Kategorie: Lautsprecher Stereo

Standlautsprecher · Nubert nuvero nova 14


Aufbruchsstimmung

Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 1
24671

Ich bin erst relativ spät in meiner HiFi-Karriere mit den Produkten von Nubert im Kontakt gekommen, nur um dann schnell zu erleben, wie gut die Sachen aus Schwäbisch-Gmünd sind. Setzt die nuvero nova-Serie dem noch einen drauf?

Nubert hat eine lange Firmengeschichte, zu der ich, wie gesagt, erst vor einigen Jahren Zugang bekam. Schnell war ich über die Verarbeitungs- und Klangqualität ihrer Lautsprecher erstaunt, ich hatte ja keine gesteigerten Erwartungen. Seither hat die Firma eine erstaun-liche Entwicklung hin auch zu deutlich audiophilen und highendigeren Produkten vollzogen – das bezieht die Elektronik natürlich mit ein. Nun steigt mit jeder neuen Serie auch meine Erwartung an die Qualität. Und siehe da, wohl auch weil Nubert selbst große Erwartungen mit dieser Serie verknüpft, kam Chefentwickler Thomas Bien persönlich nach Duisburg, um uns, nicht ohne Stolz, die nuVero nova 14.   

Die Latte liegt hoch

  
Wie Nubert auf der Webseite schreibt, hat „... die dritte Generation (...) der nuVero Serie ein komplett überarbeitetes Gehäuse, modernisierte Chassis-Technologie, verbesserte Frequenzweichen und eine nochmals gesteigerte Klangpräzision – basierend auf Kundenfeedback und langjähriger Entwicklungsarbeit.“ bekommen.

Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 3
Vier Modelle umfasst die wirklich komplett neu entwickelte nuVero-Serie. Wir hatten das zweitgrößte Modell zum Test
Kurzum: Alles wurde einfach besser und das schauen wir uns doch einmal genauer an. Dafür beginne ich ganz oben beim Hochtöner.
Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 8Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 9Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 10Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 11Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 12
Und da finde ich ein Novum der 50-jährigen Nubert-Firmengeschichte: eine Metallmembran, konkret besteht sie aus schwarz eloxiertem Aluminium. Deren grundsätzliche Vorteile wie ihr ausgedehnter Frequenzbereich oder die enorme Steifigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht sind bekannt und werden hoch geschätzt. Ihr sogenanntes „Ringing“, eine gemeine Resonanz, die sich in einem unangenehmen metallischen Klingeln äußert, ist allerdings gefürchtet. Zudem kann das Ausschwingverhalten solcher Membranen durchaus verzögert sein. Das waren die Gründe, warum Nubert bislang Gewebemembranen bevorzugte. Thomas Bien hat mir die Abkehr davon so erklärt: Gewebemembranen sind tendenziell zu weich und neigen dazu, ab etwa 7 kHz in nicht mehr wirklich kontrollierbare Teilschwingungen aufzubrechen. Nubert ist dem dort deutlich überlegenen Metall und seiner unerwünschten Klingelneigung mit zwei Maßnahmen begegnet, die sie „Non Resonant Technology“ (NRT) nennen. Zum einen sitzt im Schutzgitter vor dem Hochtöner ein kleiner Reflektor, der das unerwünschte Geschehen bereits um etwa 50 % reduzieren soll. Den Rest beseitigt Bien dann mit Hilfe eines Saugkreises, wir kennen das zum Beispiel von Breitbändern mit Schwirrkoni. So soll die Seidigkeit einer Gewebekalotte mit den Auflösungsfähigkeiten einer Metallkalotte verknüpft worden sein. Unterstützt wird der Hochtöner vom aktuell leistungsstärksten außenliegenden Neodym-Ringmagneten. Klingt gut, hören wir uns an.   

