Möchten Sie zur Seite für Mobilgeräte wechseln ? JaNein
Kategorie: Beamer

Einzeltest: BenQ W5700


Königsklasse

17939147_17939_2

Beim Blick auf den BenQ W5700 denkt man sogleich an Boliden vom Schlage des W11000, der hier auch schon zu Gast war. Die gleiche massive Frontansicht und die gleichen markanten Einsteller für den horizontalen und vertikalen Lensshift. Lediglich das vergleichsweise moderate Gewicht und die geringere Gehäusetiefe belehren uns dann eines Besseren, was nichts daran ändert, dass der W5700 womöglich über die bessere Bildqualität verfügt als sein großer Verwandter.

Mit dem kürzeren Gehäuse lässt sich der W5700 auch im engeren Heimkino gut aufstellen, er darf sogar mit dem Rücken nah zur Wand montiert werden, solange man noch an die Anschlüsse und notfalls an das Bedienfeld auf der Rückseite kommt. Die Lüftung für die Lampe wird jedenfalls nicht von einer wandnahen Aufstellung beeinträchtigt, der W5700 saugt die Kühlluft vorn und seitlich an, um sie dann auf der anderen Seite wieder abzugeben.


Standesgemäß

Wie es sich für einen Beamer fürs Heimkino gehört, ist der BenQ W5700 ausschließlich in Schwarz zu haben, wobei das große Objektiv die Optik der Frontseite maßgeblich bestimmt. Oben auf dem Gehäuse gibt es die gleichen beiden markanten Einsteller für den horizontalen und den vertikalen Lensshift. Damit lässt sich die Linse optimal im rechten Winkel auf die Leinwand ausrichten, das ist standesgemäß, auch wenn die Drehknöpfe durchaus etwas mehr Grip vertragen könnten. Der 1,6-fache Zoom ist dagegen schon Niveau der Referenzklasse, der Beamer kann damit aus einer Entfernung von 2,70 bis 4,30 Metern ein Bild von zwei Metern Breite an die Leinwand projizieren. Dass dies gerade bei 4K-aufgelösten Inhalten in angemessener Bildschärfe passiert, dafür ist nicht zuletzt auch die Optik verantwortlich. Um dieser auf den Zahn oder besser gesagt auf die Linse zu fühlen, haben wir auf unserer Test-Disk ein ganz besonderes Muster, dieses besteht aus stetig feiner und enger werdenden Linien, sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung. Bei den meisten Beamern kommt es hier früher oder später zu sogenannten Moiré-Artefakten. Beim BenQ W5700 ist das eher später der Fall, sodass es bei normalen Filminhalten gar nicht dazu kommt. 

HDR-Inhalte erkennt der BenQ automatisch und aktiviert den entsprechenden Bildmodus, solange dieser auf „Automatik“ steht. Er lässt sich aber auch abschalten, dann gibt der Beamer das Bild in SDR, mit Standard-Kontrast wieder. Im HDR-Betrieb ist zusätzlich die Einstellung der HDR-Helligkeit möglich, hier stehen jeweils zwei Stufen in Richtung hell und zwei in Richtung dunkel zur Verfügung. Sie haben also die Wahl, ob Sie eine differenzierte Abstufung der hellen Bildanteile bevorzugen oder eher eine der dunklen, das kann je nach Film variieren. Für einen besseren Kontrast verfügt der BenQ über eine adaptive Iris, die sich nach Bedarf und Bildinhalt öffnet beziehungsweise schließt. Das macht sie allerdings etwas grobschlächtig, und ist zudem recht gut bei der Arbeit zu hören. Trotzdem ist das ein nettes Feature, solange der Filmton die Blende übertönt, was meistens der Fall sein wird. Erst bei sehr leisen Filmen oder einer Sitzposition in der Nähe des Beamers kann das gelegentliche Brummen störend sein, dann lässt sich die Blende aber auch komplett abschalten.


