Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Meridian 818 Reference Audio Core


Reinheitsgebot

D/A-Wandler Meridian 818 Reference Audio Core im Test, Bild 1
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DAC-Vorstufen gibt es heute ja viele, doch es gibt ein Unternehmen, das auf diesem Gebiet quasi schon ewig tätig ist. Meridian ist ein „Early Adopter“ digitaler Musikübertragung und liefert einen erneuten Kompetenzbeweis. 

Peripherie:

 Quellen: Apple MacBook Pro, OSX 10.7.3, iTunes 10, Channel D PureMusic 1.86 Mini PC mit Intel Atom D425 1,8 GHz Atom, 2 GB RAM, Ubuntu 11.11, Music Player Daemon Cambridge StreamMagic 6, RipNAS Solid
 Endstufe: AVM Ovation SA8
 Lautsprecher: KEF XQ40, Klang+Ton „Nada“

Das in Cambridge beheimatete Unternehmen gehört sicher zu Vordenkern und Pionieren auf dem Gebiet der dateibasierten Musikwiedergabe und war nach der Übernahme der Firma Sooloos auch so ziemlich das Erste, das ein für High-Ender salonfähiges digitales Wiedergabesystem herausbrachte. Die Idee, solange wie möglich ein digitales Signal in der Wiedergabekette zu haben, das erst kurz vor der Lautsprechermembran gewandelt und verstärkt wird, haben die Engländer verinnerlicht und gehören somit definitiv zu den Glaubensbrüdern einer EINSNULL-Redaktion.

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Und nun liegt das Reference Audio Core 818 vor mir. In diesem mächtigen schwarzen Kasten steckt das geballte Wissen und die kombinierte Ingenieurkunst der Engländer. Es ist nun wieder ein Produkt, das man auf zwei unterschiedliche Arten betrachten kann. Klar ist, dass es sich völlig den firmeneigenen Gepflogenheiten anpasst und nahtlos in eine Sooloos-Wiedergabekette integrieren lässt, doch ebenso klar ist seine Verwendung als digitale Vorstufe mit absoluten High-End-Ambitionen. Glückliche Besitzer eines Sooloos- Quellsystems, dazu gehören alle „Control“- beziehungsweise „Source“-Produkte dieser Produktlinie, können das Audiocore 818 als Zonenerweiterung oder Schaltzentrale verwenden. Sollte jemand nicht wissen, was ein Sooloos- System ist: Dabei handelt es sich um ein proprietäres Musikserver/Streaming- System von Meridian, welches sich komfortabel mit einem großen Touchscreen oder der vorzüglichen iPad/iPhone-App der Engländer bedienen lässt und zum stabilsten und klanglich Besten gehört, was die dateibasierte Musikwelt zu bieten hat. Markenfremde Geräte können ganz konventionell per S/PDIF-Cinchbuchse oder AES/EBU verbunden werden, außerdem sind hinten noch viele weitere Verbindungsmöglichkeiten für insgesamt 6 analoge Zuspieler. Der Computer-HiFi-Enthusiast hat außerdem die Möglichkeit, seinen Musik-Computer direkt per USB anzuschließen. Die Computerschnittstelle arbeitet asynchron bis 96 kHz, was ja in zirka 95 Prozent aller Fälle genau das Richtige ist, zumal alle Vielfachen von 44,1 und 48 kHz bis zu besagter Obergrenze nativ unterstützt werden. Die Anschlussvielfalt ist enorm, trotzdem behält man die Übersicht über alle angeschlossenen Quellen problemlos. Vielen sicher bekannt ist die Meridian- Systemfernbedienung, die sehr nobel aussieht, übersichtlich angeordnete Knöpfe bietet und sich den eigenen Wünschen anpassen lässt. Der Packung liegen noch ein paar Extra-Knöpfchen bei, mit der sich die Fernbedienung bestücken lässt und die aussagekräftige Beschriftung tragen. So kann man sich ein System aufbauen, wie man es braucht. Und mit einem 818 geht‘s klanglich dann auch ganz weit nach vorne, denn der ist ganz extrem gut durchentwickelt worden. Meridian ist ja als High- End-Hersteller äußerst privilegiert, hat den Engländern doch ihre Entwicklungsgeschichte eingebracht, großen Gremien wie der Dolby beisitzen zu können. Das hat man sich seinerzeit durch die Entwicklung von Kompressionsalgorithmen wie MLP (Meridian Lossless Packaging) erarbeitet, da dieser Codec heute beispielsweise auf der Blu-ray-Disc Anwendung findet. Meridian darf sich also mit Fug und Recht als Topspezialist auf dem Gebiet der digitalen Soft- und Hardwareentwicklung bezeichnen und hat die Möglichkeit, diese anerkannten Technologien in die eigenen Produkte einfließen zu lassen. Eine ganz wichtige davon, das Apodizing, ist natürlich auch im Reference Audio Core verbaut. Dieses spezielle Filter entfernt das durch herkömmliche Brickwall-Filter entstehende Pre-Ringing und lässt nur das Nachschwingen des Signals zu, was vom menschlichen Ohr leicht rausgefiltert und somit nicht wahrgenommen wird. Auch Jitter wird im Keim erstickt. Digitale Daten werden in einen Pufferspeicher geschickt und von dort aus taktstabil ausgelesen, anschließend durchlaufen sie einen Abtastratenumsetzer, der nochmals Speicherung und neuen 192-kHz-Takt draufgibt und in diesem Prozess noch weiter an der Unterdrückung des Taktzitterns arbeitet. Die glücklichen Besitzer der passenden DSP-Lautsprecher von Meridian können den Prozessor sogar noch weiter ausreizen. Für über Speakerlink verbundene Aktivboxen sind beispielsweise Eingriff e in die Raumakustik im Bereich des Möglichen. So kann man durch Angabe der Raumhöhe und des Aufstellungsorts Brummbässe und die groben Raummoden kompensieren. Den Effekt dessen habe ich schon erlebt, das funktioniert ganz wunderbar. Für diesen Test hatte ich leider keine DSP-Boxen zur Verfügung, doch gibt es über den Klang dieses Referenzgeräts auch mit herkömmlichen Boxen einiges auszusagen.

