Kategorie: Musikserver

Einzeltest: Cocktail Audio X50


Schubladen denken

Musikserver Cocktail Audio X50 im Test, Bild 1
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Meist muss man sich bei Audiogeräten entscheiden, ob einem der Preis, der Funktionsumfang, die Technik oder der Klang am wichtigsten ist, und dementsprechend Abstriche in anderen Bereichen machen. Cocktail Audio zeigt, dass das nicht immer der Fall sein muss.

Cocktail Audio zeichnet sich schon seit Längerem durch ihre Musikserver aus, die unter anderem stets durch ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis auf allen. Angefangen beim kleinen X12, der im Miniformat eine komplette Anlage beherbergt, über den X30, der sich stattdessen in einem vollformatigen Gehäuse präsentiert. Dazu kommt der X40, der das Abspielen und Speichern von musikalischen Daten gleich mit deren Wandlung kombiniert. Nun steigt die Zahl nach dem X erneut eine Stufe auf, denn Cocktail Audio erweitert seine Server-Reihe um den neuen X50, der vieles ähnlich, aber doch einiges anders macht als seine Kollegen.

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Hier hat sich Cocktail Audio erstmals auf ein rein digitales Quellgerät spezialisiert, das den bekannten enormen Funktionsumfang der Geräte nun ein wenig aus der herstellereigenen Blase herausholt. Anstatt hier eine komplette Anlage in ein All-in-one-System zu verpacken, wurde der X50 nämlich dazu designt, HiFi-Anlagen, die bereits einen hochwertigen D/A-Wandler besitzen, ein vielseitiges Quellgerät an die Hand zu geben. So wurde zunächst ein wenig an der Verarbeitung des X50 getan. Für die Zusammenarbeit mit anderen High- End-Komponenten wurde das Gehäuse aus gefaltetem Metall nun durch eine noch wesentlich solidere Variante ausgetauscht. Dabei hat sich die Materialstärke um mehrere Millimeter erhöht, wodurch das Gehäuse jetzt deutlich steifer und natürlich auch dementsprechend schwerer geworden ist. Nicht, dass sich die anderen Geräte der Firma jemals billig angefühlt haben, doch der Unterschied in der Haptik ist deutlich spürbar. Auch die Tasten und Regler an der dicken Frontplatte scheinen nochmals ein wenig fester zu sitzen, bieten gute Druckpunkte und die nötige Portion Widerstand, was die Wertigkeit in der Verarbeitung nun besser zum Tragen kommen lässt. Optisch hat sich der X50 im Vergleich zu seinen beiden Partnermodellen praktisch nicht verändert. Nach wie vor verzichtet man bei Cocktail auf besonders extravagante Designspielereien und setzt stattdessen lieber auf eine zeitlose Form mit geraden Kanten und rechten Winkeln. Auch die Bedienung mithilfe zweier Drehregler und verschiedene Funktionstasten mutet klassisch an. Weniger klassisch, aber dafür umso beeindruckender ist hingegen das riesige Farbdisplay, das ein gutes Drittel der Gerätefront für sich beansprucht. Mit knapp sieben Zoll Bildschirmdiagonale ist die Anzeige in etwa so groß wie ein modernes Smartphone und ermöglicht eine äußerst komfortable Bedienung des X50 auch von der Couch aus. Dank der Auflösung von 1024 x 600 Pixeln bleiben Menüs und Texte auch aus größerer Entfernung ablesbar, während der hohe Kontrast sein Übriges tut. Wer dennoch lieber auf eine noch größere Anzeige zurückgreifen will, kann den X50 per HDMI an einen Computermonitor oder einen Flachbildfernseher anschließen, um das Gerät zu bedienen. Da das Display keine Touchunterstützung bietet, geschieht die Bedienung am Gerät mithilfe der vorhandenen Tasten an der Front, die jedoch nicht unbedingt für alle Funktionen des X50 hundertprozentig ausreichend sind. Deutlich bequemer funktioniert dies mit der großen Fernbedienung, die über eine Vielzahl verschiedener Funktionstasten verfügt, wodurch der unbedarfte Nutzer zunächst vielleicht ein wenig den Überblick verlieren kann. Dies ist jedoch den zahlreichen Möglichkeiten des Servers geschuldet, die beinahe alle über eine spezielle Taste aufgerufen werden können. Ewiges Durchsuchen von Menüpunkten wird dadurch unnötig, und schon nach kurzer Zeit findet man die gängigen Tasten intuitiv. Als echter High-End-Server lässt sich der X50 natürlich auch von einem Smartphone oder Tablet aus steuern. Dazu benötigt man eine passende UPnP-fähige App, die es momentan aber noch nicht vom Hersteller selbst gibt. Erkannt wird der X50 jedoch auch von anderen Programmen und kann von dort als Renderer gesteuert werden. Um wirklich alle Funktionen des Servers bedienen zu können, sollte man jedoch die Weboberfläche des X50 nutzen, zu der man über die Eingabe der IP-Adresse des Gerätes in der Adresszeile des Webbrowsers gelangt. Hier lassen sich Musik und externe Quellen auswählen und verschiedene Grundeinstellungen des Gerätes vornehmen. So lässt sich von hier auch der interne Speicher des X50 verwalten. Beim Kauf kann man aus verschiedenen Festplattenbestückungen wählen oder alternativ selbst SATA-Speicher einsetzen. Ein Vorgang, der von wirklich jedem durchgeführt werden kann, unabhängig vom technischen Know-how. Zwei Schubladen an der Rückseite können mit Speichern von insgesamt bis zu 12 Terabyte ausgestattet werden, der auf verschiedene Arten aufgeteilt werden kann. Entweder man verwendet eine einzige