Kategorie: Lautsprecher Stereo

Kompaktlautsprecher · Arendal 1610 Boookshelf 8


Eher Rocker als Gentleman

Lautsprecher Stereo Arendal 1610 Boookshelf 8 im Test, Bild 1
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Mit der neuen 1610-Serie will Arendal die Tugenden der Top-Baureihen in bezahlbare Regionen bringen. Wir haben uns das Modell Bookshelf 8 für 3.300 Euro angehört.

Aufmerksame Leser dieser Zeitschrift kennen die Lautsprechermarke Arendal. Über die namensgebende norwegische Ortschaft mit ihren 46.500 Einwohnern hingegen weiß wohl kaum jemand etwas. Arendal liegt 250 km südwestlich von Oslo und war lange für seine große internationale Bedeutung im Schiffsverkehr bekannt. Wie üblich bei der Namensgebung von Serien, bezieht sich die Zahl auch bei der 1610-Serie auf ein historisches Ereignis. 1610 wurde es Arendal ermöglichst, am internationalen Handel teilzunehmen. Das war eine besondere Ehre für Städte, in diesem Maße am Handel teilhaben zu können. Sie durften sich fortan „ladested“ nennen, was vergleichbar ist mit einer Marktstadt.

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Im übertragenen Sinne will die Firma mit der 1610-Serie ebenfalls stärker am internationalen Handel teilnehmen, indem sie Erfahrungen aus den Flaggschiff-Modellen in günstigere Lautsprecher einfließen lässt, und somit eine Reihe auf den Markt bringt, der man nur schlecht wiederstehen kann. Die Broschüre sagt, das sind Lautsprecher „für echte Räume, echte Zuhörer“. Nun ja, für wen auch sonst. Aber man versteht, was gemeint ist. Hier steht die Musik im Vordergrund. Und bei aller Technik nicht die Technik. Konsequenterweise könnte man jetzt also einen Sprung zum Hörtest machen, und das steht Ihnen selbstredend frei. Aber da ich nichts unterschlagen will, was wissenswert und interessant ist, kommt nun der beinahe obligatorische Technik-Teil des Artikels.   

Der beinahe obligatorische Technik- Teil 


Zuvor aber noch ein bisschen Vorgeplänkel. Die neue 1610-Serie umfasst vier Modelle: Einen Center, eine Standbox, den hier beschriebenen Kompaktlautsprecher und eine weniger in die Tiefe bauende Variante desselben, ohne Bassreflex und eher für den Heimkinobereich als Rear-/Decken-Lautsprecher gedacht.

Lautsprecher Stereo Arendal 1610 Boookshelf 8 im Test, Bild 6
Die leichte Wölbung gibt der Box etwas Dynamisches
Es gibt diese Serie in zwei Ausführungen: Polar und Basalt. Man könnte aber auch Dunkelweiß und Anthrazit hell sagen. Die Preise liegen bei 2.100 Euro für den Center 8, 2.600 Euro für die Slim 8, 3.300 Euro für unser Testgerät und 6.900 Euro für die Standbox Tower 8. Der letzte Test einer Arendal-Box in HiFi Test liegt eineinhalb Jahre zurück. In Ausgabe 6/24 stellte Thomas Schmidt die 1528 Monitor 8 vor. Dieser beeindruckte nicht nur mit seiner komplett überwältigenden Optik und seinem fairen Preis, sondern auch klanglich, indem er eine wirklich kluge Bassabstimmung bot. Sowohl mit offenem als auch mit verschlossenem Reflexrohr machte dieser sehr große Kompaktlautsprecher einen immensen Tiefgang. Auf die satten 81cm Höhe kommt der neue Monitor 8 nicht, aber immerhin auf 48 cm bei einem Gewicht von 16 kg. Auch der 1610er bietet drei Wege, ein verschließbares Bassreflexrohr und ein zwar schlichteres, trotzdem aber hochwertiges Terminal. Der auch für große Hübe geeignete Aluminium- Basstreiber hat einen Durchmesser von 20 cm, was 8 Zoll entspricht und den Namenszusatz des Lautsprechers erklärt. Flankiert wird er von einem 13er-Carbon-Mitteltöner und einem 28-mm-Aluminum-Magnesium-Hochtöner. Die Schallwand des HDF-Gehäuses ist nach unten hin leicht nach vorne geneigt, was der Box einen trotz der Größe dynamischen Anblick verleiht. Das dient der phasenkorrekten Abstrahlung, da dadurch die Schwingspulen der Treiber korrekt vertikal zueinander ausgerichtet sind (siehe auch den Test der Davis Acoustics, HAT 2_26 S. 14). Was mich aber optisch irritiert, ist das Größenverhältnis von Basses und dem runden Bereich auf der Front, der Mittel- und Hochtöner trägt. Das wirkt auf mich nicht ganz stimmig, ist aber eine Frage des Geschmacks. Eine Frontabdeckung im klassischen Sinne gibt es hier übrigens nicht, nur eine, die den Bass abdeckt, was aber meiner Meinung nach nicht besonders gut aussieht.   

