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Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Burmester 151 Musiccenter


König der Landstraße

Musikserver Burmester 151 Musiccenter im Test, Bild 1
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Ich habe darauf gewartet, endlich mal etwas aus dem Hause Burmester testen zu können. Keine anderen Geräte bleiben einem schon beim ersten Blick so im Gedächtnis wie die verchromten Systeme aus der Berliner Audioschmiede. Der neue Musikserver aus der Top-Line bietet natürlich die firmentypische Optik, doch im Inneren wird es erst richtig spannend.

Beim Auspacken des neuen 151 Musiccenter fühlt man sich zunächst nicht so, als hätte man einen Musikserver vor sich. Das einfallende Tageslicht wird direkt von der Frontplatte zurück ins Auge des Betrachters geworfen, und nachdem sich der Blick beruhigt hat, fühlt man sich bei all dem Chrom ein wenig wie auf einer Ausstellung für amerikanische Autos der 50er Jahre. Im Gegensatz zu vielen anderen Systemen von Burmester ist das 151 Musiccenter zwar eher klein ausgefallen, doch trotzdem bietet die Front genug Fläche zwischen ihren verschiedenen Bedienungs- und Anzeigeinstrumenten, damit die strahlende Oberfläche jeden Blick auf sich ziehen wird. Eigentlich möchte man hier gar nichts anfassen, aus Angst davor, den Glanz durch etwaige Fingerabdrücke auch nur minimal zu schmälern. Doch was sein muss, muss sein, und so führt der erste Griff die Hand zum Ein- und Ausschalter, bei dem es sich um einen stabilen Hebel handelt, der sich auch im Cockpit eines Flugzeugs gut machen würde, um die Turbinen zu starten. Nach dem Betätigen setzt sich das 151 in Gang, was allerdings völlig ohne Motorenlärm und Abgas vonstatten geht. Lediglich das monochrome Display beginnt in grünem Licht zu erstrahlen und zeigt ddas Wort „Starting“. Im Gegensatz zum Anlassen eines Autos braucht der Musikserver leider ein Weilchen länger, bevor die Reise losgehen kann und schließlich die fünf Zeichen „MC 151“ auf der Anzeige erscheinen. Direkt unter dieser Anzeige befindet sich eine kleine, runde Einbuchtung, die mit ihrem engmaschigen Gitter dann doch wieder an einen Kühlergrill erinnert.

