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Kategorie: All-in-one-System

Einzeltest: Moon Ace


Vollmond

All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 1
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Musik hören ist klasse, doch deswegen Platz für einen Turm von Geräten freizumachen, ist kaum noch zeitgemäß. Moon zeigt, dass man auch bei Kombigeräten viele Vorteile hat.

Flatscreens haben unser Wohnverhalten geändert. Früher war man es gewohnt, dass ein Fernseher viel Platz benötigte. Den gestand man ihm gerne zu, denn dies bedeutete im Umkehrschluss dass man ein besseres Bild hatte. Das Wohnzimmerregal wuchs also um die Technik herum und auch die HiFi-Komponenten nahmen sich ihren Platz. Groß war gut. Große Lautsprecher, riesige Endstufen, Tapedecks, Plattenspieler, CD-Player, so gehörte sich das. Plötzlich brauchten Fernseher aber kein Regal mehr. Bildschirmdiagonalen von 60 Zoll und mehr kann man heute einfach an der Wand anbringen oder mit wenig Grundfläche auf einem flachen Sideboard platzieren. Plötzlich war auch kein Platz mehr für Vor-Endkombis, zig Quellgeräte und gigantische Lautsprecher. Wer Wert auf eine gute und umfangreiche Anlage legt, kann diese immer noch bekommen und Systeme dafür gibt es zuhauf. Die typische Wohnzimmeranlage hingegen ist weitestgehend verdrängt worden. Dafür hat sich eine neue Gerätekategorie entwickelt, die Funktionalität und guten Klang auf überschaubarem Raum bieten soll. All-in-one-Systeme, die Quellgerät und Verstärker vereinen, sind die Eier legende Wollmilchsau der Unterhaltungselektronik und damit der ideale Ersatz für die Anlage früherer Tage. Auch der kanadische Hersteller Moon hat dies erkannt und versucht mit dem Ace ein Gerät zu schaffen, das viele Möglichkeiten und gute Klangqualität kombinieren soll, ohne unnötig viel Raum zu belegen. Das übliche Vollformat mit 43 Zentimetern Breite benötigt man schon, um alle Komponenten unterzubringen. Damit ist das Gerät aber eben auch nicht deutlich großer als ein ordentlicher Blu-rayPlayer.