Festplatte oder man bestückt beide Schubfächer mit einem passenden Modul. Dann können beide wahlweise zu einem großen Speicher zusammengefügt werden oder man nutzt die clevere RAID-Funktion des X50, Diese wird in der Software des Cocktail in der sogenannten MusicDB zusammengefasst. Dies schließt sowohl über das Netzwerk kopierte Musik ein als auch die Dateien, die per Ripping-Funktion ihren Weg in das Gerät gefunden haben. An der Front des X50 befindet sich dazu der Schlitz, der CDs Zugang zum Slot-in-Laufwerk verschafft. Hier können physische Datenträger dann wahlweise einfach abgespielt werden oder man speichert sie auf der internen Festplatte. Dazu bietet der X50 verschiedene Qualitätsstufen von schnell bis ausgezeichnet, ebenso wie eine Anzahl auswählbarer Formate und Abtastraten. Beeindruckend ist besonders die Geschwindigkeit des Speichervorgangs. Selbst bei der Qualitätsstufe ausgezeichnet und dem Speichern als unkomprimierte FLAC-Datei benötigte der X50 gerade einmal knapp achteinhalb Minuten für das Rippen einer durchschnittlichen CD. Dabei werden außerdem alle Metadaten automatisch eingefügt; über verschiedene Suchdienste kann auch das richtige Coverbild ausgewählt werden. Sollte einem dabei im Nachhinein ein Fehler auf allen, egal ob bei gerippter oder kopierter Musik, lassen sich die Metadaten aller Titel und Alben später per Browser oder sogar mit der Fernbedienung bearbeiten. Eine Funktion, die jeder moderne Musikspeicher besitzen sollte, denn schließlich möchte man nicht ein hochspezialisiertes Gerät kaufen, um die Verwaltung der Musikbibliothek trotzdem wieder am Computer vornehmen zu müssen. Hier gibt es also alles aus einer Hand. Das gilt auch für die Funktionen, die über das reine Speichern hinausgehen, denn schließlich handelt es sich beim X50 auch um einen digitalen Player. Neben dem internen Speicher kann auch auf andere Netzwerkspeicher zugegrif en werden, ebenso wie auf die vollständigen Bibliotheken einer großen Anzahl von Streamingdiensten. Mit Spotify und Deezer sind die beiden größten Anbieter dabei, ergänzt durch die beiden audiophilen Dienste Tidal und Qobuz, deren Kataloge sogar in CD-Qualität gestreamt werden können. Dazu bietet der Server außerdem einen klassischen Antennenanschluss, mit dem sowohl UKW als auch DAB+ verwendet werden kann. Primär bleibt der X50 natürlich ein Musikserver, der sich in Gesellschaft hochwertiger HiFi-Komponenten zu Hause fühlt. Dabei gibt sich Cocktail Audios neuester Streich als besonders anschlussfreudig. Daten von außerhalb erhält das Gerät natürlich hauptsächlich über die Ethernetverbindung, die wahlweise durch eine kabellose WLAN-Variante ersetzt werden kann. Dazu muss nur der passende Dongle an einer der vorhandenen USB-A-Buchsen angeschlossen werden, die außerdem auch zu einer externen Erweiterung des Speichers mit verschiedenen Massenspeichern dienen. Vollkommen auf der Höhe der Zeit, verwendet Cocktail Audio hier sogar den schnellen 3.0-Standard mit besonders hohen Übertragungsgeschwindigkeiten. Noch beeindruckender ist jedoch die Vielfalt der verfügbaren Ausgänge, die weit über den normalen Standard hinausgehen. Koaxiale und optische S/ PDIF-Ausgänge, ebenso wie ein AES/ EBU-Anschluss übertragen Daten mit bis zu 192 kHz Auflösung bei 24 Bit. Damit ist der X50 bereits in der Lage, mit praktisch jedem vorhandenen DAC genutzt zu werden. Dazu kommt außerdem ein USB-Ausgang, der für besonders hohe Datenraten verwendet werden kann. Hier lassen sich PCMSignale mit bis zu 384 kHz bei 32 Bit übertragen, und auch die Nutzung von DSD-Dateien bis DSD256 ist mit dem X50 möglich. Doch dann fährt der Server noch schwerere Geschütze auf. Mit zwei verschiedenen I²S-Varianten bietet der X50 zwei Anschlüsse, die nur an wirklich hochwertigen Audiogeräten zum Einsatz kommen. Per HDMI oder per Ethernetkabel wird hier neben dem eigentlichen PCM-Signal mit bis zu 192 kHz auch noch ein Clockingsignal an den angeschlossenen Wandler weitergeleitet. Dadurch erhöht sich die Präzision der Datenverarbeitung enorm, was sich schließlich in besserem Klang äußert. Auch bei Verwendung der anderen Ausgänge kann der Server dem D/A-Wandler beim Timing unter die Arme greifen, denn zusätzlich zu den digitalen Schnittstellen bietet der X50 außerdem einen Word-Clock-Ausgang, der Wandler und Player synchronisieren kann. Hier findet wirklich eine konsequente Ausrichtung auf die Verarbeitung digitaler Musiksignale statt, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Der Cocktail Audio ist ein hervorragender Musikserver, der technisch und klanglich beeindrucken kann. Ein enormer Funktionsumfang wird hier mit durchdachter Bedienung verbunden, die dabei noch auf verschiedene Weisen stattfinden kann. Enorme Speicherkapazitäten reichen auch für große Musiksammlungen, die dank des Ripping-Laufwerks noch weiter vergrößert werden können. Dabei arbeitet der X50 generell sehr schnell und zuverlässig. Die Verarbeitung des Gerätes hat nochmals einen Sprung nach vorne gemacht und die riesige Anschlussvielfalt eignet sich für jede Art von D/A-Wandler, von Einstiegs- bis Referenzklasse, der dann vom neutralen, dynamischen Spiel des X50 profitieren kann.