Musikserver Burmester 151 Musiccenter im Test, Bild 2Musikserver Burmester 151 Musiccenter im Test, Bild 3Musikserver Burmester 151 Musiccenter im Test, Bild 4Musikserver Burmester 151 Musiccenter im Test, Bild 5Musikserver Burmester 151 Musiccenter im Test, Bild 6Musikserver Burmester 151 Musiccenter im Test, Bild 7
Tatsächlich verbirgt sich hier der Sensor, der die Eingaben der Infrarotfernbedienung registriert, die auch andere Burmester-Systeme steuern kann. Da sich allerdings auch alle Funktionen von einem Tablet aus bedienen lassen und das 151 an sich fast alle nötigen Komponenten eines HiFi-Systems beherbergt, ist sie nicht wirklich vonnöten. Welche Funktionen das Musiccenter bietet, lässt sich außerdem durch einen erneuten Blick auf die Front erahnen. Rechts und links des Displays befindet sich eine Reihe von Knöpfen, deren jeweilige Funktionen sich durch fein eingefräste Beschreibungen direkt daneben erschließen. Verschiedene Statusleuchten auf der linken Gehäuseseite geben ebenfalls Aufschluss darüber, was einen beim 151 erwartet. An erster Stelle steht hier zunächst einmal das CD-Laufwerk. Ganz klassisch kann man die optischen Datenträger in den unauffälligen Schlitz an der Unterkante der Frontplatte schieben. Direkt nachdem ein Album eingezogen wurde, beginnt dann auch schon die Wiedergabe. Doch neben dem simplen Abspielen von CDs bietet das 151Musiccenter auch noch eine weitere Möglichkeit zur Nutzung des Laufwerks. In der gratis erhältlichen App wird direkt die Option angezeigt, das vorliegende Album auf der internen Festplatte zu hinterlegen. Dabei hat man außerdem die Wahl, ob der Auslesevorgang in einer beschleunigten Form geschehen soll oder ob man eine genauere Verwertung bevorzugt. Der Standardmodus reicht dabei im Normalfall vollkommen aus, um perfekte Kopien der CDs anzufertigen. Lediglich Datenträger, die bereits stärker verkratzt sind, haben durch das genauere Auslesen eine bessere Chance auf ein gutes Endergebnis. Je nach Wahl und Album werden zwischen etwa 13 und 20 Minuten benötigt, um eine Scheibe vollständig auf dem Gerät zu speichern. Dabei werden die Metadaten automatisch abgerufen und können zuvor auch noch direkt am Tablet verändert werden. Selbst nach dem Rippen können die Metadaten aller gespeicherten Stücke auf dem 151 noch mal über den Webbrowser eines Computers editiert werden. Über fehlenden Speicherplatz braucht man sich hier außerdem überhaupt keine Sorgen zu machen, denn alle Daten werden auf einer 2-Terabyte- Festplatte sicher beherbergt, was für etwa 8000 CDs ausreichen sollte. Ein noch nicht ganz so altes Sprichwort hinsichtlich der Speicherung von digitalen Daten besagt ja: „Es ist keine Frage, ob eine Festplatte irgendwann aufgibt, sondern lediglich wann.“ Backups sind also öfter nötig, und Burmester liefert hier eine interne Lösung, denn es sind gleich zwei Festplatten in einer RAID-1-Konfiguration angeordnet. Das bedeutet, dass ein weiterer 2-TB-Speicher eingebaut ist, auf dem die komplette Musikbibliothek nochmals 1:1 hinterlegt ist. Wer die eigene Musiksammlung erweitern möchte, besonders auch um High-Res-Aufnahmen, die ja über das CD-Laufwerk nicht eingelesen werden können, der hat auch dafür zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Das Angebot des Downloadanbieters HighResAudio. com ist direkt in die Software des 151 und der App integriert, so dass heruntergeladene Alben ohne Umwege ihren Weg auf die Festplatten finden. Dazu kann man natürlich auch mithilfe eines Computers Dateien zur Bibliothek hinzufügen. Dazu bedarf es jedoch leider einiger Vorbereitung, denn erst muss die Ordnerstruktur der Daten auf eine Weise angepasst werden, die die Software des Musiccenters versteht. Erst danach kann über einen Webbrowser die zuvor in den passenden Ordner geschobene Musik importiert werden. Das funktioniert zwar auch, doch eine einfachere Lösung, bei der man zum Beispiel einen USB-Stick an einen der fünf verschiedenen Eingänge anschließt und dann einfach Inhalte übertragen kann, wäre wesentlich schöner gewesen. Stattdessen dienen die vorhanden USB-Ports dazu, Songs direkt von einem Massenspeicher abzuspielen. Ist schließlich die ganze Bibliothek auf die Festplatte übertragen, behält sie das 151 Musiccenter nicht nur für sich, denn in der App kann man den Server-Modus des Gerätes aktivieren, das daraufhin alle Musikdaten im Netzwerk freigibt und so praktisch als NAS fungiert. So kann das Musiccenter auch unkompliziert für Multiroom- Anwendungen genutzt werden, wobei hier noch ein besonderes Feature zum Tragen kommt. An der Geräterückseite des 151 können zwei WLAN-Antennen angeschraubt werden. Diese sind jedoch nicht zum Streamen von externer Musik zum 151 hin, denn diese Funktion wird nicht unterstützt. Stattdessen stellt das Gerät sein eigenes WLAN-Netz bereit, in das sich andere Quellgeräte einloggen können und so die auf dem 151 gespeicherte Musik nutzen können. Auch das Tablet kann so verbunden werden, um das Gerät vollkommen ohne Router zu steuern. Eine wirklich hervorragende Idee, gerade für Freunde guter Musik, die mit dem Einrichten von Heimnetzwerken so ihre Probleme haben. Ob nun also mit oder ohne Routeranbindung, interessant ist ja eigentlich, wie die Kombination schlussendlich Musik macht. Die auf der Festplatte hinterlegten Alben lassen sich über die App wie auch über einen Webbrowser sehr übersichtlich und einfach auswählen und zu Playlisten zusammenfassen. Internetradiosender sind durch ihre gute Anordnung schnell aufrufbar, vorausgesetzt natürlich, man gewährt dem Musiccenter einen Zugang zum World Wide Web. Obwohl das Gerät selbst die gerippten CDs ins FLAC-Format konvertiert, werden auch andere beliebte Formate wie WAV, AIFF und ALAC unterstützt. Selbst verlustbehaftete Formate können zur Not mit dem 151 wiedergegeben werden. Dabei werden stets das Albumcover und die Metadaten des laufenden Songs angezeigt, und auf Wunsch kann man zu jedem Album noch zusätzliche Informationen vom Internetanbieter last.fm einblenden lassen. Da ja mit der Einbindung von High- ResAudio.com auch hoch aufgelöste Inhalte ihren Weg auf den Speicher des Musiccenter finden können, ist hier natürlich ein D/A-Wandler eingesetzt worden, der sich nicht auf CD-Qualität beschränkt. Stattdessen werden hier Abtasttraten bis zu 192 kHz unterstützt, bei einer möglichen Bittiefe von 24 Bit. Nach der Wandlung finden die Signale ihren Weg in die ebenfalls integrierte Vorstufe, wobei die Lautstärkeregelung natürlich mit der Fernbedienung erfolgen kann oder wahlweise mit einem Schieberegler in der App. Neben dem 151Musiccenter benötigt man also nur noch eine Endstufe mit den passenden Lautsprechern und hat so bereits eine vollständige HiFi-Anlage im Wohnzimmer stehen, die wenig Platz braucht, aber trotzdem atemberaubend aussieht. Ein schickes Äußeres kann gerne mal über andere Fehler hinwegtäuschen, wie das ja auch bei schönen, alten Autos der Fall sein kann. Doch auch klanglich ist das Musiccenter, im Gegensatz zu seiner spiegelnden Front, natürlich kein Blender. Im Spielbetrieb ergibt sich eine hervorragende Räumlichkeit, die viele andere Multifunktionssysteme vermissen lassen. Dazu spielt der Server mit einer angenehmen Frische, die durch die Genres hinweg eine schöne Lebendigkeit verströmt. Insgesamt ist das 151 eine hervorragende Wahl für alle, die mit einem unkomplizierten System mehrere Räume mit Musik versorgen wollen. Dafür muss man aber auch bereit sein, ein wenig Geld in die Hand zu nehmen, denn mit fast 16.000 Euro ist das Musiccenter bei Weitem nicht der günstigste Server auf dem Markt. Trotzdem können die Vielseitigkeit der Anwendung, der Funktionsumfang und nicht zuletzt natürlich auch der Klang überzeugen. Dazu kommen natürlich das bombastische Design und die hervorragende Verarbeitungsqualität. Also ist es auch hier wie mit den Chromschlitten aus den 50ern: Seltenheit und Optik sind zwar preisentscheidend, doch gekauft wird nur, was auch Spaß macht. Dem 151 Musiccenter wird es daher sicher nicht an Käufern mangeln.