Setup und Bildqualität

Hier kommen wir nun zu einem ganz besonderen Kapitel, denn wie schon der sehr günstige W1750 aus einer der vorigen Ausgaben, wird auch der W5700 werksseitig farbkalibriert ausgeliefert. Das bekommt man sogar mit Brief und Siegel, denn der individuelle Messschrieb mit Messergebnissen und eingetragener Seriennummer des entsprechenden Beamers liegt jedem W5700 bei. Außer der Abdeckung der Farbräume BT.709 (HDTV) und DCI-P3 (erweiterter Kino-Farbraum), wird auch die Gammakurve auf das Soll von 2,2 eingemessen. Was dem Tester bleibt, ist also die Kontrolle und gegebenenfalls etwas Feintuning. Angeliefert wird der BenQ schon im Bildmodus Cinema/ Rec. 709, also schon auf den HDTV-Normfarbraum geeicht. Die Lampe leuchtet im hellen Standard-Betrieb, und so kann man den Beamer durchaus auch im gehobenen Heimkino laufen lassen, zumal der Lüfter auch bei heller Lampe schön leise läuft. Der BT.709-Farbraum wird bereits akkurat wiedergegeben, die Farbtemperatur ist ebenfalls im Soll von 6500 Kelvin, linear über den gesamten Helligkeitsbereich hinweg. Lediglich die Gammakurve ist in den mittleren Werten leicht begradigt, dadurch wirkt das Bild insgesamt etwas heller.  Im Eco-Betrieb der Lampe geht natürlich erst mal die Helligkeit runter, der Lüfter wird noch leiser und brummelt deutlich unter 30 dB vor sich hin. Darüber hinaus ändert sich nur die Farbtemperatur, das Bild wirkt mit 6800 Kelvin etwas kühler.

Die Messtechnik fördert sowohl bei der Reproduktion des BT.70-Farbraumes als auch bei den anderen Parametern nur geringfügige Veränderungen zutage, zu sehen ist davon so gut wie nichts. Bleibt nur noch herauszufinden, ob der BenQ auch den im Kino üblichen, erweiterten DCI-P3-Farbraum so akkurat abdeckt, wie es im besagten Brief steht. Dazu gibt es auch wieder einen Bildmodus, der sogleich für eine perfekte Farbtemperatur sorgt. Für die anschließenden Messungen schalteten wir unser Calman-Messsystem auf das entsprechende Layout um, und siehe da: der W5700 schafft ganz ohne weitere Abgleichmaßnahmen wieder eine Punktlandung. Selbst die Farbabweichungen liegen im gerade noch messbaren Bereich eines Delta E unterhalb von 3, sind mithin also ohne Messgerät nicht mehr feststellbar. Nach der zugegebenermaßen kurzen (Mess-)Pflicht konnten wir nun zur Kür übergehen. Hierzu wanderte eine Scheibe nach der anderen in den Zuspieler, um an bekannten, schwierigen Szenen eventuelle Schwächen des Beamers sichtbar zu machen. Es war schlicht bemerkenswert, wie schnell und mit welch geringem Aufwand man beim W5700 in den Genuss eines ungetrübten, gehobenen Filmvergnügens kommt.

Fazit

Coup gelungen – mit dem W5700 hat BenQ einen ernst zu nehmenden Vertreter der DLP-Beamer in die Königsklasse um 3.000 Euro gehievt. Er verfügt über alle nötigen Zutaten, um der Konkurrenz hier noch lange die Stirn zu bieten. Das größte Pfund, mit dem er wuchern kann, ist indes die exzellente Farbkalibrierung ab Werk, damit hat auch der Großbild-Einsteiger die Chance auf eine hervorragende Performance, ohne dass er den Beamer aufwendig und teuer kalibrieren lassen muss.