Fazit

Ein Fest für jeden Fan von digitaler Musikwiedergabe. Der Cocktail Audio X50 ist ein konsequent aufgebauter Musikserver, dessen aufwendige Technik ihn in jeder hochwertigen Anlage zum neuen Kernstück machen. Unzählige Funktionen und eine durchdachte Bedienung machen HiRes hier zum Erlebnis.

Preis: um 1800 Euro

Musikserver

Cocktail Audio X50


04/2017 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 1.800 Euro (ohne Festplatte) 
Vertrieb Noveltech, Wassertrüdingen 
Telefon 09832 706814 
Internet www.cocktailaudio.de/ 
B x H x T (in mm): 441/100/330 
Eingänge 1 x Ethernet, 1 x CD, 
Ausgänge 1 x USB-A, 2 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch, 1 x AES/EBU XLR, 
Unterstützte Dateiformate: MP3, AAC, OGG, APE, AIF, WMA, M3U, FLAC, ALAC, AIFF, WAV, DXD, DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit; DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Speicherplatz: bis zu 12 TB 
checksum Ein Fest für jeden Fan von digitaler Musikwiedergabe. Der Cocktail Audio X50 ist ein konsequent aufgebauter Musikserver, dessen aufwendige Technik ihn in jeder hochwertigen Anlage zum neuen Kernstück machen. Unzählige Funktionen und eine durchdachte Bedienung machen HiRes hier zum Erlebnis. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 21.04.2017, 14:59 Uhr
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