Die Schallwand ist ziemlich massig, sie besteht aus mehreren dünnen Schichten HDF, die auf eine Stärke von 46 mm miteinander verleimt werden. Die restlichen Wände sind dann bei der Bookshelf 8 noch immerhin 18 mm dick, bei der Standbox sogar 25 mm. Intern gibt es Verstrebungen, klar, aber das moderate Gewicht zeigt schon, dass hier beim Aufbau ein bisschen gespart wurde, was ja an irgendeiner Stelle mal passieren muss. Was ich etwas flapsig als „runden Bereich auf der Front“ bezeichnet habe, ist eine Stahlplatte, die ideale Arbeitsbedingungen für den Hoch- und den Mitteltöner schafft, einfach dadurch, dass sie so gut wie nicht resoniert. Der Waveguide ist übrigens kein Design-Gimmick, sondern technisch sinnvoll und wichtig. Arendal nennt das Røst Essence Acoustic Core. Der Waveguide hat keine runde, sondern eine elliptische Form, um Hoch- und Mitteltöner möglichst nah aneinander zu bringen. Das verbessert das Abstrahlverhalten und soll zudem dem Ideal einer Punktschallquelle nahekommen. Gleichzeitig soll der kleine flache Trichter die Abstrahlcharakteristik des Hochtöners verbessern. Der Einsatzbereich des 28mm-Tweeters beginnt bei 2300 Hertz und reicht bis über 40.000 Hertz, er reicht also bis an unsere Messgrenze.   

Frequenzweiche  


Man vergisst schnell, wie klangentscheidend eine Frequenzweiche sein kann. Sie legt fest, welcher Treiber welchen Arbeitsbereich bekommt, und wie harmonisch die Überlappungsbereiche klingen. Hier finden sich Filter vierter (Hochton, 24 dB) und zweiter Ordnung (Bass/Mittelton, 12 dB). Die Bauteile sind hochwertig, was auch auf die Terminals zutrifft, deren Klemmen aus Rhodiumbeschichteten Kupfer sind. Die Bassreflexports der Baureihe sind groß, beinahe zu groß. Der Hersteller will aber Strömungsgeräusche um jeden Fall verhindern. Man hat wie immer bei Bassreflexöffnungen die Wahl, die Ports offen zu lassen oder sie zu verschließen (Pfropfen – was für ein Wort – liegen bei, die audiophilen Socken können also im Schrank bleiben). Geschlossen klingt es etwas sauberer, schlanker im Bass, offen gibt es unten dezent mehr Party. Wer die Boxen nicht frei aufstellen kann, sollte die Ports verschließen, aber davon abgesehen heißt es wie immer: Ausprobieren. Da trifft auch auf die Einwinkelung zu. Unsere Messung zeigt, dass die Bookshelf 8 fast ganz gerade aufgestellt am ausgewogensten im Hochton spielt. Wer es spritziger will, winkelt sie ein bisschen oder stark ein. Nun, wo wurde der Rotstift gegenüber der 1528-Serie angesetzt, an die die 1610er optisch angelehnt sind? Zunächst fällt auf, dass die Schallfront der 1610 keine vorgesetzte Platte aufweist. Auch auf der Rückseite geht es deutlich abgespeckt zu, haben die 1528er-Modelle dort nicht nur ein aufwendigeres Bi-Wiring- Terminal sondern auch noch Steckbrücken, um den Klang an den Raum/Geschmack anzupassen. Dann ist das Gehäuse der 1610er einfacher, das Pendant 1528 Bookshelf 8 wiegt mit 30 Kilogramm fast das Doppelte der 1610 Bookshelf 8. Das spart Budget. Und die Mittel-Tieftöner sind ebenfalls günstigere Modelle, gefallen mir aber optisch besser als die nach High-Tech aussehenden Modelle der Schwesterserie.   

