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Kategorie: Blu-ray Film

Filmrezension: Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Universum)


Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

9700

Das Geheimnis einer Liebe

Mit dem Namen Liberace verbindet man eine schillernde Persönlichkeit, die von den 1950er- bis 1980er-Jahren die Zuschauer von Las Vegas begeisterte. Hinter der glamourösen Fassade verbarg der Pianist seine Homosexualität, die bis zu seinem Aidstod im Jahr 1987 ein Geheimnis blieb. Oscarpreisträger Steven Soderbergh („Side Effects“) inszeniert ein packendes Biopic über den exzentrischen Star, basierend auf dem autobiografischen Roman „Behind the Candelabra“ von Liberaces Toyboy Scott Thorson. Schauspieler Matt Damon („Elysium“) verkörpert den jungen Tierpfleger Scott, der 1977 die Bekanntschaft mit dem berühmten Pianisten Liberace (Michael Douglas) macht. Voneinander fasziniert gehen die zwei Männer eine sexuelle Beziehung ein, die sie vor der Öffentlichkeit geheim halten. Offiziell übernimmt Scott die Aufgaben eines engen Assistenten, doch fern des Rampenlichts entwickelt sich eine obsessive Liebe. Liberace hat nun das Sagen in Scotts Leben, der sich aufgrund seiner finanziellen Abhängigkeit den Wünschen des Meisters fügen muss. Mit zunehmendem Alkohol- und Drogenkonsum versucht er den Fesseln zu entfliehen, bis es zum schlussendlichen Bruch zwischen den Liebhabern kommt. Regisseur Steven Soderbergh eröffnet dem Zuschauer mit seinem Drama eine surreale Welt im Prunk des Scheinwerferlichts. Michael Douglas Performance als homosexueller Liberace wirkt bis ins kleinste Detail authentisch. Mimik, Gestik und nasale Sprache vereinen sich zu einem stimmigen Gesamtbild, das zu keiner Zeit der Handlung aufgesetzt oder künstlich erscheint. Auch Matt Damon gelingt es, dem jungen Scott Thorson Leben einzuhauchen und die Wandlung seiner Persönlichkeit durch verschiedenste Prozeduren und Schönheitsoperationen glaubhaft darzustellen. Die tragische Liebesgeschichte birgt einen gewissen Hang zum Kitsch in sich, der die Authentizität der Figuren untermalt, anstatt diese negativ zu beeinflussen. Der unterschwellige Humor des Films ergibt sich aus den verschiedenen Situationen, in denen die Darsteller miteinander agieren. Die einfühlsam beleuchtete Intimität zwischen ihnen wird zwischenzeitlich mit einer Prise Ironie bestückt, um die Perspektiven der ungleichen Lebenspartner zu präsentieren. Liberaces zur Schau getragener Ruhm wird hinter dem Vorhang mit Ernüchterung gefeiert. Die stetige Suche nach Liebe, Zuneigung und Verständnis, bis hin zur emotionalen Abhängigkeit von Scott, wird immer wieder aufgegriffen. Der daraus entstehende Kreislauf aus Verlustangst und völliger Selbstaufgabe wird zur schmerzlichen Belastungsprobe für beide Männer. 

Bild und Ton


Das Biopic wird in bewusst weichen Bildern gezeigt, um die Handlungsepoche optisch zu verdeutlichen. Die anfänglich blassen Farben nehmen mit Scotts Ankunft in Las Vegas an Leuchtkraft zu. Ein leichter Goldschimmer taucht die Bilder in warmes Licht. Bis auf geringes Rauschen in dunklen Sequenzen bleibt der Transfer klar. Die Kontraste sind stark, ohne übertrieben zu erscheinen. Die Details sind im Close-up deutlich wiedergegeben. Die musikalischen Darbietungen sind klar und kraftvoll und nehmen den ganzen Raum ein. Die Dialoge im Zentrum sind verständlich und werden mit gut positionierten Effekten umrahmt. 

Extras


Das Making-of und die Interviews verdeutlichen die Entstehungsgeschichte des Films und die Eindrücke von Cast und Crew. Das Leben von Liberace wird in einem Feature zusammengefasst. Eindrücke von der Deutschlandpremiere des Films dienen der Unterhaltung.

Fazit

Soderbergh inszeniert ein Drama über den exzentrischen Klaviervirtuosen Liberace. Unterhaltsam und zugleich berührend wirkt die tragische Liebesgeschichte, die mit Michael Douglas und Matt Damon als homosexuelles Paar in Szene gesetzt wird.
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Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Universum)

4.0 von 5 Sternen

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