Man nehme einen Breitbänder, ein Gehäuse und lasse im Grunde alles weitere weg. Heraus kommt wahrscheinlich ein Lautsprecher, der nicht besonders gut klingt. Es sei denn, man weiß, was man tut.
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„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenEinzeltest: Nubert nuVero nova 5
Ein Freund
Ich betone es immer wieder gerne: Nubert Lautsprecher haben eine derart steile Entwicklungskurve genommen, dass ich nur jedem ernsthaften Musikhörer empfehlen kann, sich das passende Modell in seiner Preisklasse anzuhören. Zum Beispiel die kleinste nuVero nova.
Manche Hörer mögen große Lautsprecher, andere kleine oder mittelgroße. Mir ist die Größe eines Lautsprechers vollkommen egal. Mich interessiert nur was hinten rauskommt hätte ich fast gesagt. Das muss natürlich vorne heißen. Ich habe mit Modellen aller Couleur und jeden Maßstabs gearbeitet und gehört. Mein Hauptkriterium für einen guten Lautsprecher ist und bleibt, dass er sich und seine Größe vergessen macht. Dann schauen und hören wir vor allem Mal, wie sich der Nubert nuVero nova 5 schlägt.
Die nuVero nova Serie
In meinem Bericht über den großen Nubert nuVero nova 14 (HiFi Test 1/26) ist deutlich geworden, dass mich der Lautsprecher rundum begeistert hat. Er ist das zweitgrößte und der nova 5 das kleinste Modell der Serie.








Mehr Besonderheiten
Die Serie
Nubert hat seit 2025 die dritte Generation ihrer nuVero Serie am Start und nennt sie passend „nova“. Ich glaube sagen zu können, dass die Serie ein voller Erfolg ist. Und an dieser Stelle finde ich es immer wieder höchst faszinierend, wie Hersteller ohnehin schon gute Produkte immer wieder auf ein neues, besseres Niveau bringen können. Dazu braucht es einen bestimmten Geist, einen unbändigen Forschergeist, der nie zur Ruhe kommt. Dass Nubert auch das Kundenfeedback mit einbezieht, macht die Firma aus Schwäbisch-Hall zu einer Besonderheit in der deutschen HiFi-Landschaft. Und das kommt uns Hörern zu Gute, die wir immer wieder ein wenig besser Musik erleben und genießen können. Was der nova 5 nun mit seinen Serienkollegen teilt, möchte ich für alle neu hinzugekommenen Leser erläutern.
Die Gehäuse
Zuerst einmal wurde das Gehäuse im Vergleich zur Vorgängerserie komplett überarbeitet. Das bedeutet, dass das Gehäusedesign vor allem aus akustischer Sicht neu gezeichnet wurde. Konkret bedeutet das, dass man alle Ecken deutlich abgerundet hat. Dafür waren nicht vordergründig ästhetische Gründe verantwortlich. Der Grund ist die Verringerung von Kantendispersionen, die das Abstrahlverhalten korrumpieren können. So wurden sie praktisch eliminiert und dann entsteht etwas, das ich liebe: Rundstrahlverhalten. Sprich die Abstrahlung im Raum funktioniert innerhalb eines sehr weiten Radius und lässt die Bewegung des Hörers zu. Das Gegenteil davon ist ein enger Sweetspot, der am Pult eines Toningenieurs ideal ist, im richtigen Leben aus meiner Sicht jedoch Fehl am Platz. Nubert hat dafür natürlich einen Namen: „UltraDirectivity“ und das trifft den Nagel auf den Kopf. Denn auch wenn man von weit außen ins Schallfeld kommt, erlebt man ein vollwertiges Klangbild, fast als säße man vor den Lautsprechern.
Mehr Finessen
Einen Anteil an dieser famosen Abstrahlcharakteristik hat übrigens auch der Waveguide des Hochtöners, der auf einer gewölbten Schallwand sitzt. Aber dann kommt die Diffusfeldentzerrung ins Spiel, ein Phänomen, das ich bislang nur von Kopfhörern kannte. Thomas Bien klärte mich hier in Sachen Lautsprecher auf: „Ab einer Hörentfernung von etwa 70 cm befindet sich der Hörer in typischen Wohnräumen im sogenannten Diffusfeld. Diffus deswegen, weil der reflektierte Schall da stärker als der Direktschall ist.“ Hätten Sie’s gewusst? Sehen Sie, wieder etwas gelernt. Mit seiner Diffusfeldentzerrung, die letztlich ein technischer Kniff in der Weichenschaltung ist, gleicht Bien nun „ganz einfach“ den Unterschied zwischen direktem und reflektiertem Schall aus. Dass das eben nicht ganz einfach geht, wird jedem klar sein. Denn alle Eingriffe dieser Art können für anderweitigen Stress im Klangbild sorgen. Und je komplexer die Weiche aufgebaut ist, desto schwieriger wird es, sie homogen abzustimmen. Hier aber verfeinert sich dank Thomas Biens Expertise der Hochtonbereich, er wirkt freier, luftiger und man bekommt einen insgesamt anderen Höreindruck. Das kann man deshalb sehr gut nachhören, weil sich die Diffusfeldentzerrung ja auch abschalten lässt. Warum man das aber tun sollte, erschließt sich mir nicht, denn ich höre mit ihr nur Vorteile. Auch wenn der Hochtonbereich leicht angehoben wird, scheint der Gesamtklang sanfter zu werden. Apropos sanft – auf der Rückseite kann man den Hochton per Schalter anpassen – sanft war die Einstellung meiner Wahl. Ich habe den Effekt der Diffusfeldentzerrung schon für den nova 14 beschrieben und zitiere mich gerne selbst, denn besser kann ich es nicht tun: „Mit der Entzerrung klingt es deutlich weicher, in etwa wie wenn die dicken Tropfen eines Tropenregens auf einen weichen Waldboden treffen. Schaltet man die Diffusfeldentzerrung ab scheint der Regen, um im Bild zu bleiben, hart auf eine Plastikplane zu treffen. Kein Vergleich also - die sollte aus meiner Sicht unbedingt eingeschaltet bleiben.“ Die Weiche ist beim nova5 natürlich nicht so komplex wie beim nova 14. Dennoch trennt Bien steil und achtet besonders auf Phasenkohärenz. Der geschmeidige Übergang der beiden Chassis liegt bei etwa 2 kHz.