Klang


Die technischen Daten des 818er haben vermuten lassen, dass es klanglich weit nach vorn geht und ich bestätige diese Vermutung hiermit. Es war während des Hörens wieder das Meridian- Gefühl, das mich umschlich. Das Gefühl, in einem Meer feiner Details zu sitzen, ohne von zu vielen Informationen überfordert zu werden ist eine Kunst, die diese Geräte immer hinbekommen. Oft sitzt man vor Musikmaschinen, die alles richtig machen, und fragt sich, warum einem etwas fehlt. Das ist hier ganz anders, auch das Audio Core 818 gehört zu diesen „Richtigmachern“, man spürt förmlich die Musik. Mit einem Computer und einem ordentlichen Abspielprogramm kann man sich vor dem eventuellen Umstieg auf ein Sooloos-System schon mal warmlaufen und das 818 als USB-DAC verwenden. Klanglich ist das jedenfalls schon mal eine absolut wunderbare Angelegenheit. Ich habe mit meinem MacBook lange Zeit gehört und war mir schon nach kurzer Zeit sicher, dass diese Vorstufe die wahrscheinlich am feinsten auflösende ist, die ich seit langem gehört habe. Es wird schon etwas mit all dem Apodizing und der vorzüglichen Wandlung zu tun haben, mir reicht für den Moment des Hörens das Ergebnis. Die Reinheit, die Leichtigkeit der Wiedergabe und das exzellente Rhythmusgefühl machen aus dem Reference Audio Core eine digitale Vorstufe fürs Leben.

Fazit

Das 818 Reference Audio Core ist so referenzwürdig wie sein Name. In Kombination mit einem Sooloos-Speicher hat der Besitzer das komfortabelste und klanglich exzellenteste digitale Wiedergabesystem, das es gibt.

Preis: um 9500 Euro

D/A-Wandler

Meridian 818 Reference Audio Core


10/2012 - Christian Rechenbach

 
Ausstattung & technische Daten 
Preis: 9500 
Vertrieb: Audio Reference, Hamburg 
Telefon: 040 53320359 
Internet www.audio-reference.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 480/75/411 
Eingänge 6 x analog RCA / 3 x S/PDIF RCA /5 x S/PDIF TosLink/1 x SpeakerLink/1 x USB (asynchron, bis 96 kHz, 24 Bit) / 1 x Ethernet 
Ausgänge: 1 x analog RCA/1 x analog XLR / 1 x SpeakerLink 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
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Datum 01.10.2012, 13:05 Uhr
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