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Kategorie: Beamer

Einzeltest: BenQ W2700


Plug and Beam

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Die Sage von Plug and Play geistert seit Beginn der PC-Technik durch unseren technischen Alltag. Der Begriff soll suggerieren, dass man ein Gerät nur an den PC anstöpseln müsse, um direkt mit all den versprochenen Funktionen loslegen zu können. Manchmal hat das sogar funktioniert, mitunter weniger gut. BenQ hat es sich beim neuen W2700 zur Aufgabe gemacht, einen Beamer auszuliefern, der nur ausgepackt, angeschlossen und eingeschaltet werden muss, um dann ohne mehr oder weniger aufwendige Kalibrierarbeiten ein perfektes Kinobild abzuliefern.

Schon äußerlich hat der W2700 das Zeug dazu, im Wohnzimmer nicht nur eine gute, sondern auch eine schöne Figur zu machen. Das Gehäuse ist gefällig abgerundet, und sowohl die Rückseite mit dem Anschlussfeld als auch die Frontpartie sind mit einer feinen Alu-Abdeckung versehen. Das Objektiv geht schon deutlich in Richtung Kurzdistanz-Projektion, der Abstand zur Leinwand liegt zwischen zwei und drei Metern, um eine Bildbreite von zwei Metern zu erhalten. Damit eignet sich der BenQ idealerweise für das Wohnzimmer mit überschaubaren Abmessungen. Allerdings schränkt die Kombination aus 1,3-fachem Zoom und Lensshift, der nur +/-10 % in vertikale Richtung wirkt, die Flexibilität bei der Aufstellung etwas ein, sodass man vieles durch rücken des Beamers kompensieren muss, was angesichts der kompakten Abmessungen und des überschaubaren Gewichts aber auch keine große Kunst ist. 

Eindeutiger Schwerpunkt


Außerdem lag der Schwerpunkt bei der Entwicklung des W2700 eindeutig auf der Bildqualität und deren einfacher Umsetzung. Ein knapp bemessener Zoom und Lensshift lassen sich viel leichter verkraften, wenn man erfährt, dass die Optik komplett aus Glaslinsen besteht, von denen einige mit einer vergüteten Oberfläche besonders gut gegen Streulicht und andere unschöne Einflüsse gefeit sind. Nur zur Erinnerung, wir sprechen hier von einem Beamer, der sich deutlich unterhalb der 2.000-Euro-Schwelle bewegt, da besteht die Optik für gewöhnlich aus einem hohen Kunststoffanteil. Hinzu kommt, dass beim BenQ eine adaptive Iris in die Optik integriert wurde, diese sorgt für noch bessere Kontraste, die insbesondere das HDR-Erlebnis überaus positiv beeinflussen. Das macht sie übrigens nahezu lautlos und ohne wilde Pumpaktionen, was wiederum für die enorme Entwicklungsarbeit spricht, die dahintersteckt. Auch sonst hat man sich in Sachen Bildqualität mächtig ins Zeug gelegt, Auf der Rückseite sieht es vergleichsweise spartanisch aus, was unter anderem daher kommt, dass der W2700 auf alle analogen Bildquellen verzichtet. Die HDMI-Eingänge sind dagegen beide HDCP2.2- kompatibel und somit für UHD-Quellen geeignet, viele teurere Geräte bieten nur einen entsprechenden Eingang an, was bei häufigeren Standort wechseln und bei jedem Umstecken zu Missverständnissen führt. Standards, wie RS232- und 12-V-Trigger-Schnittstelle sind am W2700 ebenso zu finden wie ein optischer Audio-Ausgang und eine USB-Buchse, die für alle möglichen externen Laufwerke zuständig ist. Von dort lassen sich nicht nur Fotos und Office-Dokumente einspielen, auch Videodaten diverser Formate spielt der Beamer anstandslos ab.

Setup und Bildqualität


Dieser Part des Artikels fällt ausnahmsweise erfreulich kurz aus, da der W2700 ja bereits ab Werk bestens auf beste Farbtreue abgestimmt ist. Zum Beweis legt BenQ jedem ausgelieferten Exemplar das individuelle Messprotokoll bei, ein Prozedere, das man bislang nur von sehr teuren Lautsprechern kennt. Trotzdem haben wir den W2700 natürlich nachgemessen und waren gerade bezüglich der versprochenen Abdeckung des DCI-P3-Farbraumes gespannt. Bereits ab Werk liefert der W2700 im „Cinema“-Preset eine derart akkurate Abdeckung des BT.709-Farbraumes, wie sie mir bislang noch nicht untergekommen ist. Die Lampe steht im hellen Normal-Betrieb, und auch Farbtemperatur und Gammakurve sind sowohl auf Sicht als auch messtechnisch absolut perfekt. Ganz unserer Routine folgend, musste der BenQ außerdem im Lampen- Sparbetrieb zeigen, ob und wie stark sich die Farbwiedergabe verändert, und ob man eventuell nachbessern sollte. Die einzige Nachbesserung, die ich vornahm, war, den Brillant-Color-Modus zu deaktivieren. Das Bild wird natürlich dunkler, aber sonst ändert sich fast nichts, zumindest nicht sichtbar. Die Messung ergab dann jedoch eine kleine Sensation: Außer, dass die Farbtemperatur punktgenau im Soll von 6500 Kelvin landet, ließ sich bei der anschließenden Messung der Farbabweichung ein Delta E von nur 2,8 feststellen, mithin deutlich unterhalb der sichtbaren Schwelle, die etwa bei einem Delta E von 3 liegt.