Mittendrin und untenrum 

 
Sowohl für die Mitteltöner als auch für die Bässe hat Nubert leichte und steife vierlagige Carbonmembranen auf dem neuesten Stand der Technik entwickelt. Im Mittelton werden die Treiber mit Neodym- und im Bass mit Ferritmagneten angetrieben. Die immer weiter optimierte und inzwischen auch deutlich geänderte Gehäusekonstruktion mit ihren abgerundeten Ecken hat laut Thomas Bien keinerlei Thema mehr mit unerwünschten Kantendispersionen. Das freut mich besonders, denn dadurch ist das Rundstrahlverhalten dieser Lautsprecher schlicht überragend. Nubert nennt das UltraDirectivity und das stimmt auch. Selbst bei mehr als 45 Grad seitlich versetzt hört man praktisch alles wie im Direktschall. Dazu trägt die hervorragende Diffusfeldentzerrung bei - auf sie komme ich noch zu sprechen. Und auch der umgedrehte Waveguide des Hochtöners, der auf einer Wölbung sitzt, hat seinen Anteil an dieser mir extrem gut gefallenden Abstrahlcharakteristik. Sehr genau wurden auch die Abstände und Platzierung der insgesamt sechs Chassis berechnet und erhört. Unten arbeiten zwei und obenauf ein weiterer Basstreiber. Dazwischen sitzen in einer klassischen D´Appolito-Anordnung die beiden Mitteltöner, und mittig, perfekt auf Ohrhöhe, der neue Hochtöner. Die Distanz der Zentren der Mitteltöner entspricht recht genau der Wellenlänge bei der Trennfrequenz. Schallauslöschungen können so erst bei sehr extremen vertikalen Winkeln auftreten.   

Abstimmung

  
Die Nubert´sche „Ultra- Directivity“ hatte ich bereits angesprochen, nun will ich kurz auf die Diffusfeldentzerrung eingehen.

Lautsprecher Stereo Nubert nuvero nova 14 im Test, Bild 5
Einer der langhubigen Bässe mit ihrer wirklich fetten Sicke. Wie die Mitteltöner auch haben die Bässe eine vierlagige Carbonmembran bekommen
Ab einer Hörentfernung von etwa 70cm befindet sich der Hörer in typischen Wohnräumen im sogenannten Diffusfeld. Diffus deswegen, weil der reflektierte Schall da stärker als der Direktschall ist. Mit der Diffusfeldentzerrung der nuVero nova 14 lässt sich nun die Differenz zwischen direktem und reflektiertem Schall gezielt ausgleichen. Das sorgt nicht nur für einen besonders transparenten Hochtonbereich, es verändert sich auch der komplette Höreindruck. Das kann man deshalb sehr gut nachhören, weil sich die Diffusfeldentzerrung abschalten lässt. Wir haben das probiert, und es ist mir ein Rätsel, warum man sie abschalten sollte. Trotz leichter Anhebung des Hochtons klingt es mit der Entzerrung deutlich weicher, in etwa wie wenn die dicken Tropfen eines Tropenregens auf einen weichen Waldboden treffen. Schaltet man die Diffusfeldentzerrung ab scheint der Regen, um bei diesem Bild zu bleiben, hart auf eine Plastikplane zu treffen. Kein Vergleich also – die sollte aus meiner Sicht unbedingt eingeschaltet bleiben. Beim Vorgänger gelang es noch nicht, die Bässe tief genug anzukoppeln, so dass daraus ein 3.5- Wege-Design wurde. Das ist hier nicht mehr nötig, denn die Mitteltöner sind groß genug, decken den Bereich zwischen 300 Hz und 2 kHz souverän ab und bündeln so gar nicht. Ab 300 Hz setzen die drei parallel geschalteten Bässe ein und runden dieses hervorragende 3-Wege- Design ab. Die Weiche arbeitet unter anderem mit für Nubert spezifizierten Folienkondensatoren. Mit ihren steilen Flanken ist sie auf phasentreue Übergänge hin mit 24 db/Oktave und einer Linkwitz-Riley-Charakteristik optimiert. Die Impedanzverläufe sind freundlich kompensiert, und so sollen die Lautsprecher dieser Serie auch mit Röhrenverstärken sehr gut harmonieren. Ich habe jeden Moment gespürt, wie glücklich Thomas Bien mit dieser Serie ist und wieviel Hirnschmalz und Herzblut er für sie investiert hat.  

