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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: quadral Signum 90


Quadral Signum 90 – Standlautsprecher

Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 1
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Wäre es nicht spannend, in verschiedenen Altersgruppen eine Umfrage zu den populärsten Lautsprecher-Marken zu machen? Ich bin mir sehr sicher, dass in der Gruppe der 50-60 jährigen Quadral weit vorne landen würde. Und dann würde die Sache spannend, denn Quadral kann auch in jüngeren Altersklassen mit Auto, Surround- und Einbaulautsprechern punkten. Und mit der Quadral Signum 90 haben Sie einen Kandidaten für den Meister aller Klassen und Lebenslagen.

Quadral gehört in die Zeit meines Heranwachsens wie der Braune Bär, Discos in Jugendheimen und dem Erwachen meines musikalischen Geschmacks. Es könnte gut sein, dass ich in diesen prägenden Jahren mit keiner Lautsprechermarke mehr Musik gehört habe als mit Quadral. Und wir sprechen hier nicht von kleinen Böxchen, das waren schon ordentliche Standlautsprecher namens Wotan oder Shogun. Nachhaltige Berühmtheit erlangte die norddeutsche Marke spätestens mit ihrer Titan i, einer wirklich legendären Referenz über Jahrzehnte, die erst mit der Titan 9 2016 ihren audiophilen Ruhestand feiern durfte und Platz für neue Modelle machte.   

Ausstattung

 
Quadral hat sich, ich habe es erwähnt, nie alleine auf HiFi verlassen, was weitsichtig und schlau war. Apropos Weitsicht: seit vielen Jahren ist der Toningenieur Sascha Reckert für die Lautsprecherentwicklung verantwortlich. Seiner Expertise ist ein erstaunliches Qualitätsniveau zu verdanken, was ich auf unterschiedlichen Veranstaltungen immer wieder positiv erlebt habe. Genau deshalb habe ich mich gefreut, diesen preislich sehr attraktiven Standlautsprecher ausführlich hören zu können. Die Signum 90 ist die größte Standbox aus der Quadral Classic Line. Ich habe Sascha Reckert gefragt, was sie mit dieser Lautsprecherentwicklung im Sinn hatten:“Es handelt sich um das Top-Modell der Serie.

Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo quadral Signum 90 im Test, Bild 8
Entwicklungsziel war – so abgedroschen das klingen mag – einen neuen Standard in dieser Preisklasse zu setzen. Deshalb haben wir in Form des Ringstrahlers im Hochton und modernen aufwändigen Tieftönern einen enormen Aufwand betrieben. Dank des 2 ½ Wege Systems und der gutmütigen Frequenzgänge der einzelnen Treiber konnten wir den Weichenaufwand gering halten und hochwertige Komponenten einsetzen.“   

Technik  


Das schauen wir uns doch gleich einmal etwas genauer an. Die Weiche ist tatsächlich mit sehr ordentlichen Bauteilen bestückt: MKP-Folienkondensatoren, Zementwiderstände, Eisenkernspulen, guter Stoff. Sascha Reckert gab mir eine offene Antwort zu ihrer Steilheit:“Elektrisch zwischen 6dB und 12dB, akustisch variiert das zwischen 6dB und 18dB.“ Die Tiefmitteltöner machen ebenfalls einen ausgezeichneten Eindruck: stabiler Korb, gut belüftete Schwingspule, weiche Sicke und kräftiger Ferritmagnet. Die Polypropylen-Membran – Quadral nennt das „PP“ – wird mit Titanstaub für erhöhte Steifigkeit und Dämpfung beschichtet. Der Hochtöner ist besonders interessant, denn es handelt sich um eine Variante des berühmten Vifa-Ringradiators, den Quadral ohne den typischen Phaseplug nutzt, dessen Wirkung sie anzweifeln. Ehrlicherweise ist er aber auch noch mit einem Patenschutz belegt. Dieser audiophile Dauerbrenner glänzt mit seiner geringen bewegten Masse, einer doppelten Sicke innen wie außen und soll praktisch keine Partialschwingungen mehr im Nutzbereich haben. Für Quadral kommt dieser Ringstrahler ihren geliebten Bändchen klanglich am nächsten und ist deshalb unter den „konventionellen“ Hochtönern schon lange ihre erste Wahl. Alle Chassis werden nach strengen Vorgaben für Quadral gebaut. Reckert meint dazu:“Wir haben langjährige Partner in China und alle Treiber werden der Konstruktion entsprechend bei uns neu entwickelt. Gerade das Konzept der neuen SIGNUM 90 funktioniert mit Standardchassis gar nicht.“ Das angesprochene Konzept sieht vor, dass die drei identisch aussehenden Tiefmitteltöner nicht alle denselben Job machen. Dazu noch einmal Sascha Reckert: Alle Tief-/Mitteltöner decken den identischen Tieftonbereich ab, die beiden unteren werden aber früher ausgekoppelt. Diese Tieftöner haben eine deutlich höhere bewegte Masse, der obere Tiefmitteltöner einen optimierten Frequenzgang. Beide Gehäusekammern sind exakt auf die gleiche Frequenz abgestimmt. Das führt zu perfektem Zusammenspiel im Bass und alle Treiber erreichen ihre Belastungsgrenze mechanisch genau gleichzeitig. Dadurch bekommen wir guten Tiefbass und eine enorme Pegelfestigkeit.“ Klingt nach einer schlauen Abstimmung. Ich kann mich nur wundern, wie die Hannoveraner das zu diesem Preis realisieren: sechs Tiefmitteltöner, zwei raffinierte Hochtöner, zwei gut bestückte Weichen, zwei recht große Gehäuse und das für unter 1.000 Euro. Das Entscheidende ist, dass Reckert auch bei diesem günstigen Modell so wenig Kompromisse wie möglich eingeht. Die Kammer der beiden echten Bässe ist übrigens genau doppelt so groß wie die für den Tiefmitteltöner und Hochtöner. Getrennt wird bei 550 Hz, danach macht der Kollege oben im Mittelton weiter, während die unteren die Arbeit einstellen. Der Hochtöner gesellt sich ab 3kHz dazu. Beide Kammern sind mit eigenen Bassreflexöffnungen ventiliert, die Trennwand dazwischen schräg eingesetzt, was stehende Wellen unterbinden soll – ebenfalls eine, nennen wir es mal Aufmerksamkeit, die man in dieser Preisklasse nicht unbedingt findet. Das Gehäuse ist aus MDF, gut gemacht, vorne lackiert, der Rest foliert. Bedämpft wird es mit Polyesterwolle, Reckert nimmt recht viel davon, wie er mir sagte:“ Mit etwas Erfahrung erzielt man eine sehr gute Basswiedergabe und dennoch eine gute Dämpfung im Mitteltonbereich.“ Standardmäßig ruht die Signum 90 auf vier Auslegern, die mit Gummi bedämpft sind. Für Freude von Spikes oder anderen Füßen gibt es Gewindehülsen.  