Bezugsquellen

BenQ Produktseite
Heimkinoraum
HEIMKINO.DE
Beamershop24

Preis: um 2899 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
BenQ W5700

Spitzenklasse

4.5 von 5 Sternen

-

 
Bewertung 
Bild 60% :
Kontrast 10%

Farbwiedergabe 10%

Schärfe 10%

Geometrie 10%

Rauschen 10%

Bildruhe 10%

Praxis 15% :
Zoomfaktor 5%

Lüftergeräusche 5%

Betriebskosten 5%

Bedienung 15% :
Gerät 5%

Fernbedienung 5%

Menüs 5%

Ausstattung 5% :
Ausstattung 5%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Preis (in Euro) 2700 
Vertrieb Benq, Oberhausen 
Telefon 0208 409420 
Internet www.benq.de 
Messwerte
Lumen (Lt. Hersteller) 1800 
Lumen (gemessen im eco-mode) 480 
Bildhelligkeit (bei 6500 Kelvin) ...schwarz/weiß 0.65/480 
ANSI-Kontrast 328:1 
Full-on- / Full-off-Kontrast 738:1 
Ausleuchtung (in %) 93 
Betriebsgeräusch (0,5m/dB(A)) (in dB) < 30dB 
minimaler/ maximaler Abstand (bei 2m Bildbreite) (in m) 2.72/4.36 
Projektionsverhältnis/ Zoomfaktor 1.36-2.18:1/1.6 
Gamma (D65) 2.19 
Abmessungen B x H x T (in cm)/ Gewicht (in Kg) 492/168/349/6.5 
Stromverbr. Aus/ Standby/ Betrieb –/< 0,3 W/320 W / 240 W (Eco) 
Lampenart/ Lampenleistung UHP 245 W 
Preis Ersatzlampe 200 
Lebensdauer Lampe (in Std) standard/eco; Kosten pro Std (in cent) 4000 / 10000/2 
Ausstattung
Projektionsprinzip DLP 0.47’’ 
Native Auflösung 1920 x 1080 (3840 x 2160 mit XPR2-Technologie) 
3D-Verfahren Frame-Packing (Full HD 3D), Top-and-Bottom Frame Sequential (3D Ready) 
Anschlüsse:
...Video/ S-Video Nein / Nein 
...Komponenten/ SCART Nein / Nein 
...VGA/ RGB/ DVI/ HDMI 1 x Sub-D 15 pin/ Nein / Nein / Ja 
...Audio/ 12 Volt Trigger/ RS-232C Ja / Ja / Ja 
...Full HD Ja 
Motorischer Zoom/ Fokus Nein / Nein 
Rückpro/ Deckenpro Ja / Ja 
Trapezausgleich Ja /-60% Hori.: +/-23% 
Lens-Shift (manuell/motorisch) Ja / Nein 
Formatumschaltung 16:9 (6 wählbare Seitenverhältnisse) 
Fernbedienung/ Beleuchtet Ja / Ja 
Signalkompatiblität Pal, SECAM, NTSC, HDTV 720p, 1080i, 1080p, EDTV 480p, 576p 
Besonderheiten Farbräume ab Werk kalibriert, hor. und vert. Lensshift 
Preis/Leistung gut - sehr gut 
+ ab Werk farbkalibriert 
+ hor. und vertikaler Lensshift 
- Nein 
Klasse Spitzenklasse 
Testurteil überragend 
Dipl.-Ing.
Michael Voigt
Chefredakteur
hifitest.de
Der Sound der Profis

Packenden Filmsound kann man mit geeigneten Lautsprechern, AV-Receiver oder auch Soundbars in erstklassiger Qualität zu Hause im Heimkino geniessen. Noch beeindruckender ist allerdings der Sound im Mastering-Studio der Film-Produzenten. Wie Filmsound im Original klingt, hat mir Oscar-Preisträger Glenn Freemantle persönlich demonstriert.
>> Alles lesen

Neu im Shop:

"Vinyl Sounds Better" Basecap. Zwei Farben zur Auswahl.

>> Mehr erfahren
Interessante Testportale:
  • www.smarthometest.info
  • www.heimwerker-test.de
  • www.hausgeraete-test.de
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

HiFi Forum GmbH
Thomas Johannsen
Autor Thomas Johannsen
Kontakt E-Mail
Datum 09.06.2019, 15:03 Uhr