Fazit

Der Schein trügt hier nicht, denn das 151 Musiccenter ist ein hervorragender Server, der sich lediglich bei der Überspielung von Daten auf die Festplatte etwas schwertut. Das ist zwar nicht ganz so schön, doch Klang, Verarbeitung und Musikalität entschädigen für den kleinen Makel. Besonders bei der Anwendungsvielfalt macht Burmester aber hier alles richtig, so dass auch Netzwerkmuffel alle Vorzüge der digitalen Musikwiedergabe genießen können.

Preis: um 15800 Euro

Burmester 151 Musiccenter


-

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Burmester Audiosysteme, Berlin 
Telefon 030 7879680 
Internet www.burmester.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 482/95/345 
Eingänge: 1 x Ethernet 
- WLAN, CD 
- 5 x USB-A (davon 1 x vorne) 
Unterstützte Formate: MP3, OGG, AAC, AIFF, ALAC, FLAC, WAV 
Unterstützte Abtastraten: Bis 192 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x RCA, 1 x XLR, 
- 1 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch 
checksum „Der Schein trügt hier nicht, denn das 151 Musiccenter ist ein hervorragender Server, der sich lediglich bei der Überspielung von Daten auf die Festplatte etwas schwertut. Das ist zwar nicht ganz so schön, doch Klang, Verarbeitung und Musikalität entschädigen für den kleinen Makel. Besonders bei der Anwendungsvielfalt macht Burmester aber hier alles richtig, so dass auch Netzwerkmuffel alle Vorzüge der digitalen Musikwiedergabe genießen können.“ 

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