All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 2All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 3All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 4All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 5All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 6All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 7All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 8All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 9All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 10All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 11All-in-one-System Moon Ace im Test, Bild 12
Dafür kann der Ace deutlich mehr, denn schließlich sollen hier ja alle Wiedergabemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zentraler Bestandteil eines All-in-one-Systems ist stets der Verstärker, bei dem Moon direkt mal seine eigene Vorstellung von hochwertigen Komplettlösungen präsentiert. Anstatt der üblicherweise zu erwartenden Class-D-Schaltung bauen die Kanadier ihr Multitalent auf einem Class-AB-Konzept auf. Das zieht in der Theorie zwar Leistungseinbußen und eine höhere Betriebstemperatur nach sich, doch der Sound sollte profitieren. Wobei das mit der geringeren Leistung beim Ace eigentlich Makulatur ist, denn am Messstand machte das All-in-one-Gerät eine ausgezeichnete Figur. Etwa 55 Watt standen bei acht  Ohm Impedanz zur Verfügung und bei nur vier Ohm Widerstand waren es sogar fast 85 Watt, die an den Lautsprecherklemmen anlagen. Das Klirrniveau lag dabei zu jeder Zeit erfreulich niedrig und in Sachen Rauschabstand verdient sich der Verstärker mit seinen gemessenen 95 dBr sogar ein dickes Lob. Mit dem haptisch sehr angenehmen Regler an der Front lässt sich der Schalldruck außerdem sehr gut dosieren, auch wenn untenherum zunächst noch etwas weniger passiert, bevor der Ace dann in der oberen Hälfte der Skala richtig zupackt. Auch die Lautstärkerregelung per App ist dank Aufteilung in 0,5er-Schritte recht präzise, wodurch größere Veränderungen etwas länger dauern können. Mit der Fernbedienung klappt die Kontrolle des Verstärkers und aller Optionen ebenfalls wunderbar, auch wenn das Layout etwas gewöhnungsbedürftig ist. Alles in allem ist der Verstärker des Ace ein tolles Fundament für die vielen weiteren Funktionen, die Moon hinzugefügt hat. Für externe Quellen bietet das Gerät eine ganze Reihe von praktischen Anschlüssen. Für Analoges gibt es gleich zwei Cinch-Eingänge, ergänzt um einen zusätzlichen Phono-Input. Der  gehört bei dieser Art von Geräten mittlerweile wieder zum guten Ton und mit dem MM-System ist auch der Ace für Schallplatten gerüstet. Wer sein Heimkinosystem mit dem Gerät kombinieren möchte, kann die analogen Eingänge auch in einem Pass-Through-Modus betreiben, bei dem die Gainregelung des Verstärkers umgangen wird. Auf digitaler Seite hat der Ace ebenfalls einiges zu bieten. Je zwei optische und zwei koaxiale Eingänge erlauben bei Bedarf den Anschluss von CD-Transports oder die Ausgabe des Fernsehtons über die angeschlossenen Lautsprecher. Auf einen HDMI-Anschluss verzichtet Moon, was beim Fokus des Gerätes auf eine gute Musikwiedergabe auch vollkommen in Ordnung ist. Viel wichtiger ist dafür der vorhandene USB-B-Anschluss, mit dem Laptops oder externe Streamingsysteme genutzt werden können. Hier gibt es dann die volle Bandbreite an unterstützten Auflösungen, die der Ace verarbeiten kann. PCM darf mit bis zu 32 Bit übertragen werden, wobei die hochstmögliche Samplingrate bei 384 kHz liegt. Auch in Sachen DSD gibt Moon seinem All-in-one das richtige Werkzeug an die Hand um die einfache, doppelte und vierfache Datenrate nutzten zu können. Auch hohe Ansprüche werden also erfüllt und der Ace kann so praktisch alle auf dem Markt befindliche Musik wandeln. Etwas weniger weit oben liegt die Auflösung bei der Nutzung des BluetoothVerbindung, doch auch hier sorgt der Ace dank aptX für verlustfreie Übertragung in CD-Qualität. Mithilfe des 3,5-Millimeter-Eingangs an der Front können sogar ältere Smartphones oder DAPs auf analoge Weise mit dem Gerät verbunden werden. Aber externe Quellen sind bei einem All-in-one Gerät ja eigentlich nicht nötig, denn Systeme wie der Ace verfügen schließlich selbst über einen eingebauten Netzwerkplayer. Wahlweise per Ethernetkabel oder per WLAN lassen sich Daten übertragen. Die kabellose Verbindung ist bei einem System wie dem Ace natürlich besonders praktisch, da der Aufstellungsort damit deutlich freier gewählt werden kann und sich nicht zwangsläufig in direkter Nähe des Routers befinden muss. Moon nutzt für seine Netzwerkkomponenten seine eigene „Moon intelligent Network Device“-Plattform, die handlicherweise mit MiND abgekürzt wird. Sie erlaubt die Wiedergabe praktisch aller gängigen Formate, egal ob verlustbehaftet, verlustfrei oder unkomprimiert. Auch DSD wird vom Streamer verarbeitet, ebenso wie das Tonformat MQA. Musik von Netzwerkspeichern wird hier mit verschiedenen Internetquellen kombiniert und auch Dateien, die auf dem verwendeten Tablet oder   Smartphone gespeichert sind, können direkt über die App ausgewählt und abgespielt werden. Bei den Onlinediensten setzt Moon auf Qualität und integrierte die Kataloge der audiophilen Streamingservices Qobuz, Tidal und Highresaudio, ebenso wie Deezer. Podcasts und Internetradio werden beide von Tune-In bereitgehalten und runden das Paket an auswählbaren Quellen ab. Hier wird also bereits alles geboten, was die Streamingwelt so hergibt, doch das wirkliche Intelligente an Moons MiND-Plattform ist die eingängige Art der Bedienung durch die toll gemachte App. Prinzipiell gibt es hier nur zwei unterschiedliche Bildschirme. Im ersten können mehrere MiND-Geräte zu Zonen eines Multiroom-Systems angeordnet werden. Auch die Netzwerkeinstellungen und einige Kleinigkeiten lassen sich von hier aufrufen. Als echtes Nutzerinterface dient ein zwar recht voller, aber durchdachter Bildschirm, der Wiedergabefunktionen, Bibliotheksauswahl und Warteschlange vereint. Im ersten Moment mag das ein wenig überfordern, doch die Tatsache, stets Zugriff  auf alle Funktionen zu haben, macht die Bedienung des Streamers ungemein bequem. Zusätzliche Menüs werden bei Bedarf platzsparend über die Anzeige gelegt, sodass man schnell eine Auswahl treffen kann,  ohne hin und her springen zu müssen. Hier gibt es volle Kontrolle trotz der vielfältigen Funktionen. So gehört sich das bei einem modernen Musiksystem. Wer der hübschen App dennoch nichts abgewinnen kann oder vielleicht schon andere Geräte mit entsprechender Infrastruktur besitzt, kann den Ace alternativ auch mit Roon steuern. Der Streamer reagiert zügig auf Eingaben, und in Kombination mit seinem ESS-DAC und dem gut gemachten Verstärker ist Moons All-in-one-System auch klanglich beeindruckend. Schon bei der Wiedergabe von Titeln mit CD-Qualität bietet der Ace einen großen Dynamikumfang. Die griffigen Gitarrenriffs von Jesse Hughes‘ und Hosh Hommes Eagles of Death   Metal kommen ungemein satt aus den Lautsprechern und verströmen lebendiges Konzert-Feeling. Im Bass gibt es eine ordentliche Portion Druck mit der nötigen Portion Kontrolle. Generell schafft es der Ace wunderbar, die Lautsprecher zu jeder Zeit im Griff zu behalten. Mit zunehmender Abtastrate legt der Player noch einmal etwas zu, vergrößert die Bühne und steigert auch seine Detailwiedergabe und Feindynamik nochmals. Der Hintergrund ist angenehm dunkel und erlaubt es den spacigen Electro-Klängen von Johannes Motschmann gut, sich plastisch im Raum zu präsentieren. Prinzipiell neutral, scheint hin und wieder die leichte Wärme der AB-Endstufen durch, die, anstatt aufzuweichen, genau das richtige Maß an Emotionalität ins Signal bringt. Ein Moon Ace und ein Paar Lautsprecher reichen also für eine tolle Musikwiedergabe aus. Wer sein System dazu um weitere Komponenten ergänzen will, hat dank der zahlreichen Anschlüsse stets die Möglichkeit dazu. Hier wird ein cleveres Konzept konsequent umgesetzt und erlaubt es so, auch in modern eingerichteten Wohnungen ausgezeichnet Musik hören zu können.