Die Chassis
Klang
Die Abstimmung der nova 5 ist freundlich aber bestimmt, wenn man das so sagen kann. Das will heißen, sie spielt mit Autorität, bleibt dabei aber freundlich. Natürlich habe ich sie in Wandnähe ausprobiert und natürlich kann sie da mehr Bass. Aber ihre Qualitäten im Freifeld sind überragend und ich hatte keinen Mangel an Bass und das in unserem großen Hörraum. Mein Chefredakteur kam kopfschüttelnd in den Raum und meinte: „Die sind ja wohl der Hammer.“ Und selbst Holger Barske nickte höchst anerkennend. Mir fehlt an diesem Lautsprecher offen gestanden gar nichts. Das ist genau die Sorte, die man guten Freunden empfiehlt, die sich dann noch nach Jahren für die Empfehlung bedanken. Und bei denen ich mich gefragt habe, warum ich mir nicht selbst einen kaufe, also ein Paar. Sie spielen so erwachsen, so vollwertig, so unglaublich gut mit warmer Neutralität abgestimmt – und das frei auf Ständern im Raum. Gianmaria Testa singt und spielt im Traumduo mit dem neuen Heed Elixier Vollverstärker. Seine so charakteristische Stimme klingt sehr sonor aber null aufgedickt, herrlich feinziseliert, intim, direkt, berührend. Ich höre genau den wunderbaren Brustton von Testas Stimme, einfach herrlich. Und ich will lachen, ich will tanzen, ich schnippe mit den Fingern und denke: „Mehr Lautsprecher braucht doch echt kein Mensch.“ Dann lasse ich es mit den Fun Lovin‘ Criminals und „The King Of New York“ auch mal krachen, sprich höre richtig laut. Das meistern die nova 5 brutal cool, nie komprimiert und das mit abenteuerlichen Pegeln und einem souveränen Bass, der das Geschehen zusammen hält. Wie geht das, frage ich mich? Und Kollege Barske fragt: „Ist das ne geschlossene Kiste?“ Allerdings. Hearing is believing sagt man und ich kann Sie nur dazu animieren, sich diese Lautsprecher einmal anzuhören. Es könnte ein Glücksfall für sie sein. Nuberts nuVero nova 5 sind ein Glücksfall.
Fazit
Wie sage ich es jetzt, ohne für Verwirrung zu sorgen? Also ich liebe kleine Lautsprecher und manchmal sind die Kleinsten die Größten. Wie im Fall der NuVero nova 5, die durchaus der Star dieser Serie sein könnten. Ganz große Klasse.Kategorie: Lautsprecher Stereo
Produkt: Nubert nuVero nova 5
Preis: um 1390 Euro

Referenzklasse
Nubert nuVero nova 5
Nubert nuVero nova 5
|
295-1923
Nubert Elektronik GmbH |
Mit einem Erfahrungsschatz aus 5 Jahrzehnten Symphonic Line hat Rolf Gemein längst seine Klang-Signatur gefunden
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Klang | 70% | |
| Labor | 15% | |
| Praxis | 15% |
| Kategorie | Kompaktlautsprecher |
| Preis (in Euro) | 1.390 Euro |
| Vertrieb: | Nubert electronic, Schwäbisch Gmünd |
| Telefon: | 07171 8712-0 |
| Internet: | www.nubert.de |
| Ausstattung | |
| Ausführung | Schwarz und Weiß |
| Abmessungen (B x H x T in mm) | 310 x 320 x 555 |
| Gewicht (in Kg) | 9,3 kg |
| Prinzip | 2-Wege-Standlautsprecher geschlossen |
| Tieftöner | 1 x 148 mm Carbon |
| Mitteltöner | Nein |
| Hochtöner | 1 x 25-mm-Aluminiumkalotte |
| Übertragungsbereich | 41 – 36000 Hz |
| Untere Grenzfrequenz (-3db) | 64 Hz |
| Obere Grenzfrequenz (-3db) | 30 kHz |
| Trennfrequenz: | etwa 2 kHz |
| Impedanz | 4 Ohm |
| Wirkungsgrad | 83 db (2,83 V/1 m) |
| Garantie | 5 Jahre |
| + | grandioser Monitorklang |
| + | flexible Anpassung möglich |
| +/- | +hervorragende Verarbeitung |
| Klasse | Referenzklasse |
| Preis/Leistung | hervorragend |