Hörtest 

 
Der Hörtest hielt die ein oder andere Überraschung parat, aber zuvor sollte klargestellt werden, dass die Boxen idealerweise einen Mindestabstand von 2 Metern zum Hörplatz haben sollten. Sonst wird es einerseits zu viel und andererseits bleibt dann die Abbildung hinter den Möglichkeiten des Lautsprechers. Also: Nichts für’s Nahfeld. Im Gegenteil, auch vier Meter sind kein Problem, wobei mir die Box bei 2,5 Metern zum Sofa am besten gefiel: Hier war eine schöne Mischung aus Präsenz, Direktheit und Weiträumigkeit gefunden, bei nur leichter Einwinkelung. Und noch eine wichtige Sache: Frisch aus dem Karton klingt die Box noch etwas vorlaut und harsch im Präsenzbereich, das legt sich nach ungefähr 20 Stunden. Eingespielt machte die Bookshelf 8 dann aber sofort klar, was ihre größte Stärke ist: Der Bass dieser Box straft die Gehäusegröße Lügen und langt unglaublich hin! Das ist schlicht der Hammer, ich weiß nicht, ob ich den Kontrabass auf „We Get Requests“ (Oscar Peterson Trio) von einer Kompaktbox jemals so überzeugend serviert bekommen haben! Das klingt, also würde da ein aktiver Subwoofer mitlaufen. Das steht einem schonmal der Mund offen. Bei „You Look Good To Me“ war es verblüffend, wie viele Details die Box servierte, was der Live- Haftigkeit dieser Studio-Aufnahme sehr zugute kam. Nun ist der Klang dieses Albums ja von ausgezeichneter Qualität, was man über einen Japan-Import des Albums „Blaze Of Glory“ von Jon Bon Jovi nicht sagen kann. Das ist eine etwas zu energiereiche Version, wobei die Energie insbesondere in den oberen Mitten steckt. Und so klingt das dann auch über die Arendal nicht so schön, denn, von daher würde der Namenszusatz Monitor sehr gut passen: Der Lautsprecher färbt nicht schön, er ist sehr ehrlich und lässt schlechte Aufnahmen auch schlecht klingen. Klingt nach einer Binsenweisheit, aber das ist ja nicht immer so, auch hier verweise ich auf den Test der Davis-Box. Die Zielgruppe ist einfach eine andere. Die Box ist eher Rocker als Gentleman, und das ist eine Abstimmung, mit der ich sehr gut leben kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Soll heißen, mit der Bookshelf 8 höre ich eher nicht so laut, weil mir das dann zu viel Direktheit wird. Dafür ist sie bei nachbarschaftsfreundlichen Pegeln schon sehr präsent, was ich hier durchaus als Kompliment meine. Das ist aber eine Frage des Geschmacks und der Musik, die man so hört. Jazz etwa war mit der Arendal immer eine sehr schöne Erfahrung, Metal konnte hingegen weh tun. Die recht gute Aufnahmequalität des Pops der Dixie Chicks auf „Gaslighter“ kam wiederum voll zur Geltung. Teilweise sehr dynamisch, mit einer schönen Stimmwiedergabe ohne betonte Zischlaute, dafür aber gut durchhörbar. Zum Schluss mal wieder Harold Faltermeyers „Axel F“. Und das war, wie erwartet, einfach geil. Ohne ins Spitze zu kippen, sehr lebendig und mit Tiefgang, den man auf vielen anderen Boxen bei diesem Titel gar nicht wahrnimmt. Schöner Lautsprecher! 

Fazit

Top-Kompaktlautsprecher eher präsenter Natur und mit fast schon furchteinflößenden Bassfähigkeiten! Ein Volltreffer für Leute, die es tendenziell direkt mögen.

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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Arendal 1610 Boookshelf 8

Preis: um 3300 Euro

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2/2026
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Arendal 1610 Boookshelf 8

2/2026

Arendal 1610 Boookshelf 8
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Bewertung 
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15%

5 von 5 Sternen

Praxis 15%

5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Kompaktlautsprecher 
Preis (in Euro) 3.300 Euro 
Vertrieb: Arendal Sound 
Telefon: +47 377 15 300 
Internet www.arendalsound.com 
Ausstattung
Ausführung Polar und Basalt 
Abmessungen (B x H x T in mm) 265/480/300 
Gewicht (in Kg) 16,2 kg 
Prinzip 3-Wege-Bassfeflex 
Garantie 2 Jahre 
+ spritziger, mitreißender Klang 
+ attraktiv und gut verarbeitet 
+/- - braucht Platz / für zarte Ohren zu direkt 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
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Alexander Rose-Fehling
Autor Alexander Rose-Fehling
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Datum 12.02.2026, 16:56 Uhr
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Topthema: Serientest: Audio System RXC100 Evo3, RXC130 Evo3, RXC165 Evo3
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