Fazit

Moons All-in-one-System bietet packenden Klang und viel Flexibilität. Der tolle Verstärker des Ace wird mit einem komfortabel bedienbaren Streamer kombiniert und sticht damit viele größere Anlagenkonzepte erfolgreich aus. Hier hat Moon ein echtes Ass im Ärmel.

Preis: um 3500 Euro

Moon Ace


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Ausstattung & technische Daten 
Preis in Euro: um 3.500 Euro 
Vertrieb: Dynaudio, Rosengarten 
Telefon: 04108 41800 
Internet: www.simaudio.de 
B x H x T: 430 x 90 x 336 mm 
Eingänge: WLAN, 1 x Ethernet 1 x USB-B 2 x S/PDIF koaxial, 2 x Toslink optisch, 3 x RCA Stereo (davon 1 x Phono), Bluetooth, 1 x 3,5-mm-Klinke (vorne) 
Unterstützte Formate: AAC, MP3, OGG, WMA, ALAC, FLAC, AIFF, WAV, MQA, DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo, 1 x RCA Stereo, 1 x 6,3-mm-Kopfhörerausgang (vorne) 
Leistung: etwa 55 Watt an 8 Ohm, etwa 84 Watt an 4 Ohm 
checksum „Moons All-in-one-System bietet packenden Klang und viel Flexibilität. Der tolle Verstärker des Ace wird mit einem komfortabel bedienbaren Streamer kombiniert und sticht damit viele größere Anlagenkonzepte erfolgreich aus. Hier hat Moon ein echtes Ass im Ärmel.“ 
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Autor Philipp Schneckenburger
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