Derart angefixt sollte der W2700 nun erst recht zeigen, was er draufhat: Er wurde mit UHD-Signal gefüttert, welches unser Testbildgenerator auf Anweisung HDR10-codiert an die HDMI-Buchse gibt. Prompt schaltet der W2700 den Bildmodus HDR10 aktiv, der vorher gar nicht im Menü zu finden war. Jetzt bläst sich der Farbraum förmlich auf, zumal hörbar ein Filter in den Lichtweg geschoben wird, sodass der Kino-Farbraum DCI P3 fast komplett abgedeckt wird. Gleichzeitig passt der Beamer die Gammakurve an die HDR-Norm an, lässt aber in den Einstellungen durchaus noch Spielraum für individuelles Feintuning. Die Kehrseite der Medaille ist eine deutliche Absenkung der Lichtausbeute, sodass Sie Ihr Wohnzimmer schon gut verdunkeln sollten, um in den vollen UHD- und HDR-Genuss zu kommen. Wenn das nicht geht, lässt sich der Filter in der Einstellung „Großer Farbraum“ auch wieder deaktivieren; das Bild wird heller und der DCI-P3-Farbraum nicht mehr so weit abgedeckt. Dennoch ist das ein guter Kompromiss, da die Farbdarstellung des Beamers den herkömmlichen Farbraum BT.709 immer noch weit überdeckt. Das Gute ist, Sie brauchen sich eigentlich um nichts zu kümmern, der W2700 macht fast alles automatisch und dabei alles richtig. Voilà, der erste Plug-and-Play-Beamer ist auf dem Markt, zumindest was die kinoreife Wiedergabe von Filmen betrifft.

Mit dem W2700 hat BenQ dem Endverbraucher einen echten Gefallen getan und die Hemmschwelle, sich einen Beamer ins Wohnzimmer zu stellen, deutlich herabgesetzt.

Fazit

So einfach war der Weg zum Kinobild noch nie; der BenQ W2700 bietet selbst dem technischen Laien ein Kino-Erlebnis, wie es der Profi kaum besser einrichten kann. Hinzu kommt, dass der Beamer für das, was er bietet, fast schon unverschämt günstig ist.

Weitere Infos

Produktdetailseite
Blogbeitrag zum Launch-Event auf der Berlinale
Pressemitteilung

Preis: um 1890 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
BenQ W2700

Spitzenklasse

4.5 von 5 Sternen

-

 
Bewertung 
Bild 60% :
Kontrast 10%

Farbwiedergabe 10%

Schärfe 10%

Geometrie 10%

Rauschen 10%

Bildruhe 10%

Praxis 15% :
Zoomfaktor 5%

Lüftergeräusche 5%

Betriebskosten 5%

Bedienung 15% :
Gerät 5%

Fernbedienung 5%

Menüs 5%

Ausstattung 5% :
Ausstattung 5%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Preis (in Euro) 1890 
Vertrieb Benq, Oberhausen 
Telefon 0208 409420 
Internet www.benq.de 
Messwerte
Lumen (Lt. Hersteller) 2000 
Lumen (gemessen im eco-mode) 600 
Bildhelligkeit (bei 6500 Kelvin) ...schwarz/weiß 0.6/600 
ANSI-Kontrast 342:1 
Full-on- / Full-off-Kontrast 1000:1 
Ausleuchtung (in %) 92 
Betriebsgeräusch (0,5m/dB(A)) (in dB) < 30dB 
minimaler/ maximaler Abstand (bei 2m Bildbreite) (in m) 2.26/2.94 
Projektionsverhältnis/ Zoomfaktor 1,13-1,47:1/1.3 
Gamma (D65) 2.1 
Abmessungen B x H x T (in cm)/ Gewicht (in Kg) 38/12.7/26.3/4.2 
Stromverbr. Aus/ Standby/ Betrieb –/< 0,3 W/315 W, 255 W (Eco) 
Lampenart/ Lampenleistung UHP 245 W 
Preis Ersatzlampe 300 
Lebensdauer Lampe (in Std) standard/eco; Kosten pro Std (in cent) 4.000 / 10.000/3 
Ausstattung
Projektionsprinzip DLP 0.47’’ 
Native Auflösung 1920 x 1080 (3840 x 2160 mit XPR2-Technologie) 
3D-Verfahren Frame-Packing (Full HD 3D), Top-and-Bottom Frame Sequential (3D Ready) 
Anschlüsse:
...Video/ S-Video –/– 
...Komponenten/ SCART –/ Nein 
...VGA/ RGB/ DVI/ HDMI –/ Nein / Nein / Ja 
...Audio/ 12 Volt Trigger/ RS-232C Ja / Ja / Ja 
...Full HD Ja 
Motorischer Zoom/ Fokus Nein / Nein 
Rückpro/ Deckenpro Ja / Ja 
Trapezausgleich Ja /-30° automatisch 
Lens-Shift (manuell/motorisch) Ja / Nein 
Formatumschaltung 16:9 (6 wählbare Seitenverhältnisse) 
Fernbedienung/ Beleuchtet Ja / Ja 
Signalkompatiblität 480i, 480p, 576i, 576p, 720p, 1080i, 1080p, 2160p‎ 
Besonderheiten Werksseitig kalibriert, Mediaplayer integriert 
Preis/Leistung sehr gut 
+ Akkurate Farbwiedergabe ab Werk 
+ einfache Installation 
- Nein 
Klasse Spitzenklasse 
Testurteil ausgezeichnet 
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Interessante Testportale:
  • www.smarthometest.info
  • www.heimwerker-test.de
  • www.hausgeraete-test.de
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Autor Thomas Johannsen
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Datum 27.02.2019, 13:57 Uhr