Klang

 
Unbestechlich würde ich den Klang der nuVero nova 14 nennen. Warum? Sie hat keine Signatur und spielt neutral, ohne nüchtern zu sein. Eigentlich sind das Monitorqualitäten, und die spielt sie tatsächlich in praktisch jeder Situation aus. Schließt man unterschiedliche Verstärker an, meldet sie das zum Beispiel direkt weiter. Ein Exposure klingt eben anders als ein Symphonic Line und das ziemlich deutlich. Mit Brücken auf der Rückseite kann man den Klang zusätzlich ein wenig beeinflussen. Es gibt die Varianten „neutral“ und „sanft“. Bei höhenbetonter Musik hat mir tatsächlich „sanft“ besser gefallen. Und für die wandnahe Aufstellung ist auch vorgesorgt, es lassen sich eine oder beide Bassreflexöffnungen verschließen. Wir – also Thomas Bien und ich - haben viele faszinierende Musikbeispiele gehört. Bei Mahlers 5. lassen sich zum einen enorme Pegel erzeugen, zum anderen aber auch die Schönheit und Finesse dieser herrlichen Musik genießen. Auch in den komplexesten Passagen behielt die nova 14 dabei immer die Übersicht, sprich ihre Auflösungsfähigkeiten sind grandios. Und mit welchem Glanz zum Beispiel eine Trompete im Raum steht, ist schlicht betörend. Als Thomas Bien sich auf die Rückreise machte, habe ich tagelang alleine weiter gehört und war zum Beispiel begeistert davon, dass ich eine meiner liebsten 80er Jahre Scheiben von Marcus Miller mit richtig Freude, und ohne inzwischen musikalisch peinlich berührt zu sein, genießen konnte. Millers furztrockene, tiefe Funkbässe schleuderte die nuVero nova 14 ebenso ansatzlos in den Raum wie sie perlende E-Piano- Akzente ins Gesamtgeschehen integrierte, ohne ihre Eigenheit zu vergessen. Einen kompetenteren Allrounder als die Nubert nuVero nova 14 wird man schwer finden – zumal zu diesem Preis.

Fazit

Ist das der beste Nubert Schallwandler aller Zeiten? Wenn’s nach mir geht, auf jeden Fall. Mit ihm kann man das Thema Lautsprecher getrost abschließen.

Den Test finden Sie in der HiFi Test 1/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich
Lust auf mehr? Entdecke unser HiFi Test Abo!

Finden Sie Ihr Wunschgerät

Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Nubert nuvero nova 14

Preis: um 5900 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


2/2026
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Nubert nuvero nova 14

2/2026

Nubert nuvero nova 14
PREMIUM-TIPP
Werbung*
Aktuelle Angebote von Nubert bei:
Weitere Informationen Nubert
Weitere Informationen Nubert
Weitere Informationen Nubert
Weitere Informationen Nubert
* Für Links in diesem Block erhält hifitest.de evtl. eine Provision vom Shop
Bewertung 
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15%

5 von 5 Sternen

Praxis 15%

5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Standlautsprecher 
Preis (in Euro) 5.900 Euro 
Vertrieb: Nubert electronic, Schwäbisch Gmünd 
Telefon: 07171 – 8712-0 
Internet: www.nubert.de 
Ausstattung
Ausführung Schwarz und Weiß 
Abmessungen (B x H x T in mm) 1400 x 530 x 485 
Gewicht (in Kg) 64 kg 
Prinzip 3-Wege-Standlautsprecher 
Tieftöner 3 x 203 mm Carbon 
Mitteltöner 2 x Carbon 
Hochtöner 1 x 26-mm-Metallkalotte 
Übertragungsbereich 23 – 36000 Hz 
Untere Grenzfrequenz (-3db) 27 Hz 
Obere Grenzfrequenz (-3db) 30 kHz 
Trennfrequenz: 300 Hz und 2 KHz 
Impedanz 4 Ohm 
Wirkungsgrad 87db 
Garantie 5 Jahre 
+ souveräner Spitzenklang 
+ tolle Anpassungsoptionen 
+/- + hervorragende Verarbeitung 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
Neu im Shop

ePaper Jahres-Archive, z.B. Heimkino

ePaper Jahres-Archive, z.B. Heimkino
>> mehr erfahren
Christian Bayer
Autor Christian Bayer
Kontakt E-Mail
Datum 06.02.2026, 09:59 Uhr
625_24570_2
Topthema: 5.0-Surroundset · Neuron Acoustic Majestic
5.0-Surroundset_Neuron_Acoustic_Majestic_1765452976.jpg
Sourround-Referenz 5.0

Wenn eine „Männer-Soundbar“ zur Initialzündung wird: Wir testen das große Besteck von Neuron Acoustics

>> Mehr erfahren
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 8.66 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 7 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 6.7 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 8.03 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 12.96 MB)
Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

HiFi Gogler | Oliver Gogler e.K.