als das Übliche. Es ist fragil, aber nicht substanzlos. Es ist ungeheuer klar, aber trotzdem warm. Die Stimme tritt extrem deutlich hervor und hat eine strahlende Aura. Nicht eine, die durch „Zisch-Pling“ oben herum verursacht wird, sondern eine, die aus der Mitte kommt.

Die Schweizer Vorstufe und das Kohlefaser-Miyabi lieben sich ohrenfällig heiß und innig. Das ist so aus einem Guss, derart befreit und auf den Punkt, dass mir Serge Schmidlins Ausführungen zu einer rein induktiven Tonabnehmerankopplung plötzlich noch viel logischer erscheinen. Dabei ist die Silver Rock beileibe kein Schönfärber. Irgendwie hat sie nur diese erstaunliche Fähigkeit, Inhalte hervorzuheben und Unwichtiges auch unwichtig erscheinen zu lassen. Wir hören „Winter In America“ auf Gil Scott-Herons „I’m New Here“: Ungeheuer sonorer und eindrücklicher Gesang, völlig schlacken- und ansatzlos wiedergegeben. Die Klavierbegleitung läuft perfekt getrennt davon, ebenso intensiv, aber mit einem völlig anderen Klangfarbenspektrum. Tonalität, Raumabbildung, Feindynamik? Nicht, dass es bei einer so intensiven Wiedergabe wichtig wäre, aber natürlich passen die Formalien. Was noch auffällt, ist ein extrem variabler Bass – ich habe lange versucht, seinen Charakter irgendwie mit einem Attribut zu versehen, das aber irgendwann aufgegeben. Es kommt schlicht drauf an, was auf der Platte ist. Die Phonovorstufe hat dazu einfach keine Meinung. Serge Schmidlin hat bei diesem Gerät das Einzige getan, was er tun konnte, um seinen Kopf aus der durch die Preisgestaltung geknüpfte Schlinge zu ziehen: Er hat eine sensationell gute Phonovorstufe gebaut.

Eine, die sich so souverän über die Preisfrage erhebt, dass mir das ganze Brimborium mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis gerade mal ziemlich egal ist.

Fazit

Lassen wir den Preis mal kurz beiseite. Das ist eine Phonovorstufe mit nahezu magischen klanglichen Fähigkeiten, die man einfach mal gehört haben muss.

Preis: um 17500 Euro

Audio Consulting Silver Rock Phono


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb RMA Audio, Thalmässing 
Telefon 09173 77963 
Internet www.rma-audio.de 
Garantie (in Jahren) lebenslang 
B x H x T (in mm) 445/145/340 
Gewicht (in Kg) 15 
Unterm Strich... Lassen wir den Preis mal kurz beiseite. Das ist eine Phonovorstufe mit nahezu magischen klanglichen Fähigkeiten, die man einfach mal gehört haben muss. 
Holger Barske
Autor Holger Barske
Kontakt E-Mail
Datum 07.07.2010, 11:51 Uhr
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