Praxis  


Aber natürlich ist das alles Makulatur, wenn der Lautsprecher nicht klingt und so war ich wirklich auf den Klang der Quadral Signum 90 gespannt, denn wo so viel Gutes drin steckt, kann eigentlich nur Gutes herauskommen und genau so ist es auch. Aufstellungskritisch ist sie nicht, etwa einer Meter zur Seite und nach hinten sollte man einkalkulieren, dazu etwa drei Meter Hörabstand und los geht’s. Durch ihren guten Wirkungsgrad spielt sie mit meinem Lavardin ISx Reference Vollverstärker mit 50 Watt ebenso gut zusammen wie mit meiner Air Tight AMT-4 Endstufe mit nur 22 Watt. Mein klassisches Sonntagmorgenkonzert von Albinoni klingt fein, edel, luftig. Ich bin da schon verwöhnt, gerade wenn es um die Auflösung im Hochtonbereich geht und das macht die Signum 90 mit ihrem tollen Hochtöner schlichtweg hervorragend. So eine Qualität in dieser Preisklasse wird man lange suchen müssen und ich bin skeptisch, ob man sie findet. Später höre ich „The Quota“ von Jimmy Heath. Ein kleines Jazzmeisterstück mit edlen Arrangements, die durch ein French Horn eine besondere Note bekommen. Und so klingt das dann auch: schwungvoll, lässig, gut aufgelöst, sehr homogen. Grundsätzlich spielt die Signum 90 eher präsent als gemütlich, aber das ist ja kein Nachteil. Ich habe Lust auf Jimmy Smith, den berühmtesten Organisten des Jazz. Auf „Prayer Meeting“ trifft er Stanley Turrentine, den vielleicht souligsten aller Tenorsaxofonisten. Und das groovt, das swingt und zaubert mir ein ums andere Mal ein fettes Grinsen ins Gesicht. Vom fetten Orgelbass über die wattig-sahnigen Orgeltöne bis hin zum geschmeidigen Saxofon spielt alles wie aus einem Guss. Der Bass ist wunderbar eingebunden und an die wirklich geschmeidig klingenden Mitten angeschlossen, die Abbildung stimmt und zeichnet glaubhafte Räume. Die Signum ist dabei enorm pegelfest und kann jede Party zur kleinen Privatdisco transformieren.

Fazit

Das akustische Konzept von Sascha Reckert und seinem Team geht voll auf. Wer sich eine Quadral Signum 90 kauft, hat alles richtig gemacht: er schont den Geldbeutel und bekommt trotzdem einen höchst kompetenten Lautsprecher, der leicht anzutreiben ist, viel Spaß macht und richtig fein klingt. Freuen Sie sich auf die Begegnung mit ihr.

Preis: um 1000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
quadral Signum 90

Spitzenklasse

5.0 von 5 Sternen

-

Bewertung 
Klang 70%

Labor 15%

Praxis 15%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Standlautsprecher 
Paarpreis um 1.000 Euro 
Internet www.quadral.com 
Ausstattung
Ausführung Schallwand schwarz oder weiß lackiert, folierter Korpus 
Abmessungen (B x H x T in mm) 195/1050/347 
Gewicht (in Kg) 24,1 kg 
Prinzip 2.5-Wege Bassreflex 
Bestückung 2 x 180 mm Titanium PP Tieftöner; 1 x 180 mm Titanium PP Mitteltöner; 1 x RiCom-Sigma Hochtöner 
Frequenzgang 27 Hz – 32 kHz (-3 db) 
Übergangsfrequenzen 550 Hz / 3100 Hz 
Nennimpedanz 90db/w/m 
Impedanz (in Ohm) 4 Ohm 
Garantie 5 Jahre 
+ Verarbeitungsqualität 
+ sehr guter Klang 
+/- Nein 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
Advents-Highlights

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Autor Christian Bayer
Kontakt E-Mail
Datum 25.10.2021, 14:07 Uhr
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Interessante Links:
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